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Psychotherapeutenausbildung braucht Soziale Berufe

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge begrüßt zwar grundsätzlich den Arbeitsentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung des Bundesgesundheitsministeriums. Allerdings zeigt er sich nicht völlig überzeugt. 

Er befürchtet vor allem eine psychologische Verengung in der Ausbildung von Kinder- und Jugendlichentherapeutinnen und -therapeuten, die nicht ausreichend auf eine adäquate Betreuung von unterstützungsbedürftigen Kindern und Jugendlichen vorbereitet. Die Erfahrungen zeigten, dass hierfür pädagogische, sozialpädagogische sowie auch rehabilitationswissenschaftliche und heilpädagogische Erkenntnisse und Expertise nötig sind.

„Viele Kinder und Jugendliche, die Unterstützung benötigen, haben beispielsweise Probleme in der Schule und mit ihrem sozialen Umfeld oder sind gar obdachlos. Hier liegen meistens keine ausschließlich psychischen Erkrankungen zugrunde. Sie brauchen Hilfestellungen, die ein rein psychologischer Ansatz nicht erfüllen kann", sagt Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge. Das psychologische Element dürfe daher das Soziale nicht aus der Ausbildung verdrängen.

Expertise der Sozialberufe berücksichtigen und Quereinstieg offenhalten 

Der Deutsche Verein fordert wiederholt in seiner Stellungnahme zum Arbeitsentwurf, dass die Expertise und Erfahrung der akademischen Sozialberufe nicht vernachlässigt werden darf und im ausreichenden Maße berücksichtigt werden sollten. Ebenso müsse es Möglichkeiten für einen Quereinstieg für Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelor- und Masterabschluss der Sozialen Arbeit inklusive Heilpädagogik sowie der Erziehungswissenschaft geben, der den Zugang zur ersten psychotherapeutischen Prüfung offen hält.

Die ausführliche Stellungnahme ist abrufbar unter www.deutscher-verein.de/de/uploads/empfehlungen-stellungnahmen/2018/dv-19-18_psychotherapeutenausbildung.pdf


Quelle: Presseinformation des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge vom 25. September 2018

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