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Altersarmut droht vor allem Alleinerziehenden

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) hat im Rahmen seiner Bundesdelegiertenversammlung ein Positionspapier zum Thema Rente verabschiedet. Im Mittelpunkt stehen Forderungen nach einer besseren Absicherung alleinerziehender Eltern im Alter. Denn kaum eine Gruppe ist stärker von Altersarmut betroffen als die der Alleinerziehenden.

Familienbedingte Erwerbsunterbrechungen, ungenügende Vereinbarkeit von Sorge- und Erwerbsarbeit, Teilzeit, Niedriglöhne, der Gender Pay Gap, Minijobs und dementsprechend kleinere Einkommen führen dazu, dass die Rentenanwartschaften von Frauen geringer sind als die von Männern. Somit ist die Gruppe der alleinerziehenden Mütter - 90% der Alleinerziehenden sind Frauen - die am stärksten von Altersarmut bedrohte Gruppe. Durchschnittlich haben Frauen 45% weniger gesetzliche Rente zu erwarten als Männer.

Dies liegt in erster Linie daran, dass die Höhe der Rente von den geleisteten Einzahlungen in die Rentenversicherung abhängen. Da sehr viele Alleinerziehende oft nur in Teilzeit oder aufgrund familiärer Umstände mitunter auch gar nicht arbeiten können, fallen ihre Einzahlungen entsprechend gering aus. Der VAMV weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass es überwiegend Frauen sind, die sog. Fürsorgetätigkeiten übernehmen - neben der Versorgung der Kinder sind sie oft auch für die Pflege von Angehörigen zuständig. Dies wirkt sich immer noch nachteilig auf die zu erwartende Rente aus.

Auch die Anfang des Jahrhunderts eingeführte Teil-Privatisierung der Altersversorgung, also die Subventionierung privater Rentenversicherungen, brachte nicht die gewünschten Effekte. Denn auch hier gilt: Wer wenig oder nichts verdient, kann auch keine privaten Sparverträge bedienen. Kein Wunder als, dass nur knapp 50 Prozent der Alleinerziehenden überhaupt eine private Vorsorge abgeschlossen hat. Und nur knapp 10% von denjenigen, die einen Vertrag abgeschlossen haben, können mehr als 150 € hierfür aufwenden.

Um der dramatischen Entwicklung entgegenwirken zu können, ist für den VAMV ein ganzes Bündel von Maßnahmen notwendig. So fordert der Verband u.a. aus gleichstellungspolitischer Perspektive eine Abkehr vom "Alleinernährer-Prinzip", das Frauen in der Regel benachteiligt. Für bessere Teilhabechancen auf dem Arbeitsmarkt sei zudem eine flächendeckende Kinderbetreuung sicherzustellen, die Alleinerziehenden zumindest vollzeitnahe Arbeitsmöglichkeiten ermöglicht. Und mit Blick auf die Rentenberechnung seien die von Frauen geleisteten "Fürsorgezeiten" für Kinder und zu pflegende Angehörige deutlich stärker zu berücksichtigen.

Hier finden Sie das Positionspapier des VAMV.


Quelle: Mit Informationen des VAMV vom 19.6.2019

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