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Lockerungen für Kitas bleiben zunächst aus

Während ab Anfang Mai in den meisten Teilen des Landes der Schulbetrieb langsam wieder hochgefahren wird, bleiben Kindertagesstätten für die allermeisten Kinder weiter geschlossen. Während diese Entscheidung aus medizinischer Sicht auf den ersten Blick einleuchtet, kann sie für viele Kinder schwerwiegende Folgen haben. Die Diakonie fordert eine schrittweise Öffnung der Einrichtungen.

Bei den letzte Woche von Bundesregierung und Bundesländern beschlossenen Lockerungsmaßnahmen haben Kindertagesstätten keine unmittelbare Berücksichtigung gefunden. Sehr vage wurde formuliert, dass in nächster Zeit auch die Angehörigen weiterer Berufsgruppen ihre Kinder in die Betreuung geben könnten. Wer genau dies sein soll, wurde nicht bekannt gegeben. Da besonders kleine Kinder sich nicht an die geforderten Abstandsregelungen halten können, ist eine Öffnung der Kitas aus Sicht der politischen Entscheidungsträger*innen noch nicht verantwortbar. Anders als Schulen, in denen Anfang Mai wieder Unterricht stattfinden soll, zunächst nur für angehende Abiturient*innen und Abschlussklassen, müssen jüngere Kinder weiter warten.

Dass Kitas über einen solch langen Zeitraum geschlossen bleiben, sehen die Sozialverbände kritisch. Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik beim Diakonie Bundesverband, erklärt dies so: "Viele Familien kommen durch die Kontaktsperren und die Schließung von Kindergärten und Schulen an ihre physische und psychische Belastungsgrenze." Loheide erinnert auch an die oftmals schwierigen Wohnverhältnisse, denn gerade Familien, die in prekären Wohnverhältnissen leben, seien am stärksten von den Kontaktsperren und Kita-Schließungen betroffen. Aus diesem Grund darf für Loheide nicht nur der Beruf der Eltern entscheidend bei der Frage sein, welche Kinder als erste wieder in die Kitas dürfen. Auch soziale Faktoren müssten berücksichtigt werden. Loheide nennt vor allem Alleinerziehende und besonders belastete Familien als Gruppen, die bevorzugt behandelt werden müssten.

Bei aller Dringlichkeit müsse in den Kitas aber ein ausreichender Gesundheitsschutz sichergestellt sein. Empfehlenswert seien für den Beginn daher neben den hygienischen Vorkehrungen die Einrichtung kleiner homogener Gruppen. Auch müsste den Kindern auf spielerischem Wege beigebracht werden, wie Ansteckungen vermieden werden können.

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