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Internationaler Appell: Pflegende müssen besser geschützt werden

In einer gemeinsamen Erklärung fordern zwölf europäische Dachverbände der Gesundheitsprofessionen einen deutlich besseren Schutz für Pflegende, die in der aktuellen Krise in Krankenhäusern und Pflegeheimen ihren Dienst tun. Sie sind enormen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt.

Mit ihrem Appell an die politisch Verantwortlichen in der EU und den Nationalstaaten weisen die zwölf Verbände auf die z.T. katastrophalen Zustände in der Pflege hin. Die Pflegenden arbeiteten in der Krise "unter noch schlechteren Bedingungen als jemals zuvor". Häufig steckten sie sich aufgrund fehlender Schutzkleidung an, viele Pfleger*innen sind bereits an den Folgen einer COVID-19-Infektion verstorben.

Die Professionsvertreter*innen, darunter die European Federation of Nurses Associations (EFN), haben aus diesem Grund einen Forderungskatalog aufgestellt, in dem zum einen die Schwachstellen des Systems klar benannt werden, zum anderen aber auch Mitsprachemöglichkeiten eingefordert werden. So würden Pflegende bislang kaum in Entscheidungsprozesse einbezogen, obwohl sie diejenigen seien, die den infizierten Patient*innen am nächsten kämen. Zudem müssten die Anstrengungen zur Beschaffung geeigneter Schutzausrüstung beschleunigt und intensiviert werden, damit es nicht zu weiteren Infizierungen unter den Pflegefachpersonen kommt.

Psychologische Belastung nicht zu unterschätzen

Die Verbände weisen außerdem darauf hin, dass auch in psychologischer Hinsicht viel zu tun sei. Das hautnahe Miterleben des Leids und der Ängste der Patient*innen stelle eine erhebliche Belastung dar. Es bestehe die Gefahr, dass es zu posttraumatischen Belastungsstörungen komme. Zudem seien die allermeisten Pflegekräfte nicht darin geschult, Menschen in Isolation beizustehen, und auch die Tatsache, dass viele Menschen nicht im Beisein ihrer Angehörogen sterben, stellt für Pflegende eine erhebliche psychische Belastung dar. Sie sind oft die letzten Mitmenschen, die Kontakt zu den Sterbenden haben.

Die gemeinsame Erklärung der europäischen Dachverbände ist in deutscher Übersetzung auf der Seite des Deutschen Berufsverbandsfür Pflegeberufe als Download verfügbar. 

 

 

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