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Inklusion 4.0 mit digitalem Assistenten

07.08.2017 | Behindertenhilfe | Nachrichten

Wie die Digitalisierung Arbeitsplätze für Menschen schaffen kann, die es sonst schwer haben, im Berufsleben Fuß zu fassen zeigt das Beispiel der Schubs GmbH. Hier montieren Menschen mit Behinderung Schaltschränke. Ein digitaler Assistent leitet sie dabei an und projiziert jedes Bauteil dorthin, wo es festgeschraubt werden muss. Bei der Entwicklung erhielt Schubs Unterstützung von „Mit uns digital!", dem Industrie-4.0-Zentrum für Niedersachsen und Bremen. Kleine und mittlere Unternehmen können sich dort mit einer Idee bewerben und erhalten kostenfrei Hilfe bei der Umsetzung.

Komplizierte Aufbaupläne und gedruckte Stücklisten gehören bei Schubs bald der Vergangenheit an. Ein Beamer projiziert den Bauplan künftig direkt auf die Montageplatte des Schaltschranks. Der Werker nimmt sich ein Bauteil, hält es unter einen Scanner – und schon wird direkt im Schrank die Stelle angezeigt, an der er es befestigen muss. Für diese Arbeit sind weder technische Vorkenntnisse nötig noch eine lange Einarbeitung, ja nicht einmal Deutschkenntnisse. Die Mitarbeiter müssen keine Stücklisten mehr vergleichen und abhaken – das übernimmt der digitale Assistent. Der Computer erkennt auch, wenn ein Bauteil fehlt oder der Werker ein falsches Teil nimmt, das nicht in den Schaltschrank gehört. Fehler werden dadurch fast ausgeschlossen. So können auch ungelernte Arbeiter Schaltschränke montieren.

Bei Schubs sind es 14 Menschen mit Behinderungen, die dauerhaft einen Arbeitsplatz in der Schaltschrank-Montage erhalten sollen. „Wir arbeiten seit über 20 Jahren mit Werkstätten für Menschen mit Behinderungen zusammen", sagt Schubs-Geschäftsführer Axel Schulz. „Die Mitarbeiter sind sehr motiviert und loyal." Künftig sollen sie Aufgaben übernehmen, die bisher von Fachkräften erledigt werden, die mittlerweile rar geworden sind.

Die Vision, Montageprozesse digital zu unterstützen, hatte Schulz schon vor Jahren. Für die Umsetzung bewarb er sich jetzt bei „Mit uns digital!" und ehrielt die Unterstützung der Ingenieure des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) gGmbH, die einen Softwaredemonstrator entwickelten, der sich intuitiv bedienen lässt, und die Hardware zusammenstellten. 

Mehr Informationen unter www.mitunsdigital.de/angebote/umsetzung


Quelle: Presseinformation von IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH vom 27.Juli 2017

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Klaus-Peter Hufer: Argumentations­training gegen Stammtischparolen. Wochenschau Verlag (Schwalbach/Ts.) 2016. 10. Auflage. 117 Seiten. ISBN 978-3-87920-054-2.
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