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"Lebenswerk" statt "Werkstatt"

05.06.2017 | Behindertenhilfe | Nachrichten

Die Werkstätten der Diakonie Bayreuth, die 600 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz in der Region bieten, tragen einen neuen Namen. „Mit der Marke Lebenswerk verdeutlichen wir auch namentlich die Kombination aus wirtschaftlichem Erfolg und Wertschätzung unserer Mitarbeiter", so Geschäftsführer Hartmut Springfeld.  „Auch wenn wir zu den wichtigsten sozialen Dienstleistern in der Region gehören, so müssen wir auch der Rolle eines wirtschaftlich denkenden Unternehmens gerecht werden", betonte Springfeld dazu im Kreis von Geschäftspartnern, Kunden und Mitarbeitern. Zusammen mit Dr. Franz Sedlak, Vorstand der Diakonie Bayreuth und der Markenberaterin Magdalena Lammel, Agentur blue frog concept, gaben sie Aufschluss über die Hintergründe, die Entwicklung und das zukünftige Logo.

Im Zuge der Sozialgesetzgebung und des neu entstandenen Bundesteilhabegesetzes sind an die Werkstätten in Deutschland hohe Anforderungen gerichtet. Hiernach müssen sie ein breites Angebot bereitstellen, um mehrere Aufgaben zu erfüllen: Dazu gehören eine angemessene berufliche Bildung, das Weiterentwickeln der Persönlichkeit sowie der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. „Und das ist gut so, wir kommen diesen Anforderungen gern nach", ergänzt Springfeld.  Und weiter resümiert er: „Wir mussten feststellen, dass der reine Unternehmensname ‚Werkstätten für behinderte Menschen' unserem Anspruch und unserer Besonderheit nicht mehr gerecht wird. Denn wir haben eben nicht nur die Werke in Bayreuth und Melkendorf". 

Zum Unternehmen gehört auch das Samocca-Café und zahlreiche Kooperationen, die den Mitarbeitern eine Tätigkeit außerhalb der klassischen Werkstatt ermöglichen. Diese Vielfältigkeit soll nach außen getragen werden. Aus diesem Grund entschloss sich der Geschäftsführer des diakonischen Unternehmens für die Einführung einer Marke. Einige andere Werkstätten waren bereits den Weg gegangen. Mit dem neuen Markennamen „Lebenswerk" in den Bayreuther und Kulmbacher Werkstätten will man sich zudem ganz bewusst von dem Begriff „behindert" trennen: „Wir können uns durchaus mit anderen Dienstleistern in puncto Qualität, Effizienz und Zuverlässigkeit messen. Dass unsere Mitarbeiter über körperliche und geistige Handicaps verfügen, hat keinerlei Einfluss auf unsere Produkte und Dienstleistungen."

Ziel: Positive Arbeitgebermarke schaffen

Für die inhaltliche Konzeption und das Erarbeiten des Namens „Lebenswerk" holte der Geschäftsführer die Marktredwitzer Agentur blue frog concept.  Markenberaterin Magdalena Lammel  betont: „Leider ist in unserer Gesellschaft der Begriff ‚behindert' weiterhin sehr negativ besetzt. Das hat zur Folge, dass die Mitarbeiter sich nicht trauen, in ihrem Umfeld von ihrer Arbeitsstelle zu sprechen.". Der neue Markenname sollte sich demnach nicht nur für die Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern eignen – sondern auch als positive Arbeitgebermarke für bestehende und künftige Mitarbeiter.

Die frische Marke bekam auch ein frisches Logo. Springfeld zeigt sich begeistert vom Konzept der Gestaltung.  Es spiegele die Ganzheitlichkeit der Arbeit positiv wieder. Nur eins bleibe so wie bisher, so Sprinfeld: "Auch in Zukunft können sich Kunden und Geschäftspartner auf eine hochwertige und einwandfreie Qualität der Produkte und Dienstleistungen aus dem Lebenswerk verlassen. „Form und Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit bleiben unverändert".


Quelle: Presseinformation von Lebenswerk - Ein Unternehmen der Diakonie Bayreuth vom 2. Juni 2017

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Buchcover

Olaf Dörner, Peter Loos, Burkhard Schäffer u.a. (Hrsg.): Dokumentarische Methode. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2019. 154 Seiten. ISBN 978-3-8474-2074-3.
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