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Unterschätztes Risiko: Junge Männer konsumieren häufiger Cannabis

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnen vor den Risiken des Cannabiskonsums. Wie neue Studienergebnisse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zeigen, ist der Konsum von Cannabis bei 12- bis 25-Jährigen in Deutschland in den vergangenen Jahren angestiegen.

So gaben 16,8 Prozent der 18- bis 25-Jährigen an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2008 waren es noch 11,6 Prozent. Besonders deutlich ist der Anstieg bei jungen Männern in dieser Altersgruppe. Aktuell gibt etwa jeder Vierte (22,9 Prozent) an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis zu sich genommen zu haben (2008: 14,8 Prozent).

Marlene MortlerDrogenbeauftragte der Bundesregierung setzt sich dafür ein, Cannabis nicht weiter zu verharmlosen und fordert mehr Prävention. Die ständige Debatte um die Legalisierung führe in die falsche Richtung. Sie suggeriere gerade den Jüngeren, Cannabis sei eine ungefährliche Substanz. "Das ist schlicht und einfach falsch!", so Mortler. Cannabis von heute hat mit der vergleichsweise schwachen Droge von vor 20 Jahren wenig gemein. Ziel müsse es weiterhin sein, die Menschen davon zu überzeugen gar nicht zu kiffen, anstatt ihnen den Weg zum nächsten Joint so leicht wie möglich zu machen.“

Auch bei den 12- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen wird häufiger Cannabis konsumiert. Aktuell geben 9,5 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Im Jahr 2011 waren es 6,2 Prozent.

Dr. Heidrun ThaissLeiterin der BZgA, weist darauf hin, dass Cannabis als psychoaktive Substanz die Gehirnentwicklung beeinträchtigen und zu Persönlichkeitsstörungen führen kann, insbesondere, wenn bereits in jungen Jahren regelmäßig konsumiert wird. Hinzu komme die Gefahr, dass viele Cannabissorten heutzutage sehr hohe THC-Konzentrationen aufweisen und die schädigende Wirkung dadurch potenziert werde.

Das Internetportal www.drugcom.de bietet aktuelle und wissenschaftlich fundierte Informationen rund um das Thema Cannabis. Außerdem kann im Online-Selbsttest „Cannabis-Check“ der eigene Umgang überprüft werden. Zur Konsumreduzierung gibt es zudem im Internet das individualisierte Verhaltensänderungsprogramm „Quit the shit“. Es kann kostenfrei und anonym genutzt werden und hat in verschiedenen Studien seine Wirksamkeit bestätigt. Das BZgA-Suchtberatungstelefon ist erreichbar unter Tel. 0221 – 89 20 31.

Im Rahmen der BZgA-Studie „Alkoholsurvey“ wurden für den Teilband „Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2016“ im Zeitraum März bis Juni 2016 insgesamt 7.003 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt.

 Der vollständige Bericht der BZgA-Befragung „Der Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2016“ steht bereit unter:http://www.bzga.de/forschung/studien-untersuchungen/studien/suchtpraevention/

 Ein Infoblatt mit zentralen Studienergebnissen finden Sie unter:https://www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/suchtpraevention/


Quelle: BMG-Pressemitteilung vom 21. Juni 2018

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