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Weniger Menschen gelten als funktionale Analphabet*innen

Sogenannte gering literalisierte Menschen haben im Alltag häufig große Schwierigkeiten. Problematisch sind für sie nicht nur die fehlenden Lese- und Schreibkompetenzen, sondern auch hiermit einhergehende Schamgefühle. Neue Zahlen zeigen nun Erfreuliches: In den letzten Jahren ist die Zahl gering literalisierter Menschen deutlich zurückgegangen.

Hierauf weist das Bundeministerium für Bildung und Forschung hin, das gemeinsam mit der Universität Hamburg die neuesten Zahlen der LEO-Studie 2018 veröffentlicht hat, in der Fragen der Grundbildung erforscht wurden. So sei die Zahl der Menschen, die nicht richtig lesen und schreiben können, von 2011 bis 2018 um 1,3 Millionen gesunken - von 7,5 Mio. auf 6,2 Mio. Menschen.Haupgründe hierfür seien die Enttabuisierung des Themas sowie die Bereitstellung von geeigneten Selbstlernmethoden.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erklärte angesichts der erfreulichen Entwicklung: "Die Ergebnisse der neuen LEO-Studie zeigen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben, um das Grundbildungsniveau von Erwachsenen in Deutschland zu erhöhen. Damit wird mehr Menschen eine bessere Teilhabe am öffentlichen und beruflichen Leben ermöglicht."

Ralf Häder, Geschäftsführer des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung, warnt vor vorschnellen Bewertungen der Zahlen. Der starke Rückgang sei aus seiner Sicht überraschend. Er merkt an: "Solche positiven Entwicklungen lassen sich aus unserer Sicht nur erzielen, wenn flächendeckend kostenfreie Bildungsangebote, die zudem niederschwellig sind, bereitgestellt und frequentiert werden. Darüber hinaus benötigen wir in allen Bildungssegmenten qualifiziertes Personal, das auch adäquate Beschäftigungsbedingungen vorfindet."

Der Bundesverband möchte die nächsten Wochen dazu nutzen, eine detaillierte Analyse der Studienergebnisse durchzuführen.


Quelle: Pressemitteilung des BMBF und des Bundesverbands Alphabetisierung und Grundbildung vom 7.5.2019

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