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Leistungsdschungel für Familien und Kinder lichten

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. formuliert Eckpunkte zur Weiterentwicklung des Systems monetärer Unterstützung von Familien und Kindern – und fordert anlässlich der Vorstellung der „Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistungen" durch das Bundesfamilienministeriums ein Gesamtkonzept.

Berlin. Das derzeitige System monetärer Unterstützung von Familien und Kindern ist kompliziert, organisatorisch zersplittert und birgt zahlreiche Wechselwirkungen und Inkonsistenzen in sich. Nach Meinung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. wird es vielfach der Lebenswirklichkeit von Familien nicht mehr gerecht. Notwendig ist ein konsistentes Gesamtkonzept der Kinder- und Familienförderung. Diskutiert und weiterentwickelt müssten unter anderem die Bereiche Kindergeld, Elterngeld und Steuerrecht. „Das System monetärer Maßnahmen für Familien und Kinder wird schon so lange kritisiert, diskutiert, evaluiert – die Weiterentwicklung muss auch endlich in Angriff genommen werden!“ fordert Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V., anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der Gesamtevaluation der ehe- und familienbezogenen Leistung des Bundesfamilienministeriums. „Auch wenn dies sicherlich eine komplexe Aufgabe darstellt, muss sie in der kommenden Legislaturperiode dringend angegangen werden.“ Ein grundlegendes strukturelles Problem stellen beispielsweise die unterschiedliche Definition und Bemessung der Mindestbedarfe für Kinder in den verschiedenen Systemen dar. Die Entwicklung eines einheitlichen, nachvollziehbaren und bedarfsgerecht berechneten Existenzminimums als Ausgangspunkt für alle Systeme ist dringend erforderlich. Ebenso ist der Familienlasten- und -leistungsausgleich weiterzuentwickeln. In seinem Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung des Systems monetärer Unterstützung von Familien und Kindern definiert der Deutsche Verein die maßgeblichen Ziele, die monetäre Leistungen für Familien verfolgen sollen. Dazu gehören die Absicherung, Förderung und gesellschaftliche Teilhabe von Kindern und Familien, die Verwirklichung von Lebensentwürfen und Berücksichtigung der Lebenslagen aller Familien und eine gleichstellungsorientierte Förderung von Frauen und Männern. Enthalten ist auch eine Bestandsaufnahme, die zeigt, in wieweit diese Ziele im derzeitigen System erreicht werden und benennt Probleme. Der Deutsche Verein mahnt dringend erste Schritte an, um das derzeitige System weiterzuentwickeln auf dem Weg zu einem konsistenten Gesamtkonzept der Unterstützung von Familien und Kinder. Die Eckpunkte sind in Kürze unter www.deutscher-verein.de verfügbar. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. ist das gemeinsame Forum von Kommunen und Wohlfahrtsorganisationen sowie ihrer Einrichtungen, der Bundesländer und Vertretern der Wissenschaft für alle Bereiche der sozialen Arbeit und der Sozialpolitik. Er begleitet und gestaltet durch seine Expertise und Erfahrung die Entwicklungen u.a. der Kinder-, Jugend- und Familienpolitik, der Sozial- und Altenhilfe, der Grundsicherungssysteme, der Pflege und Rehabilitation.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. vom 20.06.2013

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Buchcover

Olaf Dörner, Peter Loos, Burkhard Schäffer u.a. (Hrsg.): Dokumentarische Methode. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2019. 154 Seiten. ISBN 978-3-8474-2074-3.
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