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Neue Studie zur Ermittlung der Versorgungspräferenzen von Menschen mit Demenz

Neben dem renommierten Alzheimer-Forschungspreis vergibt die Frankfurter Hans und Ilse Breuer-Stiftung seit 2006 bis zu drei Promotionsstipendien jährlich, um auch den wissenschaftlichen Nachwuchs der Demenz-Forschung zu fördern. Eines dieser Promotionsstipendien hat 2021 Wiebke Mohr vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) e.V., AG Translationale Versorgungsforschung, erhalten.

Derzeit existiert keine heilende Behandlung für Demenz. Zwar besteht mit dem kürzlich in den USA zugelassenen Alzheimer-Medikament Aducanumab Hoffnung auf eine Verlangsamung des Verlaufs dieser Form der Demenz. Dennoch sind Menschen mit Demenz (MmD) auf eine personenzentrierte Versorgung und Pflege angewiesen, um ein Leben mit hoher Lebensqualität in der eigenen Häuslichkeit so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Dazu führt das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) eine neue Studie durch.

Das von der Hans und Ilse Breuer-Stiftung für drei Jahre geförderte Projekt PreDemCare hat zum Ziel, die Versorgungspräferenzen von MmD zu ermitteln. „Besonders wichtig ist die frühzeitige Patientenbeteiligung, um Selbstverantwortung, Selbstbestimmung und Autonomie der Betroffenen zu stärken", sagt Wiebke Mohr, Projektkoordinatorin, Stiftungsstipendiatin und Doktorandin am DZNE.

Für MmD kann die aktive Teilnahme an medizinischen, pflegerischen und versorgungsrelevanten Entscheidungen jedoch eine große Herausforderung darstellen. Die kognitiven Beeinträchtigungen führen dazu, dass komplexe Entscheidungsprozesse unter Berücksichtigung mehrerer Entscheidungskriterien nur noch bedingt möglich sind. Jedoch ist es für die gesetzlich verankerte und sozialrechtlich gewünschte Beteiligung von Betroffenen erforderlich, die Bedürfnisse, Wünsche und Präferenzen von MmD zu kennen und diese bei alltäglichen Versorgungsentscheidungen zu berücksichtigen. Zur Ermittlung von Präferenzen existieren international bereits anerkannte Verfahren. Diese bieten die Möglichkeit, durch Aufgliederung einer komplexen Entscheidung in mehrere vereinfachte Auswahlentscheidungen, MmD bei Entscheidungen, welche ihre eigene Gesundheit und Versorgung betreffen, zukünftig besser als bisher zu unterstützen und zu beteiligen.

Weitere Informationen

Projektseite „PreDemCare" des DZNE: https://www.dzne.de/forschung/studien/projekte-der-versorgungsforschung/predemcare/


Quelle: Pressemitteilung der Hans und Ilse Breuer-Stiftung und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen vom 08.07.2021

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