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Frühe Hilfen kommen bei Begleitung psychisch kranker Eltern und ihrer Kinder an Grenzen

Schätzungsweise 500.000 bis 600.000 Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland leben in Familien mit  Elternteilen, die psychisch erkrankt sind. Sie geraten jedoch nach Einschätzung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) aus dem Blickfeld. Die Koordinierung erforderlicher Hilfen für die betroffenen Familien sei daher eine wichtige kommunale Aufgabe.

Frühe Hilfen können dabei einen Beitrag leisten, wird eingeschätzt, aber kommen häufig bei der Begleitung psychisch kranker Eltern und ihrer Kinder an ihre Grenzen. Eine bessere Versorgung der Kinder und Ihrer Familien und diese Grenzen der Frühen Hilfen standen nun im Mittelpunkt einer Fachtagung des NZFH gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Ulm 

Diskutiert wurde auch die Rolle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes mit seinen - auch aufsuchenden - sozialpsychiatrischen und sozialpädiatrischen Diensten als sinnvolle Ergänzung der Netzwerkarbeit.

Besonders die Zusammenarbeit mit den sozial-psychiatrischen Diensten sei unerlässlich, betont Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). „Familien mit psychisch kranken Eltern bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit", erklärt Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundesministerium für Gesundheit. „Insbesondere mit dem Präventionsgesetz haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen sowohl die Kinder als auch die Familien in den Blick nehmen, um verstärkt individuelle Risiken und Belastungen zu erkennen und bei Unterstützungsbedarf die Familien auf regionale Hilfsangebote hinzuweisen." Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), in der das NZFH seinen Sitz hat, erklärt:„Insbesondere jüngeren Kindern von Eltern mit einer psychischen Erkrankung merkt man häufig nicht an, wie belastet sie schon sein können. Sie wirken oft ruhig und unauffällig. Erst mit der Zeit wird deutlich, dass sie zum Teil erhebliche Entwicklungsdefizite aufweisen. Studien zufolge haben betroffene Kinder ein 2,4- bis 6-fach erhöhtes Risiko, später selbst einmal eine Abhängigkeitserkrankung zu entwickeln. Umso wichtiger ist es, hier so früh wie möglich zu unterstützen."

Prof. Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut und Kooperationspartner der BZgA im NFZH, erläutert: „Aus den Ergebnissen unserer Kommunalbefragung wissen wir, welche große Bedeutung das Thema auch bei den Fachkräften hat. Viele Netzwerke Früher Hilfen beschäftigen sich damit, wie die interdisziplinäre Versorgung von Familien mit psychisch kranken Eltern gelingen kann. Allerdings stellen sie immer wieder fest, dass die Akteure der Frühen Hilfen damit häufig überfordert sind."

Grundlage zur Tagung bildet ein Eckpunktepapier, welches das NZFH bereits 2016 mit Unterstützung von 25 Fachgesellschaften und Institutionen herausgegeben hat.

Eine Veröffentlichung der Tagungsdokumentation ist laut Veranstalter vorgesehen. Das Eckpunktepapier finden Sie unter http://www.fruehehilfen.de


Quelle: Pressemitteilung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) vom 27. Januar 2017

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Regina-Maria Dackweiler, Alexandra Rau, Reinhild Schäfer (Hrsg.): Frauen und Armut - feministische Perspektiven. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 474 Seiten. ISBN 978-3-8474-2203-7.
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