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Mehrheit für Ehe für alle

Wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) mitteilte, ist die Mehrheit der Deutschen  für eine rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben – auch in Bezug auf die Ehe. Zu diesem Ergebnis kommt eine eigene repräsentative Studie, die ADS zum Auftakt des Themenjahrs für sexuelle Vielfalt „Gleiches Recht für jede Liebe“ veröffentlichte.

Die bevölkerungsrepräsentative Umfrage zu den Einstellungen der Menschen gegenüber Homo- und Bisexuellen wurde von  Prof. Dr. Beate Küpper von der Hochschule Niederrhein geleitet. Das Sozialwissenschaftliche Umfragezentrum (SUZ) hatte dafür zwischen demim November 2017 insgesamt 2.013 Personen zu Themen wie rechtlicher Gleichstellung, der Sichtbarkeit von Homosexualität in der Öffentlichkeit oder dem Umgang mit sexueller Vielfalt in der Schule befragt.

"Die Zustimmung zur Gleichstellung bei der Ehe war noch nie höher – das zeigt, dass die Gesellschaft hier viel weiter ist als die Politik", so die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Christine Lüders

Bislang gelten in Deutschland Sonderregelungen für eingetragene Partnerschaften zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren im Vergleich zur Ehe zwischen heterosexuellen Paaren. Es sei ein trauriges Zeichen, so Lüders, dass es in Deutschland anders als in 14 Staaten Europas noch immer keine Ehe für alle gebe.

Lüders: Gesetzgeber zögert hinaus, was für Mehrheit selbstverständlich ist

"Der Gesetzgeber darf nicht länger hinauszögern, was eine Mehrheit längst für selbstverständlich hält. Wir brauchen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und die vollständige rechtliche Gleichstellung, auch bei der Adoption", erklärte Lüders.

Stereotype wirken in der Bevölkerung fort'

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Zwar finden nahezu alle (95 Prozent) der Befragten gut, dass homosexuelle Paare gesetzlich vor Diskriminierung geschützt werden, trotzdem sind Vorurteile oder abwertende Einstellungen noch tief verankert. So gaben 38 Prozent der Befragten an, dass sie es „sehr“ oder „eher“ unangenehm fänden, wenn zwei Männer in der Öffentlichkeit ihre Zuneigung zeigten. Rund 18 Prozent bezeichneten Homosexualität gar als „unnatürlich“.

Mehr Informationen unter www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ThemenUndForschung/Sexuelle_Identitaet/Themenjahr_2017/Themenjahr2017_node.html


Quelle: Pressemitteilung der Antidiskriminierungsstelle vom 12. Januar, www.antidiskriminierungsstelle.de

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