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Neues Lernlabor an der Universität Osnabrück eingerichtet

Berufsbildende Lehramtsausbildung im Klassenraum, im Pflegezimmer, zu Hause und in anderen berufspraktischen Situationen - alles unter einem Dach

Die Lehramtsstudiengänge für berufsbildende Schulen mit den beruflichen Fachrichtungen Gesundheitswissenschaften, Pflegewissenschaft und Körperpflege gehören seit vielen Jahren zu dem etablierten Studienangebot an der Universität Osnabrück. Um die Studiengänge aktuellen didaktischen Anforderungen anzupassen, wurde am Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB) in der Abteilung ‚Didaktik der Humandienstleistungsberufe‘ ein Lernlabor eingerichtet, das es angehenden Berufsschullehrerinnen und -lehrern im Studium ermöglicht, fachdidaktische, fachpraktische und fachwissenschaftliche Themen zu bearbeiten und zu erforschen.

Das von der Abteilungsleiterin Prof. Dr. Ursula Walkenhorst und ihrem Team (Tim Herzig / Kristin Niemann / Sandrina Bolte) seit 2015 entwickelte Projekt, kann nun in die universitäre Lehre integriert werden. Das Lernlabor, das in seiner Bezeichnung bereits den Auftrag und den vielfältigen Nutzen widerspiegelt (‚Interprofessional lab of teaching and learning for health and human services Osnabrück – ILTHOS‘), stellt eine neue und innovative Lern- und Forschungsumgebung in der universitären Lehramtsausbildung dar.

„Die Integration des Lernlabors auf der Grundlage des Skills-Lab-Konzeptes, eines Ansatzes, der aktuell in Deutschland in der Medizinerausbildung sowie in der beruflichen Ausbildung im Gesundheitswesen genutzt wird, bietet moderne Möglichkeiten für Lehre und Forschung in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung in Osnabrück", so Prof. Walkenhorst. Grundlage bilden wichtige Ziele in der universitären Lehramtsausbildung – nämlich die kritische Reflexion der eigenen Handlungen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern sowie die wissenschaftliche Reflexion bestehender didaktischer Ansätze und Methoden.

Das ILTHOS vereint auf ca. 115 Quadratmeter mögliche Handlungsräume (labs) von angehenden Berufsschullehrerinnen und -lehrern unter einem Dach: hierzu gehören der traditionelle Klassenraum (teaching lab), ein Fertigkeitenlabor (skills-lab) in dem berufspraktische Situationen nachgebildet sind sowie ein häusliches Umfeld (living-lab), das zukünftig eine größere Bedeutung in der Gesundheitsversorgung darstellen wird.

Jedes Labor ist neben der sächlichen Ausstattung mit mindestens einer fest installierten Kamera sowie zusätzlichen mobilen Kameras, die für Detailaufnahmen genutzt werden können, ausgerüstet. Auf diese Weise können Lehr- und Lernsituationen aufgenommen und im Anschluss gemeinsam mit Studierenden besprochen und reflektiert werden. „Insbesondere die Reflexion und die kritische Betrachtung der eigenen Handlungen fallen leichter, wenn mit Hilfe von Videotechnik einzelne Situationen wiederholt angesehen werden können”, so Tim Herzig. Und seine Kolleginnen Sandrina Bolte und Kristin Niemann fügen hinzu: „Mit der entsprechenden Kamera- und Softwaretechnik können alle Simulationen digitalisiert werden. Den Studierenden wird so zusätzlich die Möglichkeit gegeben, ihre Medienkompetenz bei der Durchführung und Nachbereitung auszubauen."

Entsprechend der didaktischen Anwendungsbereiche wird darüber hinaus die Weiterentwicklung der Hard- und Software Lösungen mit dem Zentrum für Informationsmanagement und Virtuelle Lehre der Universität Osnabrück (virtUOS) vorangebracht. Leicht verschiebbares Mobiliar ermöglicht den Auf- und Umbau der Lernsettings in den Laborräumen, wie beispielsweise ein im Krankenhaus nachempfundenes Pflegezimmer, ein Physiotherapieraum, ein Empfangsbereich in einer medizinischen Praxis oder ein für die Kosmetologie benötigtes Frisiersetting. 

Das Spezifische an der berufsbildenden Lehramtsausbildung – der Praxisbezug zu den verschiedenen gesundheitsbezogenen Dienstleistungen – wird damit in dem Lernlabor in den unterschiedlichen Facetten abgebildet.

Das Skills-Lab spiegelt die Fachbereiche der zu studierenden Fachrichtungen Gesundheitswissenschaften, Pflegewissenschaften und Kosmetologie wider. Das Living Lab ist einer alltäglichen Wohnung nachempfunden und für das Lehren und Lernen im Rahmen von ambulanten und interprofessionellen Behandlungen vorgesehen. Simulationspatientinnen und -patienten, -kundinnen und -kunden sowie -schülerinnen und -schüler helfen, Situationen für angehende berufsbildende Lehrerinnen und Lehrer so alltagsnah wie möglich darzustellen, indem sie beispielsweise eine Patientin im Krankenhaus simulieren.

Bereits im Bachelor-Studiengang werden grundlegende Inhalte des Konzeptes in die Lehre eingebunden und fortan mit den Studierenden erarbeitet. Abschlussarbeiten und fachrichtungsbezogene Projekte zu ausgewählten Forschungsfragen dieser Lehr- und Lernumgebung unterstützen die wissenschaftliche Arbeit. Parallel findet die Projektarbeit in den Bereichen Lehre, Forschung und Entwicklung mit Kooperationspartnerinnen und -partnern aus den berufsbildenden Schulen sowie den Studienseminaren aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen statt.


Quelle: Pressemitteilung der Universität Osnabrück vom 16. Dezember 2016

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Heribert Prantl: Was ein Einzelner vermag. Süddeutsche Zeitung Edition (München) 2016. 240 Seiten. ISBN 978-3-86497-352-9.
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