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Wege zur finanziellen Grundbildung

Ines Nowack

07.11.2016 | Soziale Arbeit, Forschung | Nachrichten

Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) forscht und entwickelt im Dialog mit Sozialer Arbeit.

Die private Überschuldung von Millionen Menschen in Deutschland hat vielfältige Ursachen. Sie zu überwinden oder gar zu vermeiden wird jedoch ohne Grundkompetenzen für Alltag und Lebensführung kaum möglich sein. Große Forschungsprojekte (PIAAC-Studie oder leo. – Level-One Studie) zeigen, dass es fast einem Fünftel der Erwachsenen in der Bundesrepublik an elementaren, schriftsprachlichen, alltagsmathematischen und informationstechnischen Kompetenzen fehlt, die eigentlich nach einem mindestens neun- oder zehnjährigen Schulbesuch erwartet werden müssen.

Strategien für eine vernetzte finanzielle Grundbildung und lebensweltorientierte Lernkonzepte und -räume für Menschen mit geringer Grundbildung werden immer wichtiger. Mit seinen CurVe-Forschungsprojekten widmet sich das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE) in Bonn dieser bisher in der Bildungspraxis wenig wahrgenommenen Herausforderung. Gefördert wird seine Arbeit vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener.

Grundlegend für neue Strategien wurde der befruchtende Dialog zwischen Erwachsenenbildung und Sozialer Arbeit. Von 2013 bis 2015 erforschten DIE-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst mit der Expertise von Fachleuten der Schuldnerberatung persönliche Kenntnisse und Fähigkeiten entlang des gesamten Geldflusses, die im Alltag notwendig sind. Sie entwickelten daraus das CurVe-Kompetenzmodell Finanzielle Grundbildung, loteten neue Lernkonzepte wie Elternwerkstätten für Taschengeld aus und entwickelten Fortbildungen, die Multiplikatoren sensibilisieren sollen.

Will finanzielle Grundbildung nachhaltig sein, muss sie weit in die Soziale Bildungsarbeit und die ganze Gesellschaft hineinwirken können. Dafür setzt sich nun das Institut mit einem wissenschaftlichen Nachfolgeprojekt (CurVe II) ein, zusammen mit Praxispartnern der Sozialen Arbeit. Ziele bis 2020 sind unter anderem ein trägerübergreifendes Curriculum, Fortbildungen und Lernangebote für Lehrende. Multiplikatoren und Öffentlichkeit sollen in Sensibilisierungs-Workshops angesprochen werden. Aber auch mit Mitteln der Kunst wollte man sensibilisieren. In der Ausstellung „Worte zählen – Alphabetisierung und Finanzielle Grundbildung“ stellten fünf Künstlerinnen ihren Blick auf neue Bildungswege vor.

Details zu den CurVe- und CurVe II-Projekten, Ergebnissen sowie Veranstaltungen und Praxismaterialien für Akteure der finanziellen Grundbildung finden Sie unter www.die-curve.de

Mehr zum DIE unter www.die-bonn.de

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Heidrun Kiessl: Systemische Ansätze in der Heilpädagogik. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2019. 170 Seiten. ISBN 978-3-17-033064-1.
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