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Verband binationaler Familien und Partnerschaften: Translanguaging in pädagogischer Arbeit leben

Anlässlich des Internationalen Tages der Muttersprache am vergangenen Mittwoch erinnerte der Verband binationaler Familien und Partnerschaften iaf an die Bedeutung der (Familien-)Sprachen. Nach Erfahrungen des Verbandes verstehen Kinder von Mitgliedsfamilien ganz selbstverständlich mehrere Sprachen als ihre „Muttersprache". Sinnvoll sei es, für mehrsprachig aufwachsende Kinder Lernwelten und Alltagssituationen zu schaffen, in denen sie ihre Ressourcen wiederfinden und einsetzen können, appellierte iaf. 

Maria Ringler, Referentin für interkulturelle Bildung und Beratung im Verband, gab dazu einen konkreten Familieneinblick: „So kann es durchaus vorkommen, dass ein Kind aus einer deutsch-iranischen Familie mit seinem Vater nur Farsi spricht. Das andere Kind redet hingegen lieber Deutsch mit seinem Vater. Wenn alle zusammen sind, dann nutzt die bikulturelle Famile häufig zusammen Farsi, vor allem, wenn es um familiäre Themen geht, aber bei Gesprächen rund um die Arbeit oder die Schule wechselt sie ins Deutsche. Und mit der deutschen Oma können sie eloquent auf hessisch babbele – sie hatte viele Jahre zuverlässig die Kinderbetreuung übernommen und den Kleinen immer Geschichten in ihrer Mundart erzählt."

Für mehrsprachige Familien sei ein solches „Translanguaging" normal: je nach Situation, Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner oder auch nach „Lust und Laune" nutzten sie unterschiedliche Sprachen. Sie setzten dabei ihr individuelles sprachliches Repertoire in der Regel so ein, um sich ganz pragmatisch in ihrem mehrsprachig organisierten Alltag zu verständigen.

Der Verband plädiert für eine Übertragung vergleichbarer Situationen auch in den pädagogischen Alltag. „Ich folge da ganz der Sprachwissenschaftlerin Argyro Panagiotopoulou", erläutert Maria Ringler. „Es braucht Konzepte, mit denen versucht wird, einen alternativen entspannten Umgang mit dem Potenzial gelebter Mehrsprachigkeit von Kindern und pädagogischen Fachkräften zu ermöglichen. Diese innovativen sprachpädagogischen Konzepte scheinen dann auch eher den Belangen einer globalisierten mehrsprachigen Welt zu entsprechen."


Quelle: Pressemeldung des Verband binationaler Familien u. Partnerschaften, iaf, am 21. Februar 2018

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