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Mehr Jobchancen durch Qualifizierung in der Altenpflege

15.09.2017 | Altenhilfe, Forschung | Nachrichten

In Zeiten, in denen es an Fachpersonal in der Pflege so massiv mangelt, lohnt es sich für Arbeitslose, an einer geförderten Weiterbildung im Bereich der Altenpflege teilzunehmen. Sowohl mit Umschulungen als auch mit kürzeren Weiterbildungen verbessern sie ihre Arbeitsmarktchancen deutlich. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Eine Umschulung im Bereich der Altenpflege erhöht danach die Wahrscheinlichkeit einer Beschäftigungs langfristig um rund 20 Prozentpunkte. Kürzere Weiterbildungen mit einer Dauer von wenigen Wochen bis zu einem Jahr können die Wahrscheinlichkeit einer Beschäftigung langfristig um zehn bis 20 Prozentpunkte steigern.

Hoher Anteil von Teilzeitbeschäftigung 

Bei der auf die Weiterbildung folgenden Beschäftigung in der Altenpflege ist der Teilzeitanteil ähnlich hoch wie im Altenpflegebereich insgesamt: Mehr als die Hälfte aller Altenpflegerinnen und Altenpfleger in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Ein hoher Anteil der vormals Arbeitslosen, die in der Altenpflege geschult wurden, arbeitet auch langfristig im Pflegebereich, so das IAB-Forschungsteam. Unter den Teilnehmenden an einer Umschulung sind es fast Dreiviertel (rund 70 Prozent, bei den Teilnehmenden an den kürzeren Weiterbildungen sind es rund die Hälfte (50 Prozent).

Sichere Jobs mit Zukunft

Der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, sieht die Position seines Verbandes betätigt, dass in der Pflege trotz des digitalen Wandels noch sichere Jobs mit Zukunft entstehen. "Und ein zweites wird deutlich", so Meurer, "Die Altenpflege ist ein Verbleibsberuf und kein Ausstiegsberuf". Er appellierte an die Verantwortlichen in der Politik und der Bundesagentur für Arbeit, die erfolgreiche Umschulungsfinanzierung fortzuführen Angesichts einer Million Langzeitarbeitslosen, dem bevorstehenden digitalen Wandel in vielen Branchen und dem schon jetzt gravierenden Fachkräftemangel in der Altenpflege ist dies ein wichtiger Baustein, Menschen eine dauerhafte Berufs- und Lebensperspektive zu ermöglichen."

„Unsere Ergebnisse weisen insgesamt darauf hin, dass geförderte Weiterbildungsmaßnahmen für Arbeitslose in der Altenpflege einen deutlich positiven Effekt auf ihre nachhaltige Beschäftigung haben. Da ein wesentlicher Anteil der ehemals Geförderten dauerhaft im Pflegesektor tätig bleibt, tragen diese Maßnahmen auch dazu bei, die Lücke zwischen dem weiter wachsenden Altenpflegebedarf und dem Altenpflegeangebot zu verkleinern", lautet das Fazit der Arbeitsmarktforscherinnen Christine Dauth und Julia Lang.

Die IAB-Studie (Kurzbericht) ist abrufbar unter http://doku.iab.de/kurzber/2017/kb1917.pdf (PDF-Dokument).


Quelle: IAB-Pressemitteilung und bpa-Pressemitteilung vom 12. September 2017

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