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DBfK: Pflege und Gesundheit gehören auf die Prioritätenliste der neuen Regierung

Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen (1. Oktober) fordert der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) die künftige Bundesregierung ausdrücklich auf, Pflege und Gesundheit ganz oben auf ihre Prioritätenliste zu setzen."

Der Berufsverband der Pflegenden bezieht sich dabei auf kürzlich veröffentlichte PricewaterhouseCoopers Ergebnisse einer neuen repräsentativen Bevölkerungsbefragung, in der gerade die ältere Generation ihre zentralen Wünsche an das Gesundheitssystem zum Ausdruck gebracht hatte. Diese sind vor allem

  • Die Sicherung der Versorgung auch in strukturschwachen Regionen
  • Gewinnung und Bindung von Pflegepersonal
  • effiziente und sachgerechte Verwendung der Mittel im Gesundheitssystem, damit Krankenkassenbeiträge nicht weiter steigen
  • bessere Verzahnung der Leistungserbringer unterschiedlicher Sektoren, sichere Gestaltung der Übergänge und
  • verlässliche Informationsweitergabe – unter anderem durch eine Elektronische Patientenakte.

Die Liste zeige deutlich, so der DBfK, wo im deutschen Gesundheitssystem die kritischen Baustellen liegen. 

Dass beispielsweise die Krankenhauspolitik endlich vom Kopf wieder auf die Füße gestellt gehört und Krankenhäuser sich ganz dringend auf ihren Auftrag, nämlich Sicherstellung einer patientenorientierten Krankenversorgung, besinnen sollten, zeige ein Ergebnis des gerade veröffentlichten IQTIG-Qualitätsreports: Jeder fünfte Patient mit Schenkelhalsfraktur muss danach länger als medizinisch zulässig auf seine Operation warten, das Risiko einer Gelenksnekrose steigt damit enorm. Die Ursachen: Struktur- und Prozessmängel, geringe OP-Kapazitäten, Personalmangel, Engpässe bei postoperativer Überwachung. Betroffen davon sind vor allem ältere Patienten.

Der Abbau von qualifizierter Pflege in den Krankenhäusern aus Kostengründen habe gravierende Folgen für die Patientinnen und Patienten, die längst zutage tretenden Versorgungsmängel seien hausgemacht und den viel zu lange geduldeten Fehlanreizen im System geschuldet. Fragwürdige Diagnosen, ökonomiegetriebene Indikationen und unnötige Operationen sind einfach nicht länger hinnehmbar, schlussfolgert der Berufsverband der Pflegenden. Es dürfe nicht sein, dass sich pflegerische und medizinische Entscheidungen weiterhin dem ökonomischen Diktat zu unterwerfen haben.


Quelle: Presseinformation des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe vom 2. Oktober 2017

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Peter Hammerschmidt, Juliane Sagebiel, Gerd Stecklina (Hrsg.): Männer und Männlichkeiten in der Sozialen Arbeit. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2020. 180 Seiten. ISBN 978-3-7799-6085-0.
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