Präventionsinitiative in der Büro- und Wissensarbeit

06.09.2017 | Sozialmanagement | Nachrichten

Noch herrscht in vielen Unternehmen Unsicherheit, wie sie auf die vielfältigen Veränderungen der Arbeitswelt reagieren sollen. Die gesetzliche Unfallversicherung VBG startet deshalb die Initiative „Mitdenken 4.0 – Neue Präventionsansätze für Arbeitsprozesse in der Büro- und Wissensarbeit".

Ziel ist es, den Unternehmen auf Basis aktueller Forschungsergebnisse Handlungshilfen für die betriebliche Praxis bereitzustellen. Dabei sollen Branchen mit besonders hohem Anteil an Büro- und Wissensarbeit in die Projektarbeit einbezogen werden. Mit an Bord sind gewichtige Partner der Sozialpolitik: die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) und der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV Versicherungen).

Während sich die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Industrie gerade erst abzeichnen, haben sich Arbeitsprozesse und Tätigkeitsprofile insbesondere in der Büro- und Wissensarbeit schon seit Jahren und mit zunehmender Dynamik verändert. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. Arbeitsorganisation, Führungs- und Teamqualität sowie individuelles Handeln rücken in den Fokus. Ziel ist es, die Gesundheit und Motivation der Beschäftigten unter den sich wandelnden Bedingungen zu erhalten und zugleich den betrieblichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten Rechnung zu tragen – je nach Branche, Geschäftsmodell und Unternehmenskultur. Als Themenschwerpunkte hat die VBG indirekte Steuerung, erweiterte Erreichbarkeit und permanente Change-Prozesse identifiziert

Erstes Forschungsergebnis zur indirekten Steuerung/Führen über Ziele

Zum Start legt die Initiative „Mitdenken 4.0" umfangreiche Ergebnisse eines VBG-Projekts zum Thema „indirekte Steuerung" vor. Die VBG hatte dazu ein Team der Fachhochschule Nordwestschweiz mit einer Studie beauftragt. Die Leitung hatte Prof. Dr. Andreas Krause, Professor und Dozent für Angewandte Psychologie, Studiengangsleiter CAS Betriebliches Gesundheitsmanagement. Indirekte Steuerung basiert auf Führung, die sich auf das Erreichen der gesetzten Ziele und Kennzahlen konzentriert. Hierfür wird stärker als bisher Verantwortung auf Beschäftigte übertragen. Dr. Susanne Roscher, Projektleiterin von „Mitdenken 4.0" und leitende Arbeitspsychologin der VBG, fasst das Ergebnis zusammen: „Gute indirekte Steuerung mit Führung über Ziele bietet viele Chancen und erhöht die Zufriedenheit der Beschäftigten durch eine hohe Autonomie in der eigenen Arbeit. In unserer Beratung erleben wir immer wieder, dass Führung über Ziele auch unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. Wenn diese zu starr gesetzt werden und Kennzahlensysteme zu wenige Handlungsspielräume bieten, sinken Produktivität, Arbeitsqualität und Motivation. Das Bemühen, die vereinbarten Ziele zu erreichen, geht oftmals auch mit einer Gefährdung der eigenen Gesundheit der Beschäftigten einher. Unser Faktenblatt liefert wertvolle Hinweise, wie die Nebenwirkungen vermieden und indirekte Steuerung gut gestaltet werden kann."

Mehr Informationen bietet die gesetzliche Unfallversicherung VBG,  das Faktenblatt zur indirekten Steuerung sowie Kontakt zur Initiative unter Auf der Webseite http://www.vbg.de/mitdenken4null 


Quelle: VBG-Presseinformation vom 6. September 2017