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Gefahr der Glücksspielsucht steigt in Zeiten der Pandemie

Heute ist der 'Aktionstag Glücksspielsucht'. Etwa 430.000 Menschen sind laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) betroffen, doch nur wenige lassen sich helfen. Die Corona-Krise und hiermit verbundene Zeiten des Alleinseins haben das Problem deutlich verschärft.

Wie die Leiterin der BZgA, Heidrun Thaiss, erklärt, werde insbesondere die zahlreichen Online-Glücksspielangebote zunehmend problematisch. Diese lassen sich unkompliziert vom eigenen Handy aus spielen - sozusagen ganz nebenbei. „Insbesondere Online-Casinospiele bergen das Risiko einer Suchtentwicklung, denn die schnelle Spielabfolge, die rasch wechselnden visuellen Reize und das Spielen um virtuelles Geld sind verlockend und können dazu führen, dass der Bezug zu den real entstehenden Geldverlusten verloren geht", erklärt Thaiss. Die Suchtgefahr betrifft deutlich mehr Menschen als man erwarten könnte. Laut BZgA zeigten 2019 ca. 430.000 Menschen ein problematisches Suchtverhalten. Bei der Gruppe der 16-70 jährigen liegt der Anteil derjenigen, die zumindest einmal monatlich spielen, bei fast 38%.

Heidrun Thaiss weist auch auf die finanziellen Gefahren hin, die sich häufig bereits sehr schnell zeigen:  „Wer einmal in den Teufelskreis geraten ist, Geldverluste durch Glücksspiel wieder ausgleichen zu wollen, ist einer Glücksspielsucht nahe." Nicht zuletzt auch aufgrund der erhöhten Gefahren durch die pandemiebedingte Einsamkeit sei es „besonders wichtig, Menschen für die Suchtgefahr von Online-Glücksspielen zu sensibilisieren.“

Die BZgA hält sowohl für Betroffene als auch für Angehörige Beratungsangebote vor, auf die sie zum heutigen Aktionstag Glücksspielsucht aufmerksam macht. Neben dem kostenlosen Beratungstelefon 0800-137700, an das sich auch Fachkräfte mit Beratungsbedarf wenden können, ist dies auch die interaktive Webseite www.check-dein-spiel.de, auf der ein Selbsttest durchgeführt werden kann - und auf Wunsch auch eine individuelle Beratung für den Weg aus der Spielsucht.

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Buchcover

Regina-Maria Dackweiler, Alexandra Rau, Reinhild Schäfer (Hrsg.): Frauen und Armut - feministische Perspektiven. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 474 Seiten. ISBN 978-3-8474-2203-7.
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