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Tariflöhne in Betreuungsvereinen unbezahlbar?

Betreuungsvereine sind nicht mehr in der Lage, Tariflöhne zu refinanzieren. Darauf verwies Hennes Göers, Vorstandsmitglied beim Bundesverband der Berufsbetreuer/innen (BdB) und Geschäftsführer des Betreuungsvereins Bremerhaven im Rahmen von Gesprächen mit den rechtspolitischen Sprechern Friedrich Straetmanns, DIE LINKE, und Dr. Jürgen Martens, FDP. In den kommenden Wochen möchte der BdB diese Gespräche fortsetzen und mit allen rechtspolitischen Sprechern aller Bundestagsfraktionen führen.

Göers sprach im Auftaktgespräch gegenüber beiden Politikern von einem bestehenden Missverhältnis zwischen den unterschiedlichen Tarifsystemen des öffentlichen Dienstes im Vergleich zur Finanzierung der Betreuungsvereine. Die fehlenden Vergütungsanpassungen beträfen nicht nur selbstständige Betreuer, sondern wirken sich auch auf angestellte Vereinsbetreuerinnen und –betreuer aus. Um die Vergütung von qualifizierten Fachleuten zu refinanzieren, komme es derzeit zu Mehrarbeit bis zu einem Drittel der Jahresarbeitszeit. „Nur durch geschickte Organisation, ein ausgeklügeltes Delegieren von Aufgaben und der Inanspruchnahme von kaum noch vorhandenen Rücklagen lassen sich Betreuungsvereine heute noch managen", so Göers. Das Gleiche gilt laut Göers auch für die fachliche Unterstützung der Ehrenamtlichkeit. Um diese Querschnittsarbeit als Kernaufgabe von Betreuungsvereinen zu leisten, reichten die Zuschüsse der Länder bei weitem nicht aus, um die Personal- und Sachkosten zu tragen. „In manchen Bundesländern werden nur zwischen zehn und 20 Prozent der Kosten einer Vollzeitstelle getragen. Gleichzeitig betont die Politik das Primat der Ehrenamtlichkeit", machte Göers auf einen grundsätzlichen Widerspruch aufmerksam. 


Quelle: Presseinformation des Bundesverbandes für Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer vom 2. August 2018

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