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Mediale Herausforderungen für Heranwachsende interdisziplinär beleuchtet

Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen forderterten von der 12. Interdisziplinären Tagung des JFF – Institut für Medienpädagogik und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien vor allem mehr Transparenz der Geschäftsmodelle der Medienanbieter.

Zu diesem und anderen Ergebnissen kamen sie in ihrer Diskussion medialer Herausforderungen im Übergang zwischen Kindheit und Jugend. Im Fokus standen dabei die Medienvorlieben und das Online-Handeln der Heranwachsenden unter den gegebenen medialen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

JFF-Vorstand Prof. Dr. Bernd Schorb betonte, dass Kinder vielfältige Übergänge zu bewältigen haben und ihnen in dieser Altersstufe mehr und mehr Verantwortung zugeschrieben wird. Martin Gebrande, Geschäftsführer der BLM, hob hervor, dass die Heranwachsenden auch Unterstützung von ihren Eltern brauchen, um kompetent mit Medien umgehen zu lernen.

Prof. Dr. Maria von Salisch (Universität Lüneburg) bezeichnete die gleichaltrigen Peers als „einzigartige Entwicklungshelfer“ für diese Zeiten des Übergangs in der Pubertät, die eine wichtige Ressource zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben darstellen. Prof. Dr. Rudolf Kammerl (Universität Erlangen-Nürnberg) stellte heraus, dass das sozio-emotionale Klima in der Herkunftsfamilie einen wichtigen Faktor in dieser Altersspanne bildet. Stephan Dreyer (Hans-Bredow-Institut Hamburg) beschrieb Kindheit als sozial und rechtlich umhegten Schutzraum, in deren Verlauf bis zum Jugendalter die Grundrechte der Heranwachsenden ausgeweitet und gleichzeitig die mandatsmäßigen Schutzrechte der Eltern zurückgefahren werden. Dr. Ulrike Wagner, Direktorin des JFF, stellte anhand aktueller empirischer Ergebnisse dar, welche Rolle die Medien in dieser Altersgruppe spielen und wo die Heranwachsenden Unterstützung benötigen.

Es wurde resümmiert, dass Kinder, Jugendliche, deren Eltern und pädagogisch Tätigenur unzureichend in der Lage seien, Strukturen und Abhängigkeitsverhältnisse innerhalb der Online-Medien zu erkennen und ihr Handeln entsprechend auszurichten. Idealerweise könnten nach Expertenansicht dazu flächendeckend Workshops für alle Beteiligten angeboten werden. Ergänzend dazu sei  es Aufgabe in Form einer digitalen Staatsbürgerkunde die Bürger und Bürginnen – allen voran die Heranwachsenden – zu befähigen, die Mechanismen der Medien zu durchschauen und sie damit zu selbstbestimmter Teilhabe an der Gesellschaft zu befähigen. Letztlich sei das auch Teil eines übergreifenden Konzeptes von Verbraucherschutz.

Schließlich sei aber in Betracht zu ziehen, dass im Prozess des Erwachsenwerdens Grenzen ausgelotet und überschritten werden, Abgrenzungsprozesse stattfinden und eine Emanzipation von den Erwachsenen im Medienhandeln stattfindet. Insofern soll das Entdecken und das Nutzen der Medien nicht nur auf den Schutz der Kinder und Jugendlichen fokussiert werden, sondern es müssen Experimentierräume bestehen bleiben, um sich selbst auszuprobieren und eigene Positionen zu finden.

Weitere Informationen und alle Vorträge der Tagung unter www.id-tagung.de

Die Ergebnisse der JFF-Monitoring-Studie finden Sie unter http://jugendkonferenzen.de/act-on/wp-content/uploads/2016/11/Act-on_Schlussreport_2016_web.pdf


Quelle: Pressemitteilung des Institutes für Medienpädagogik in Forschung und Praxis am 5. Dezember 2016

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