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Kooperationsprojekt „Grenzgänger" für belastete Jugendliche zieht Bilanz

Viele psychosozial belastete Kinder sind auf die Unterstützung von Kinder- und Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie angewiesen. Insbesondere bei schwierigen Fällen ist ein abgestimmtes Hand-in-Hand-Arbeiten beider Hilfesysteme notwendig. Das vom Land Schleswig-Holstein geförderte Projekt "Grenzgänger" (ganzer Titel: "Abgestimmter Umgang mit Kindern und Jugendlichen bei Vorliegen einer psychischen Störung sowie eines Unterstützungsbedarfs gemäß SGB VIII") soll die Kooperation zwischen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie fördern und die Versorgung belasteter junger Menschen, die im Projekt als „Grenzgänger" bezeichnet werden, verbessern. Professor Dr. Gunter Groen zusammen mit seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Astrid Jörns-Presentati vom Department Soziale Arbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg begleitet das Projekt wissenschaftlich.

Jetzt wurde Bilanz gezogen. Die HAW berichtet: Die als Grenzgänger in der Clearinggruppe besprochenen Kinder und vor allem Jugendliche erwiesen sich als hoch belastete junge Menschen. Sie waren in ihrer bisherigen Biographie vielen Risiken – wie familiärer Zerrüttung, psychisch kranken Eltern, wiederholten Trennungen von Bezugspersonen und Traumatisierungen – ausgesetzt.Im Förderzeitraum vom März 2015 bis Juni 2017 konnten in rund 30 besonders herausfordernden Fällen geeignete Unterstützungsmaßnahmen gefunden und die Zusammenarbeit auf neue Füße gestellt werden. Neben den Treffen der sogenannten „Clearinggruppe" ergänzten weitere Aktivitäten wie spezielle Fachtage den Austausch, die zusammen abgehalten wurden. 

Unter den für diese Jugendlichen gemeinsam abgestimmten Hilfen fanden sich kreative Maßnahmen und innovative Ideen. Neben neuen Maßnahmen machte es die multiprofessionelle Besetzung der Arbeitsgruppe möglich, auf ein Portfolio bekannter Hilfen flexibler zuzugreifen. Prof. Groen sprach vom Mut und Willen, gemeinsam ein Risiko zu tragen. Es sei zu neuen Umgangsformen und Arbeitsweisen gekommen, weil sich die Fachkräfte dabei der anderen Fachrichtung öffneten, weniger im eigenen Milieu verhaftet blieben und eingetretene Pfade verlassen konnten.

Nach den positiven Erfahrungen im Grenzgänger-Projekt brachte das Sozialministerium die Förderung acht weiterer Projekte in Schleswig-Holstein auf den Weg, berichtet die HAW weiter. An der Entwicklung und Evaluation eines Projektes ist das Team der HAW Hamburg wiederum beteiligt. Der Abschlussbericht zum Grenzgänger-Projekt soll in Kürze im Psychiatrie Verlag veröffentlicht werden. 

Details und konkrete Ergebnisbeispiele unter www.haw-hamburg.de/themendienst/aktuelle-ausgabe.html


Quelle: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Aktueller Themendienst

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