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Niedersachsen schafft 100 neue Stellen für die Schulsozialarbeit

Die niedersächsische Landesregierung setzt den ersten Teil ihrer Ankündigung um, zwischen 2019 und 2021 insgesamt 200 neue Vollzeitstellen in der Schulsozialarbeit zu schaffen. Wie nun bekanntgegeben wurde, profitieren im ersten Schritt überwiegend Grundschulen und Gymnasien.

Die Akzeptanz und das Verständnis dafür, dass Schulsozialarbeit einen wesentlichen Beitrag für ein gutes soziales Klima an Schulen leisten kann, ist in den vergangenen Jahzehnten deutlich gestiegen. Fand man Sozialpädagog*innen und Sozial*arbeiterinnen in den 1990er-Jahren fast ausschließlich in den damals rar vorhandenen Gesamtschulen, sind sie heute wichtiger Bestandteil an zahlreichen Schulen - quer durch alle Schulformen. Ausgehend vom in der Sozialen Arbeit schon lange bekannten Faktum, dass soziale Probleme nicht vor Schultoren (und Schulformen) haltmachen, ist die Bereitstellung zusätzlicher personeller Ressourcen für die Schulsozialarbeit regelmäßig Thema politischer Auseinandersetzungen in den Bundesländern, so auch in Niedersachsen.

Im ersten Schritt werden 100 Stellen ausgeschrieben

Dort hat die sozialdemokratisch geführte Landesregierung nun den ersten Teil ihres Versprechens wahrgemacht, eigene Stellen für die Schulsoziarbeit einzurichten. Mit dem 2016 beschlossenen Schritt sollen einerseits die Schulen gestärkt werden, andererseits jedoch auch die Kommunen entlastet werden. Denn die Frage, wer die angestellten Schulsozialarbeiter*innen anstellt, wird von Schule zu Schule unterschiedlich gehandhabt. Mal sind sie nämlich über die Städte bzw. Gemeinden, mal über das Land, mal über freie Träger der Wohlfahrtspflege beschäftigt, was nicht immer zum Vorteil der Arbeitnehmer*innen reicht.

Die meisten der rund 100 neuen Stellen, die im ersten Schritt geschaffen werden, gehen an Grundschulen und Gymnasien. Zudem werden Stellen an Realschulen mit Ganztagsangebot und Förderschulen mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung gegeben. Ausgewählt wurden die Schulen nach den Kriterien Schulform, Ganztagsangebot und Anzahl der Schüler*innen. 

Auch berufsbildende Schulen profitieren

Zusätzlich zu diesem Aufwuchs erhöht das Land sein Engagement im berufsbildenden Bereich. So können 50 Stellen für die schulische Sozialarbeit an den berufsbildenden Schulen, die der Niedersächsische Landtag für den Haushalt 2019 beschlossen hatte, entfristet oder zusätzlich ausgeschrieben werden. Damit verfügen nun rund 92 % aller staatlichen Berufsschulen über mindestens eine sozialpädagogische Fachkraftstelle.


Quelle: Pressemitteilung des niedersächsischen Kultusministeriums vom 20.02.2019

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