Gesundheit wartet nicht bis Schulschluss
Berlin, 16. Juni 2026. Kinder und Jugendliche verbringen einen großen Teil ihres Alltags in der Schule. Dort lernen sie nicht nur – sie leben dort, erleben akute Beschwerden, chronische Erkrankungen, psychische Belastungen und soziale Ungleichheit. Gesundheitswissen, Prävention und pflegefachliche Unterstützung müssen deshalb dort ansetzen, wo Kinder täglich erreichbar sind: in der Schule.
School Nurses helfen im Schulalltag
Ein neuer Bericht eines interdisziplinären Expert:innengremiums zur Schulgesundheitspflege/School Nursing unterstreicht diesen Handlungsbedarf. Er beschreibt die gesundheitliche Lage von Kindern und Jugendlichen in Deutschland als alarmierend: Psychische Belastungen, chronische Erkrankungen und soziale Ungleichheiten nehmen zu, während Gesundheitskompetenz sinkt. School Nurses können im schulischen Alltag präventiv, akut und kontinuierlich unterstützen und damit Inklusion, Bildungsteilhabe und Gesundheitskompetenz stärken.
Viel mehr als Erste Hilfe
„Schule ist ein Ort, an dem gelebt wird, und Gesundheit wartet nicht, bis die Schule aus ist. Nur wer sich gesund fühlt, kann am Unterricht teilnehmen“, sagt Nadine Haunstetter, Mitglied der DBfK-Fachgruppe Schulgesundheitspflege und Mitautorin des Expert:innenberichts. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht sich durch den Bericht in seinen langjährigen Forderungen bestätigt. School Nurses übernehmen weit mehr als Erste Hilfe. Sie begleiten Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma oder Epilepsie, unterstützen bei akuten Beschwerden, beraten Schüler:innen, Eltern und Lehrkräfte, stärken Gesundheitskompetenz und arbeiten in multiprofessionellen Teams mit Schulsozialarbeit, Schulpsychologie, Kinder- und Jugendgesundheitsdienst und weiteren Akteuren zusammen.
In einigen Bundesländern etabliert
„Wir sprechen politisch viel über Prävention, mentale Gesundheit, Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. School Nurses verbinden all diese Ziele im konkreten Schulalltag“, sagt Andrea Kiefer, Vorsitzende des DBfK Südwest und ebenfalls Mitautorin des Berichts. „Dafür braucht es jetzt gesetzliche Verankerung, dauerhafte Finanzierung und bundeseinheitliche Qualifikationsstandards.“
Der Bericht zeigt zugleich einen Flickenteppich: Einige Bundesländer haben School Nurses bereits eingeführt oder verstetigt, vielerorts fehlen entsprechende Strukturen weiterhin vollständig. Deutschland liegt damit im internationalen Vergleich deutlich zurück.
Investition in Kinder und Gesellschaft
Der DBfK fordert deshalb, School Nurses verbindlich im Schul- und Gesundheitsrecht zu verankern, dauerhaft und auskömmlich zu finanzieren und bundesweit einheitliche Qualifikationsstandards zu schaffen. Schulgesundheitspflege darf nicht vom Wohnort, von Modellprojekten oder befristeter Finanzierung abhängen.„Jedes Kind hat ein Recht darauf, in der Schule sicher, gesund und unterstützt lernen zu können“, erklärt DBfK-Präsidentin Vera Lux. „School Nurses sind kein Luxus, sondern eine Investition in Kindergesundheit, Bildungserfolg sowie eine leistungsfähige und zukunftsfähige Gesellschaft.“
Quelle: Pressemeldung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) vom 16. Juni 2026
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