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Ich fühle Zuversicht

Dr. Jos Schnurer

16.02.2016

Collage, zusammengestellt von Dr. Jos Schnurer
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Mit dem Beitrag „Angst isst Seele auf“ [1] habe ich einige Literaturhinweise als Anregungen für eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Angst“ in Schule und Erwachsenenbildung gegeben. Mit der Aufforderung zur Zuversicht sollen diese Aspekte ergänzt und erweitert werden. Etwas mit Zuversicht angehen ist ein optimistischer Rat, der in der Praxis des Lebens immer wieder gegeben wird; im Gegensatz zu der pessimistischen Einstellung des Zweifelns und der Unentschlossenheit. Besonders Menschen, die in ihrer Identität unsicher sind, neigen in Situationen von Krisen und Unwägbarkeiten dazu, ein halb gefülltes Glas eher halbleer als halb voll zu sehen. In ihren Einstellungen, ihrem Denken und Handeln sind sie gewissermaßen im Pessimismus gefangen, der von Ängsten und Katastrophenerwartungen und –befürchtungen gespeist wird. Der Journalist Jan Ross rät deshalb in der Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zum Jahreswechsel dazu: „Fürchtet euch nicht!“ [2]. Dabei bezieht er sich auf die mittlerweile im globalen Talk eingeführte Bezeichnung einer kollektiven, den Zustand einer Gesellschaft benannten Haltung: „German Angst“. Sie drückt aus, dass es scheinbar eine kollektive Einstellung gibt, wie Menschen Situationen, Entwicklungen und gesellschaftspolitische Entwicklungen betrachten, einschätzen und werten: positiv oder negativ. Die sich daraus ergebenden Einschätzungen zu alltäglichen wie außergewöhnlichen Ereignissen können entweder Gegenwarts- und Zukunftsperspektiven, als auch Horrorszenarien erzeugen, die Menschen kreativ und hoffnungsvoll oder lähmend und panikartig machen können. Jan Ross bezieht sich mit seinem Rat u. a. auf die Einstellungen des US-Präsidenten Franklin Roosevelt, dem der Satz zugeschrieben wird: „Das Einzige was wir zu fürchten haben, ist die Furcht selbst“. Allerdings: Die Aussage „Ich habe vor nichts Angst!“ ist unglaubwürdig und falsch. Denn angstfrei zu leben bedeutet ja nicht, sich selbst überschätzend oder naiv davon auszugehen, dass „alles gut wird“, vermutlich eher einem „Everything or Anything Goes“ und irrationalen Erwartungshaltungen, denn einer realistischen, kritischen und skeptischen Betrachtung folgend. Im philosophischen Denken hat der Optimismus immer schon einen bedeutsamen Stellenwert eingenommen. Der antike griechische Philosoph Aristoteles war mit  „euzôia“ überzeugt, dass jeder Mensch nach einem guten Leben strebt, indem er zum Ausdruck brachte, dass ein gutes Leben gleichbedeutend mit einem glücklichen, gelingenden Dasein sei, das nur durch gutes Denken und Handeln erworben werden könne [3]. Der aus dem Lateinischen stammende Begriff „optimum“ drückt deshalb „das Beste“ aus. Der Hannöversche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) ging in seinem Denken davon aus, dass die wirkliche, konkrete Welt die beste aller möglichen Welten sei, weil sie vernünftig geordnet, grundsätzlich erkennbar und durch die grundsätzliche Überlegenheit des Guten gegen das Böse im menschlichen Leben vorhanden wäre [4]. Der Göttinger Anthropologe Helmuth Plessner (1892 – 1985) reagierte auf die politischen und kulturellen Unsicherheiten und Imponderabilien in den 1920er Jahren mit der existentialistischen Betrachtung, dass der Mensch – im Gegensatz zum Tier – „den Sinn des menschlichen Daseins ohne Rückgriff auf jegliche äußere Orientierungsinstanz allein aus dem Faktum seiner geistigen im Gegensatz zu seiner biologischen Existenz“ bestimmen könne, was Jean-Paul Sartre zu der Aussage brachte, dass der Mensch zu seiner „Freiheit verdammt“ sei [5].

Bewusstsein ist mehr als Wachsein

Die existentielle Frage „Wer bin ich?“, die jeder Mensch sich stellt und stellen muss, ist ja für die eigene wie die kollektive Identität die Grundlage für das Menschsein und die Menschlichkeit. Es ist eine philosophische und alltägliche Frage; und die Antworten darauf stellen sich als Selbstverständlichkeiten wie Überraschungen und Entdeckungen dar. Wie aber entsteht unser Bewusstsein? Auch auf diese Frage gibt es philosophische Antworten wie Vermutungen. Eine der Antworten lautet: Aus unserem bewussten Geist. Was aber unser Geist ist, lässt sich wiederum nicht messen und schon gar nicht anschauen; denn unseren Geist spüren wir nur selbst von unserem Innern heraus. Die Vermutung, dass unser Geist in unserem Gehirn entsteht, ruft – neben den Philosophen – diejenigen auf den Plan, die unser Gehirn als ein Organ kennen: Die Neurologen und Psychologen.  „Cogito ergo sum“ („ich denke, also bin ich“), so drückte der französische Philosoph und Naturwissenschaftler René Descartes (1596 – 1650) das Wissen über sich selbst aus, wobei er auswies, dass der Mensch sich seiner Gedanken unmittelbar bewusst sei, während er die Dinge, die von der Außenwelt auf ihn einwirken, nur unmittelbar aufnehme. Es zeigt sich also bereits in dieser frühen philosophischen Zuordnung, dass unser Bewusstsein Bestandteil unseres Geistes und damit unseres individuellen Daseins ist. „Ohne Bewusstsein ist die persönliche Sichtweise aufgehoben, wir wissen nichts von unserer Existenz, und wir wissen auch nicht, dass irgendetwas anderes existiert“. Der portugiesische Neurowissenschaftler von der University of Southern California, António R. Damásio, setzt sich in seinem Buch „Selbst ist der Mensch“ mit zwei spannenden Fragen auseinander: „Wie baut das Gehirn einen Geist auf?“ und „Wie sorgt das Gehirn in diesem Geist für Bewusstsein?“. Damasios Forschungen zum Bewusstsein gehen auf Konfrontation zu der bisherigen, durch Descartes überkommenen Postulate, dass es eine Trennung zwischen Körper und Geist gebe; er geht vielmehr davon aus, dass ein konstitutiver Zusammenhang zwischen Körper und Geist bestehe und sich die Eigenschaften ständig gegenseitig beeinflussten. Die Wirkungen zeigten sich im individuellen und kollektiven Denken und Tun und in der Identitätsentwicklung. Nur ein bewusstes Denken und Handeln kann einen bewussten Geist erzeugen und dazu beitragen, dass Individuum in der Lage ist, Bewusstsein als dynamischen Prozess wahrzunehmen und zu verstehen [6].

Unbewusstes entsteht im Bewussten

“Es gibt keine mentalen Prozesse ohne Realitätsbezug und ohne Vergewisserung der Wirklichkeit, genauso wie es keine Realitätswahrnehmung ohne Bewusstsein gibt“, das ist eine Erkenntnis, die sich bei dem vielfältigen Suchen nach den Ursachen, Zuständen und Wirkungen von bewusstem und unbewusstem Handeln von Menschen in den verschiedenen Lebenssituationen herausbildet [7]. Der Psychoanalytiker Helmut Junker hat an der Gesamthochschule Kassel Psychoanalyse gelehrt. In jungen Jahren ist er als Schriftsteller von Jugendliteratur über die Dritte Welt hervorgetreten; später hat er psychologische Romane und Erzählungen veröffentlicht und sich in Fachbüchern über die Geschichte der Psychoanalyse geäußert. Er lebt in Hamburg und hat weiterhin eine Dozentur an der dortigen Akademie für Psychotherapie, Psychosomatik und Psychoanalyse inne. Als „schreibender Therapeut“ sieht er im Rahmen des psychoanalytischen Theorie- und Praxisdiskurses die Schriftlichkeit als eine tragende Säule an. Mit seinen „Reflexionen veränderter therapeutischer Praxis“ unternimmt er eine Standortbestimmung über den (kontroversen) psychoanalytischen Diskurs. Er plädiert dafür, implizite Erfahrungen bei intersubjektiv bestimmten Therapien einzubeziehen und „Toleranz gegenüber dem schwer verfügbaren Grund, dem Nichtverstehbaren im eigenen und im fremden Selbst“ zu üben. Sein Plädoyer, in der Psychotherapie Intersubjektivität und implizites Gedächtnis stärker in den Blick und in die Praxis zu nehmen, gründet auf der Aufforderung, die Hindernisse und Gefahren, die sich im Bewusstsein des durchaus notwendigen „Über-Selbst“ zeigen, nicht „wortlos“ zu umgehen, sondern seine „Sicherheit des Selbst“ im Dialog mit Kolleginnen und Kollegen zu überprüfen, sich mit seinen Erfahrungen, Fragen und Problemstellungen auf eine Intervision einzulassen und die fachliche und wissenschaftliche Auseinandersetzung durch Schriftlichkeit zu ergänzen; denn „gegenüber der Mündlichkeit unter Anwesenden … bietet die Schriftlichkeit eine eigene Chance: Der Ablauf der Zeit wird unterbrochen, wird angehalten, die Gedanken werden so lange ausgemessen, bis sie sich der beabsichtigten Aussage annähern“. Solche Überlegungen und Denkwerkzeuge für implizite Erfahrungen sind nicht nur für die psychotherapeutische Praxis bedeutsam, sondern auch für dich und mich, hier, heute und morgen in der interdependenten, entgrenzten und globalisierten Welt [8]

Menschen sind grundsätzlich wandelbare Lebewesen

Im Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck wird seit den 1980er Jahren ein Verständnis von transdisziplinären Erziehungswissenschaften gepflegt, bei dem die Historische Anthropologie, Zivilisationsgeschichte, Historische Psychologie, Psychohistorie und eine Reihe weiterer quer zu den disziplinären Ordnungen der Fachwissenschaften liegende Denkrichtungen zusammenarbeiten. Der in Innsbruck und Bozen lehrende Anthropologe und Erziehungswissenschafter Bernhard Rathmayr (em.) gibt, zusammen mit den Innsbrucker Erziehungswissenschaftlerinnen Helga Peskoller und Maria A. Wolf im transcript Verlag die Reihe „Konglomerationen“ heraus. Mit einer interdisziplinären Forschungs- und Praxisdiskussion soll „am Scheideweg der Gegenwart das labile Verhältnis von Absicherung und Entsicherung für künftige Alltagswelten geklärt werden und prinzipiell offen bleiben“. Bernhard Rathmayr legt, gewissermaßen als Ertrag seines „akademischen Lebens“, ein Buch vor, in dem er den Fokus auf die Frage richtet, wie der abendländische Mensch geworden ist, was er ist. Der Hinweis auf ein „relativistisches Menschenverständnis“ belebt den notwendigen Diskurs um eine Bewusstseinserweiterung des Menschseins und die Bemühungen, anthropologische, humanistische und empathische Aspekte in die kontroversen anthropologischen Auseinandersetzungen um Menschenverständnis und -erkenntnis einzubringen [9]

Leben ist eines der schwierigsten!

Weil beim Leben immer auch das Risiko mitspielt! Oder ist Leben eines der natürlichsten Dinge der Welt? Mit solchen Fragen scheinen wir Menschen uns immer wieder schwer zu tun! Denn einerseits bringen alltäglich zum Bewusstsein, dass Ungewissheiten, Unsicherheiten und Krisen unser Leben beeinflussen, stören und bestimmen,andererseits, weil Risiko überall ist und jeweils unterschiedlich wahr genommen und erlebt wird. Beim Versuch, Risiken zu erkennen, einschätzen und mit ihnen umgehen zu lernen, bietet sich dabei zum einen die wissenschaftliche Analyse an, mit der etwas festgestellt und bewertet wird, um die Diagnose in einem Gutachten, einem Regelwerk, einem Gesetz oder einer Handlungsanweisung umzusetzen; oder (und) das Wagnis einzugehen, sich bei einem gemeinsamen Entdeckungsprozess und Dialog auf die Suche nach der individuell und gesellschaftlich passenden und adäquaten Risikokompetenz zu begeben. Der Psychologe, Direktor des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Harding-Zentrums für Risikokompetenz, Gerd Gigerenzer, ist davon überzeugt, dass jeder den Umgang mit Risiko und Ungewissheit lernen kann, Experten(meinungen) eher ein Teil des Problems als die Lösung sind und nicht selten  weniger mehr ist bei der Betrachtung von Risiken, Unwägbarkeiten und Ungewissheiten. Er plädiert für Risikokompetenz und fragt, wie es gelingen kann, diese Fähigkeit in die Köpfe und Herzen der Menschen zu bringen. Nicht mit einem Zauberstab; auch eher nicht mit einem weltweit ausgestrahlten Computerprogramm; schon gar nicht durch Verordnungen. Hier ist die Erziehung gefragt, in der Familie, im Kindergarten und in der Schule, und zwar wieder mit einem scheinbar simplen Rat: Fürs Leben lernen! Nicht mit autoritären, frontalen und paternalistischen Konzepten und Methoden: „Dazu brauchen wir Mut, den Mut, selbständige Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen“ [10].

Arbeit als Lust und Last

Von der „menschliche(n) Tätigkeit zur Bereitstellung, Herstellung und Sicherung von Gütern, die der Erhaltung des natürlichen Lebens dienen“, bis hin zu der Anklage, dass Arbeit zur Entfremdung und Disziplinierung des Menschen diene, reflektieren Anthropologen, Philosophen, Soziologen, Psychologen, Sozial- und Bildungswissenschaftler immer wieder, wie die Balance und Diskrepanz  zwischen dem Streben nach Leistung, Erfolg, Geld, Gier und Aktionismus und der Sehnsucht nach „ehrlicher Arbeit“ [11] gefunden werden kann. “. Die Kulturwissenschaftlerin, Historikerin und Botschafterin der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen, Sabine Donauer, weist in ihrem Buch „Faktor Freude“ darauf hin, dass es aufgrund einer geschickten Gefühlsarbeit der Unternehmen im Laufe der letzten 100 Jahre gelungen ist, die Arbeitnehmer emotional so an ihre Arbeit zu binden, dass sie höhere Leistungen erbringen, Arbeitskämpfe weitgehend vermieden werden, dadurch sich eine Entsolidarisierung der Arbeitnehmer und ein übermächtiger Konkurrenzdruck ergeben. Mit dem Konzept des Human-Resources-Managements habe sich die Auffassung durchgesetzt, dass der Arbeitsplatz als Ort des Persönlichkeitswachstums propagiert, als Quelle positiver Gefühle angepriesen und als Raum, in dem das Leben an Bedeutung gewinnt, ausgewiesen wird. Daraus kristallisiere sich eine Ideologie heraus: „Wer sich in der Arbeit nicht weiterentwickelt, stagniert auch privat“. Ist diese Richtung erst einmal akzeptiert, fällt es leicht, die zunehmenden Ungleichheiten bei der Verdienst- und Einkommensverteilung von Beschäftigten als unantastbare und unveränderbare Gewissheiten zu akzeptieren. Als ein Beispiel nennt die Autorin die Entwicklungen zwischen einer durchschnittlichen Angestelltenvergütung und eines Vorstandes deutscher Aktiengesellschaften: Wurde das Verhältnis 1985 mit 1 : 20 notiert, belief es sich 2011 auf 1 : 200. Die mit der lokalen und globalen Entwicklung einhergehenden Trends, dass die bereits Wohlhabenden immer reicher und die Habenichtse immer ärmer werden, bewirkten sozial- und gesellschaftspolitisch, dass die Kapitalbesteuerung sinke und die Lohn- und Verbrauchsteuern sich erhöhten. Welche Lösung aus diesem Dilemma schlägt die Autorin vor? Nötig sei ein Perspektivenwechsel weg von einer Konsumkultur und hin zu einer Kultur des Zeitwohlstands [12].

„Darf der Mensch alles machen, was er kann?“

Die „Stiftung Valencia Drittes Jahrtausend“ hat 1999 im Rahmen des UNESCO-Menschenrechtsdiskurses eine „universelle Deklaration der menschlichen Verantwortung und Pflichten“ vorgeschlagen. Ziel ist, das Verantwortungsbewusstsein der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu schärfen. In Artikel 12 heißt es u. a.: „Wissenschaftler haben die Aufgabe, so zu handeln, dass Leben und Wohlergehen jedes Menschen uneingeschränkte Beachtung finden. Sie haben zudem die Pflicht, alle erforderlichen Maßnahmen… zu ergreifen, damit die Ergebnisse wissenschaftlicher oder technologischer Forschung nicht auf eine Weise verwendet werden, die den Frieden, die Sicherheit, die Menschenrechte und die grundlegenden Freiheiten gefährden. Der einzelne Wissenschaftler wiederum hat die Aufgabe, seine Forschungstätigkeit zu jeder Zeit so zu führen, dass dabei stets strenge ethische Prinzipien eingehalten werden. Er ist ferner dazu aufgerufen, die Öffentlichkeit über jede potentiell gefährliche oder ethischen Prinzipien zuwiderlaufende Forschungstätigkeit zu unterrichten, von der er Kenntnis erhält“. Diese Aufforderung gilt nicht nur für die wissenschaftliche Tätigkeit, sondern ohne Zweifel für alles menschliche Denken und Tun und lässt sich in der globalen Ethik fassen, wie sie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948 postuliert wird. In einer Tagung, die an der Berliner Humboldt-Universität, Institut für Europäische Ethnologie, von der Kommission Frauen- und Geschlechterforschung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie der Universität Göttingen und in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv) im Juni 2011 stattfand, ging es um „interventionistische Wissenspraktiken sowie Möglichkeiten und Herausforderungen eingreifender Wissenschaft“, und darum,  die Nachschau, wie „ein informiertes Neujustieren der Frage (thematisiert werden kann), was gegenwärtig unter wissen(schaft)spolitischen Bedingungen interventionistische Potentiale, Strategien und Praktiken qualitativer empirischer Sozialforschung“ ausmachen. Es wird die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass wo Wissen nur noch als ökonomisch verwertbare Ware gilt, Leben verkümmert [13].

„Jedermann recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“

In der Analyse des Unterlassensbegriffs, der Auseinandersetzungen mit der Kausalität von Unterlassungen und der Beurteilung von Unterlassungen im Vergleich mit (positiven) Handlungen wird deutlich, dass es bei der Auseinandersetzung mit dem Begriffspaar „Tun“ / „Unterlassen“ um wohlvertraute und universale Verhaltensweisen des menschlichen, moralischen Denkens und Handelns geht, und damit um „die Tendenz, Tun und Unterlassen, Handeln und Geschehenlassen, aktives Eingreifen und passives Untätigbleiben moralisch deutlich verschieden zu beurteilen“. Der Philosoph und Ethiker von der Universität Düsseldorf, Dieter Birnbacher, belegt dies mit der Erfahrung, die auch ein Sprichwort sein könnte: „Wer einen anderen vorsätzlich belügt oder betrügt, indem er ihm Märchen auftischt, wird gemeinhin strenger moralisch verurteilt als wer einen anderen durch das Verschweigen wichtiger Tatsachen wissentlich im Irrtum lässt“. Er entfaltet diese These indem er eine begriffliche Abgrenzung der Begriffe „Handeln“ und „Unterlassen“ vornimmt und dabei deutlich macht, dass solche Unterscheidungen nicht nur aus semantischen Gründen wichtig und notwendig, sondern auch als Richtschnur für eigenes Handeln und für die Beurteilung zum Tun Anderer wichtig sind. Bei der Auseinandersetzung mit der Frage „Wie trennscharf ist die Unterscheidung zwischen Handeln und Unterlassen?“ führt der Autor verschiedene, juristisch relevante Fälle heran und konfrontiert die Leser mit der Problematik von Ursache und Wirkung. Unter Bezugnahme auf diese (kontroversen) Auseinandersetzungen kommt der Autor zur Definition: „Eine Unterlassung setzt … voraus, dass eine Norm gilt, die ein bestimmtes Handeln fordert und der Unterlassene diese Handlung nicht ausführt“. Wie sich aber „verborgene Parameter“ erkennen lassen, zeigt Birnbacher in einer Reihe von Beispielen auf, indem er Verhaltens- und Handlungsweisen auf Absichtlichkeiten und Unabsichtlichkeiten hin befragt, die psychischen Auswirkungen auf Beteiligte diskutiert und die Bedeutsamkeit von individueller und geteilter Verantwortung betont. Dadurch zeigt sich die Diskrepanz zwischen dem Prinzip „der Pflicht zur Nicht-Schädigung gegenüber der Pflicht zum Wohltun“ und der Auffassung, dass auch „Unterlassungen als Schädigungen gelten können“ [14].

Begriff und Wert der Autonomie

Der heftige, kontroverse, theoretische und praktische Diskurs in den Sozialwissenschaften über die Formen und Zuschreibungen zum Autonomiebegriff, und in diesem Zusammenhang zu den Modernisierungstendenzen hin zu flachen Hierarchien“, scheint sich von den Flachgewässern und sumpfigen Gebieten bis zu den Untiefen der Existenznachschau zu vollziehen. Die Paradigmen, wie sie sich zu den Bestandsaufnahmen und Analysen über Freiheit und Gemeinschaft, Normativität und Kritik, Wahrheit und Ideologie, Recht und Subjektivität, Kapitalismuskritik und Klassenkampf und Politische Praxis Hier und Heute darstellen, verweisen ja einerseits darauf, dass mit dem traditionellen Begriff der Autonomie eher Beziehungslosigkeit und Isolation entstehen, die wiederum zu Einschränkungen bei den Ansprüchen für eine autonome Lebensgestaltung führen [15]; andererseits zeigt sich an der Kritik am traditionellen Autonomie-Paradigma, dass sich der Mensch als homo faber durch denkendes Tun erschafft und entwickelt: Kooperation verbessert die Qualität des sozialen Lebens. Darin steckt der Gedanke: Global denken, lokal handeln. So lässt sich Gemeinschaft als ein „Prozess des In-die-Welt-Kommens vorstellen, in dem die Menschen den Wert direkter persönlicher Beziehungen und die Grenzen solcher Beziehungen herausarbeiten“ [16]. Die Zeitschrift ZTS wird von der Wilhelms-Universität in Münster herausgegeben. Sie versteht sich als Forum für die soziologische Theoriediskussion. Ziel ist, „die wissenschaftlichen Diskussionen zwischen unterschiedlichen Theorierichtungen wie auch allgemein den Austausch zwischen theoretischer und methodologischer Grundlagenforschung, zwischen methodischen Reflexionen und Verfahren und den vielfältigen empirischen Forschungsprogrammen und Spezialdisziplinen der Soziologie zu fördern“. Mit den Sonderbänden sollen fokussierte Themata und Begrifflichkeiten disziplinär und interdisziplinär ausführlicher als mit Zeitschriftenbeiträgen möglich, thematisiert werden. Der Herausgabe wird die Annahme zugrunde gelegt, dass zwar der Autonomiebegriff in wissenschaftlichen Forschungszusammenhängen und im öffentlichen Diskurs eine bedeutsame Aufmerksamkeit erhält, jedoch in der soziologischen Theorie nicht ausreichend und systematisch beachtet wird. Autonomie als einerseits abgeschriebener, überholter, andererseits als aktuell moderner und perspektivenreicher Begriff wird im wissenschaftlichen Diskurs hoch gehandelt. Insbesondere in der Soziologie führen Fragestellungen nach der Bedeutung von Autonomie für soziale Daseinsformen und -existenzen darum, den normativen, öffentlichen Begriffsverwendungen deskriptive und analytische Beschreibungen entgegen zu setzen. Das erfolgt zum einen dadurch, Autonomie als gesellschaftlichen Wert zu definieren; zum anderen aber – und das in zunehmendem, engagiertem Maße – werden Theorie- und Praxisfragen danach gestellt, wie Autonomie konzeptionell gefasst ist und Autonomiegewinne und- verluste empirisch zu ermitteln sind [17].

Mit aufrechtem Gang zuversichtlich sein

In den Kulturwissenschaften hat sich eine Verbrückung von psychologischen, pädagogischen und soziologischen Aspekten vollzogen, die humanistische Bildung und Existenz in der Epoche der Globalisierung als „Selbst-Bildung“ propagiert. Weil Bildung und Erziehung immer den Zusammenhang von Erziehung, gesellschaftlicher Wirklichkeit und Überlieferung spiegelt, kommt der alten, aber immer wieder neuen und aktuellen Frage nach Erziehen und/oder Wachsen lassen (Theodor Litt) eine unübersehbare und nicht zu ignorierende Bedeutung zu. Der Mensch ist, wie dies in der abendländischen Philosophie definiert wird, ein zôon politikon, ein politisches Lebewesen, das Kraft seines Verstandes und seines Willens fähig ist, ein gutes Leben in Gemeinschaft mit anderen Menschen zu führen: „Die zentrale Grundlage für einen humanisierenden Wandel ist die bedingungslose Akzeptanz eines jeden Menschen als Mitglied dieser Gesellschaft“. Über die Notwendigkeit, selbst zu denken und nicht von anderen für sich denken zu lassen, sogar mit der Konsequenz, auch das selbstbestimmte und kritische Handeln sich vorschreiben zu lassen, haben Menschen zu allen Zeiten ihres Existierens nachgedacht. Der an der Hochschule Lausitz in Cottbus lehrende Erziehungssoziologe Burkhard Bierhoff legt in der kleinen Reihe Centaurus Paper Apps eine Einführung in die kritisch-humanistische Erziehung vor. Mit dem Anspruch, ein „Erziehungs-Manifest“ zu verfassen, zielt der Autor mit dem Büchlein vor allem auf Studierende, Lehrerinnen, Lehrer und Eltern, die über Fragen der paideia (Aristoteles) mehr wissen wollen, als ihnen die Überlieferungen zur Bildung und Erziehung liefern. „Der von der Natur losgerissene (mit Vernunft und Vorstellungsvermögen ausgestattete) Mensch… muss sich eine Vorstellung von sich selbst formen, muss sagen und fühlen können: Ich bin ich“, so formulierte der große alte Mann der Psychoanalyse, Erich Fromm (1900 – 1980) seine Auffassung vom Menschsein: „Der Mensch ist mehr als er ist. Sein ist Werden, Stillstand ist Degeneration“. Dieser Zustand ist Anspruch an das Individuum wie an die Gesellschaft. Logischerweise hat sich daraus die Überzeugung entwickelt, dass ein „Seinsmodus“ mehr ist als eine „Habenmentalität“; und dass die Ergründung dieser Unterschiedlichkeiten eine Bildungs- und Erziehungsaufgabe darstellt [18].

„Doing gender“ und „Doing difference“

Soziologische Forschungen zu Themen, die nicht unbedingt auf der Straße liegen oder im Mainstream daher kommen, finden sicherlich kein allgemeines Interesse. Die Diskussionen und Ergebnisse richten sich überwiegend an ein spezielles Fachpublikum, oder an lokalisierbare Individuen und Gruppen, die an der speziellen Thematik interessiert sind. So ist es sicherlich mit dem Thema „Fastnacht“, das sich in den verschiedenen Regionen in Deutschland und an vielen anderen Orten in der Welt historisch und alltagstauglich unterschiedlich differenziert hat und Bräuche, theatrale und volkstümliche Sitten entstehen ließ, die wiederum charakteristisch für die alljährlich wiederkehrenden Ereignisse gewissermaßen auf die Region „hereinbrechen“, zelebriert werden und einen festen, lokalgesellschaftlichen, fremdenverkehrswirksamen und medialen Platz haben: Mainzer Fasenacht, Rheinischer Karneval, schwäbisch-alemannische Fastnacht, Karneval in Venedig und Rio de Janeiro… Dabei handelt es sich um institutionalisierte und für die Beteiligten nach dem jeweiligen Vereinsrecht organisierte Veranstaltungen, die in der Zeit der Fastnacht zwar ihren (kulturellen) Höhepunkt finden, sich aber durch vielfältige Aktivitäten über das ganze Jahr hinziehen und die Vereinsmitglieder in unterschiedlichen Formen des Engagements (heraus-)fordern. Die Formen von Kommunikation, von Identifizierung, Machtausübung und Einflussnahme sind charakteristische Beispiele für Zusammenschlüsse von Menschen in Vereinen, welcher Art auch immer. Sie sind Garanten oder Schwachstellen des Bestehens oder Vergehens solcher Organisationen; und von der Art und Intensität der Identifikation der Beteiligten an der Vereinszielsetzung und -aufgabe hängt es ab, wie „lebendig“ ein Verein ist. Es ist deshalb eine gute Idee der am Fachbereich Soziale Arbeit der FHS St. Gallen in der Schweiz tätigen Sozialwissenschaftlerin Kerstin Bronner, für ihre Forschungsarbeit einem Feld zu widmen, bei dem erfahrungsgemäß ein enger Zusammenhang von Vereinsmitgliedschaft und -engagement besteht: bei den Fastnachtvereinen. hr spezielles Forschungsinteresse richtet sich dabei auf den Komplex „Gender“, und zwar: Welche Thematisierungen von Gender lassen sich bei Interaktionen aufspüren und wie zeigen sich Reproduktionen und Experimente in sozialen Praxen? Sowie: Welche ungleichheitsstrukturierende Differenzlinien sind bei Vereinsengagierten in einem ländlichen Raum erkennbar? Und: Welche Bedeutung kommt dem Vereinsengagement hinsichtlich der biographischen Prozesse zu, welche Kompetenzen dabei erworben werden können, sowie welche Opportunitäten und Begrenzungen sich dabei darstellen? Für unser Thema „Zuversicht“ möglicherweise ein etwas anderer Blickwinkel? [19].

Ruhe und Unruhe als Lebenssignale

Ruhe und Unruhe sind Gegensätze. Sie stellen sich im menschlichen Dasein als Bewegungslosigkeit und Bewegung dar, physisch und psychisch. Bereits in der antiken griechischen Philosophie kommt der stasis, der Ruhe, als akinêsia, Bewegungslosigkeit, erêmia“, als solitude, Einsamkeit, Sammlung, Meditation, im Gegenteil zu akinêsia, Bewegung, metabolê, Veränderung, eine existentielle Bedeutung zu. Im aktuellen philosophischen Diskurs wird der Eigenschaft, Ruhe zu bewahren, in sich gehen, Gleichmut bewahren, Ausgeglichenheit zeigen, Gefasstheit leben, Selbstkontrolle praktizieren, Zurückhaltung üben, gelassen sein … eine besondere Form der Lebensführung und Lebenskraft zugeschrieben. Diesen anthropologischen und scheinbar logischen Bewertungskriterien stehen allerdings, beim näheren Hinsehen, Eigenschaften gegenüber, die „Unruhe (als) ein Daseinsgefühl, eine Welt voller Phantasien, voller Verheißungen und Pläne(n)“ identifizieren. Damit wird auf eine menschliche Fähigkeit verwiesen, die eben nicht Stillstand und Beharren auf Bestehendem meint, sondern die Wandlungs- und Veränderungskompetenz des Menschen in den Vordergrund rückt: Der Einstellung – „Das haben wir schon immer so gemacht“ – , als passive und konservative Lebenseinstellung, wird die Neugier des Neuen, Unbekannten und zu Erreichenden im menschlichen Denken und Tun entgegen gestellt: „Die Unruhe ist ein hoffnungsvolles Taumeln, ein massenhaftes Sehnen und Drängen, das die Unterscheidung zwischen Treiben und Getriebensein nicht kennt“. Der Kieler Philosoph Ralf Konersmann richtet seinen Blick auf eben diesen „blinden Fleck“, der „Unruhe“ als eine zu überwindende, dem menschlichen Dasein schädliche (Un-)Tugend zum Ausdruck bringt. Mit seinem Essay will er nicht vor der blinden Wut des Machens warnen und in die anthropologischen Klagen vom „Haben oder Sein“ (Erich Fromm) einstimmen; vielmehr geht es ihm erst einmal darum, den Begriffen und Handhabbarkeiten des (scheinbaren) Gegensatzes von Ruhe und Unruhe im Sinne einer Selbstaufklärung auf die Spur zu kommen: „Der Anspruch einer solchen Vergewisserung zielt weniger auf die Richtigstellung des vermeintlich Abwegigen oder Falschen als auf die Ermittlung dessen, wer wir… selber sind, die wir durch unsere besondere, unsere eigene Art des Sprechens, des Denkens und Verhaltens für uns selbst und für andere sichtbar werden“. Dabei richtet er seine Aufmerksamkeit zum einen auf die historischen, kulturellen Entwicklungen darüber, wie sich die Eigenschaften Ruhe und Unruhe darstellen; zum anderen setzt er sich mit den vermeintlichen, gedachten und gemachten Phänomenen der Unruhe, Unbestimmtheit und Entgrenztheit in der sich immer interdependenter und globaler entwickelnden (Einen?) Welt auseinander. Paul Valéry (1871 – 1945) und André Gide (1869 – 1951) danach fragt, wie ein „Inquieteur“, ein „Unruhiger“ und „Narziss“, etwa ein Künstler die Unruhe in seinem Schaffen umdeutet: „Eben noch als das leibliche Zeichen einer existentiellen Störung beargwöhnt, die den daseinszugewandten Narziss in die Weltlosigkeit stürzte, verwandelt sich die Unruhe nun in das unbestimmte Versprechen der Erneuerung der Zeit“ [20].

Zuversicht beim Scheitern

Scheitern, Versagen, Misserfolg…, das sind Non-Wörter, die sich in unser kulturelles Gedächtnis, Mentalitäts- und Zivilisationserleben eingebrannt haben und mit Un-Glück assoziiert werden. Denn der Erfolg ist es, der Glück bringt und Zufriedenheit auslöst. Im Operettentext „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist“, steckt in gleicher Weise die Hoffnung, dass es schon, wenn es schlimm kommt, nicht ganz so schlimm werden wird, wie dies so manches Sprichwort androht. Wenn ein Mensch einen Fehler begeht, hat das Folgen. Dass sie sich negativ und schädlich auswirken und von daher moralisch bewertet werden, ist bereits von Aristoteles in seiner Ethiklehre annotiert worden. Fehlerhaftes Verhalten wird als amartia, als sittlich schlechte Handlung empfunden. Der Mensch könne sich auf vielfache Art und Weise „verfehlen“, aber nur auf eine Weise „richtig“ handeln. in Perspektivenwechsel bei dem Bemühen, Fehler nicht per se als verdammenswürdig zu charakterisieren – um Fehler zu überwinden und sie sogar zu benutzen, um die richtige Lösung und Wege dahin zu finden – vollzieht sich im wissenschaftlichen Denken und Handeln mit der heuristischen Methode des trial and error. Sie ermöglicht es zu erkennen, dass man aus Fehlern lernen kann. Damit gewinnen Fehler eine Bedeutung, die einem fehlerlosen Verhalten widerspricht. Ein Team des Wiener Beratungs- und Entwicklungsunternehmens Koenigswieser & Network stellt mit dem richtig österreichischen Slang „Gescheiter scheitern“ eine Methode vor, die sie „Scheiternanalyse“ nennen. Neben der unvermeidlichen Frage danach, warum Menschen scheitern und der semantischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung über das Phänomen des Scheitern widerspricht das Beraterteam der üblichen Auffassung, dass Scheitern verlieren heißt. Zwar ist Scheitern im Leben der (aller) Menschen unvermeidlich, „aber wie wir scheitern, das können wir beeinflussen“. Diese optimistische Botschaft – und auch die, dass gescheiter Scheitern gelernt werden kann – sollte insbesondere in einer (Falsch-)Zeit, in der das Glück als existentielle und materielle Wunschvorstellung als kalkulierbarer Bestandteil des menschlichen Lebens Oberhand gewinnt, dazu beitragen, „das unvermeidliche Scheitern gedanklich in unser Handeln einzubeziehen“. Dann nämlich wird Scheitern nicht zu einem defätistischen, pessimistischen und tragischen Erleben, sondern zu einem aktiven, selbstbewussten und positiven Tun [21].

Zuversicht in Vertrauen

„Vertrauen haben“, als ethische und moralische Charaktereigenschaft hat im philosophischen, gesellschaftlichen und individuell-alltäglichen Denken und Handeln einen hohen Stellenwert. „Vertrauen ist ein Phänomen, das… Komplexität reduzieren kann und Kooperation erleichtert oder überhaupt erst möglich macht“ – diese Lesart steckt in den Gewissheiten, mit denen wir eine vertrauensvolle Einstellung verbinden und einfordern für alle individuellen, lokalen und globalen Lebensbedingungen der Menschen auf der Erde [22]. Vertrauensbeweise bedarf es besonders in persönlichen und gesellschaftlichen Krisensituationen [23]. Die Historikerin und Direktorin des Berliner Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, Ute Frevert, legt mit „Vertrauensfragen“ ein Buch vor, mit dem sie, wie im Untertitel formuliert „eine Obsession der Moderne“ konstatiert. Sie will den Begriff nicht nur beim Wort nehmen, sondern die vielfältigen Bedeutungen, Anwendungsformen und intellektuellen wie alltäglichen Ausprägungen historisch und aktuell herausarbeiten. Das ist kein l´art pour l´art – Unternehmen, sondern eine notwendige Auseinandersetzung, weil insbesondere der Vertrauensbegriff im alltäglichen, gesellschaftlichen und politischen Leben Anwendung findet, wo es sinnvoll und weiterführend wäre, wirklich danach zu fragen: „Was ist Vertrauen?“ – und „Meint der andere, der die Vertrauensfrage stellt, damit das gleiche wie ich?“ Sie lässt sich dabei auch auf „obsessive Fragen“  ein und gibt „kritische Antworten“ zum Bedeutungswandel und historischen und aktuellen Gebrauch des V-Worts. Dabei werden Füllwörter diskutiert, die möglicherweise überzogene Erwartungshaltungen relativieren sollen, wie etwa „Zuversicht“ als parteipolitische Strategie; es wird darauf verwiesen, wie sich Vertrauenserwartungen im gesellschaftlichen Umgang individualisiert und emotionalisiert haben; und nicht zuletzt, welche (politische) Macht die „Sprache des Vertrauens“ gewonnen hat.  Dass sie in diesem Zusammenhang auf den Begriff „good governance“ verweist, zeigt zudem, dass eine individuelle und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der Tugend „Vertrauen“ lokal und global dringend notwendig ist [24].

Die Tugend Zuversicht

Die Frage nach den Tugenden, die Menschen haben, zumindest anstreben sollten, wird im philosophischen Denken immer wieder gestellt. Der griechische Philosoph Platon weist vier Kardinaltugenden aus: Besonnenheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit und Weisheit. Aristoteles unterscheidet dianoetische und ethische Tugenden, die sich jeweils entweder aus dem gemeinschaftlichen Dasein der Menschen ergeben, oder durch ein gutes Handeln bestimmt sind. Nach der Nikomachischen Ethik ist die ethische Tugend eine Haltung, „die von Entscheidung getragen ist und in einer Mitte für uns besteht, die durch die Vernunft bestimmt wird“. Der römische Kirchenlehrer Hieronymus sieht die Laster benachbart zu den Tugenden. In Sprichwörtern und Aphorismen werden die Tugenden gelobt und die Laster verurteilt, und es wird kritisiert und sich lustig gemacht über die oftmals vergeblichen Bemühungen, ein „tugendhafter Mensch“ zu sein, ahnend, dass sich das unvollkommene Lebewesen Mensch zwischen den gegensätzlichen Polen von Gut und Böse, Altruismus und Egoismus, Ordnung und Unordnung hin- und her bewegt. Tugenden sind lernbar; und die Reflexionen darüber tragen dazu bei, das eigene Weltbild dem einer globalen, auf der Würde des Menschen beruhenden Betrachtungsweise und Identität zuversichtlich anzugleichen. Da ist es sinnvoll, die Frage nach den „deutschen Tugenden“ zu stellen, wie sie in der eigenen Wahrnehmung und durch Menschen aus anderen Kulturen gesehen werden. Der promovierte Historiker, Unternehmensberater und Ethnologe Asfa-Wossen Asserate gilt als einer, dem es gelingt, seine Beobachtungen als Äthiopier zu verbinden mit denen eines seit mehr als vierzig Jahren in Deutschland Lebenden. Sein interkultureller Blick auf die deutschen Befindlichkeiten ist deshalb nicht nur ein oberflächlicher und vorübergehender, sondern ein gefestigter und intimer. Mit gutem Recht kann er sagen: „Ich gehöre zu euch, auch als deutscher Staatsangehöriger, und deshalb erlaubt mir, dass ich euch und uns beobachte, anschaue und frage: Was sind deutsche Tugenden?“. In alphabetischer Reihenfolge stellt er 22 Tugenden und Haltungen zur Diskussion, die von „Anmut“, über „Maßhalten“, „Ordnungsliebe“, „Sparsamkeit“ bis zu „Trinkfestigkeit“, „Weltschmerz“ und „Zivilcourage“ reichen. Er nimmt dabei keine Typisierung und Zuschreibung vor, wie: „Die Deutschen sind...“, sondern will mit der Aufzählung und Analyse von ausgewählten Tugenden den Deutschen aufs Maul schauen und anregen, sich die genannten Einstellungen und Verhaltensweisen bewusst zu machen, um sie zu verändern hin zu Asfa-Wossen Asserate wählt mit seinen Essays einige Tugenden aus, die er in der kulturellen Entwicklung der Deutschen entfaltet und darauf verweist, wie wir (Deutsche) wurden, was wir sind. Damit schaut er den Deutschen, seinen Landsleuten, aufs Maul und analysiert bestimmte Einstellungen und Verhaltensweisen, die es wert sind, sich dieser bewusst zu machen - und zu verändern, hin zu der Lebenslehre, die für alle Menschen auf der Erde gilt, nämlich nach einem guten Leben zu streben und zu erreichen, dass die Menschheit sich gerechter, friedlicher und sozialer entwickeln kann [25].

Aus der selbstverschuldeten Ignoranz ausbrechen

Die Menschheit muss in ihrer Existenz einen Perspektivenwechsel vollziehen, will sie überleben. Das ist keine fatalistische Erkenntnis, sondern eine Einsicht, die mittlerweile in vielfältiger Weise auf den Tisch des menschlichen Lebens gelegt wurde; etwa durch die Berichte an den Club of Rome, dass die Grenzen des Wachstums erreicht seien (1972), dass sich die Menschheit am Wendepunkt ihrer Geschichte befinde (1974), dass die Welt im Jahr 2000 noch übervölkerter, verschmutzter, ökologisch noch weniger stabil und für Störungen anfälliger sein wird als 1980 (Global 2000) dass „throughput growth“, Durchflusswachstum eingestellt und eine tragfähige Entwicklung auf der Erde eingeleitet werden müsse (Brundtland-Bericht 1987), dass die Menschheit an einem entscheidenden Punkt ihrer Geschichte angelangt sei, (Agenda 21, 1992) und dass die Menschheit vor der Herausforderung stehe umzudenken, sich umzuorientieren und gesellschaftlich umzuorganisieren und neue Lebensformen finden (Weltkommission „Kultur und Entwicklung“, 1995) und erkennen müsse, dass der Mensch zur Erde und nicht die Erde dem Menschen gehöre (MAB). Es gibt verschiedene Zugänge zu einem „Dennoch!“ und zur Überzeugung, dass eine andere, bessere, gerechtere und friedlichere (Eine?) Welt möglich ist. Das Bewusstsein, dass der Mensch „grundlegend nicht ein weltfremdes, sondern ein welthaftes Wesen“ [26] und alles Lebende auf der Erde ökologisch ist [27], gewinnt – dennoch an Zuversicht. Mit der Metapher „Tanz des Lebens“ drückt die 1929 geborene US-amerikanische Systemwissenschaftlerin und Buddhismus lehrende Joanna Macy mit der Theorie der „Tiefen Ökologie“ aus, dass die Erde ein lebendes, ganzheitliches System ist, in dem alle Dinge miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Mit dem Zuspruch „Sei du selbst!“ beeinflussen ihre Ideen und Aktivitäten Bewegungen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und Schutz der Umwelt. „Die Krise(n), die unseren Planeten bedrohen, sind von Menschen gemacht, sie entspringen einem untauglichen, krankhaften Verständnis vom Selbst“. Es sind fünf Geschichten, die deutlich machen sollen, dass wir „uns diese Suppe selbst eingebrockt“ haben, nämlich einen Zustand der Welt und Menschheit, der viel Leid, Zerstörung, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit für die Menschen und die Umwelt bringt. Dabei nicht zu resignieren oder zu fatalisieren, sondern den „großen Wandel“ (Great Turning) zu beginnen, bei sich selbst, in der eigenen Umgebung und Gesellschaft, um tatsächlich ein neues Weltbewusstsein zu erreichen, das formuliert Joanna Macy mit drei Bewusstseinszuständen: Ein Handeln, das die Zerstörung der Erde und ihrer Lebewesen aufhält - Analysieren der strukturellen Ursachen und Schaffung von Alternativen - Bewusstseinswandel herbeiführen [28].

Gipfelerlebnisse

Der aufregende, anthropologische und psychologische Perspektivenwechsel, dass Mystiker nicht einzigartige Menschen sind, sondern jeder Mensch ein einzigartiger Mystiker ist, scheint Blickrichtungen zu öffnen, die Menschen, seit sie sich ihres Verstandes und ihrer Humanität bewusst geworden sind, zu Hoffnung und Zuversicht bewegt haben. Der US-amerikanische Psychologe und Präsident der „American Psychological Association“, Abraham H. Maslow (1908 – 1970), gilt als Mitbegründer der Humanistischen Psychologie. In der deutschsprachigen, psychologischen, psychotherapeutischen, pädagogischen, soziologischen und entwicklungspolitischen Diskussion ist er vor allem durch seine „Bedürfnispyramide“ bekannt geworden, mit der er die individuellen Grundbedürfnisse der Menschen aufzeigt und dabei auf existentielle Menschenrechte verweist, wie dies in Art. 25 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte postuliert wird: (1) Jedermann hat das Recht auf einen für die Gesundheit und das Wohlergehen von sich und seiner Familie angemessenen Lebensstandard, einschließlich ausreichender Ernährung, Bekleidung, Wohnung, ärztlicher Versorgung und notwendiger sozialer Leistungen…“. Es sind Forderungen nach sozialer und Verteilungsgerechtigkeit, die auf der globalen Agenda stehen und an das Gewissen der Menschheit rühren. Als Maslow bei seiner Suche nach Menschlichkeit die bis dahin in der Psychologie und Psychotherapie gewohnte Fragestellung „Was macht Menschen psychisch krank?“ einfach umdrehte und mit der Frage „Was zeichnet psychisch besonders gesunde Menschen aus?“ positiv nachschaute, da stieß er auf eine bemerkenswerte Erkenntnis: „Psychisch besonders gesunde Menschen tendieren zu ‚mystischen Erfahrungen‘“. „Gipfelerlebnisse“ befinden sich in der Welt; nicht im Himmel! Diese wahrhaft mundane Erkenntnis rüttelt an den festgefügten, religiösen wie natur- und geisteswissenschaftlichen Mauern der „Gewissheiten“. Sie verlangt nach „Ganzheit“ und der Zusammenfügung von „Sein“ und „Sollen“ [29].

Das Kreativitätspositiv

Bei der Frage, was Kreativität ist, wie sich dieses individuelle und soziale Phänomen im Menschsein darstellt, welche Herausforderungen, Erwartungen, Erfolge wie auch Enttäuschungen und Misserfolge sich zeigen, erwächst nicht selten das befreiende wie frustrierende Aha-Erlebnis: „Everything has been done“ (Grupo Azorro, 2003). Immer aber entsteht dabei der Anspruch, aus Bestehendem Neues zu schaffen und weiter zu entwickeln. Eine ästhetische, vielleicht sogar existentielle Antwort darauf können Soziologen, Psychologen, Anthropologen und Kulturwissenschaftler geben: „Das Neuartige im Sinne des Kreativen ist dann nicht lediglich vorhanden wie eine technische Errungenschaft, es wird vom Betrachter und auch von dem, der es in die Welt setzt, als Selbstzweck sinnlich wahrgenommen, erlebt und genossen“. Der Kultursoziologe Andreas Reckwitz geht der Frage nach der Kreativität nach, einer Fähigkeit, die sowohl jeder Mensch hat, die jedoch in besonderen Formen und Auswirkungen als ästhetisch Neues und Bemerkenswerter zum Vorschein kommt. Andreas Reckwitz hat mit seiner Studie über die (neue) Erfindung der Kreativität auf die neue (alte) Erfahrung hingewiesen, dass creare eine doppelte Bedeutung hat: „Zum einen verweist sie auf die Fähigkeit und die Realität, dynamisch Neues hervorzubringen…, zum anderen nimmt Kreativität Bezug auf ein Modell des ‚Schöpferischen, das sie an die moderne Figur des Künstlers, an das Künstlerische und Ästhetische insgesamt zurückbindet“. Wenn es so ist, dass jeder Mensch ein Künstler ist (Joseph Beuys), zumindest in der Lage ist, Ästhetisches zu gestalten und zu leben, sind wir herausgefordert, kreativ zu sein; freilich nicht in dem Sinne, uns ein materielles Immer-mehr zu erwerben, sondern Kreativität in unser Lebenszentrum zu bringen [30].

Zuversicht? – Zuversicht!

Mit der Aufforderung „Fürchtet euch nicht!“ haben wir den wissenschaftlichen interpersonellen und interkulturellen Diskurs thematisiert, wie sich Zuversicht in den vorhandenen Irrungen, Wirrungen und Wirklichkeiten in der Welt artikuliert. Trotz der vielen Rückschläge, Konfrontationen, Krisen, Katastrophen und terroristischen Anschläge im vergangenen Jahr 2015 müssen wir uns auch bewusst machen, dass es in einer Reihe von lokalen und globalen Entwicklungen auch positive Nachrichten gibt, die zu der Zuversicht ermutigen, dass es gelingen kann, die Eine Welt friedlicher, gerechter, also menschlicher zu gestalten. In dem genannten Beitrag der Wochenzeitung DIE ZEIT vom 23. Dezember 2015, S. 8f, werden statistische Daten genannt, die (durchaus) Anlass zur Zuversicht geben:
  1. Während 1990 weltweit 77% der Erdbevölkerung Zugang zu Trinkwasser hatten, waren es 2015 91%.
  2. Während 1990 die Lebenserwartungen der Menschen weltweit bei 65,3 Jahren lag, registrierten die Statistiker 2015 diese bei 71 Jahren.
  3. Während es 1990 weltweit 1.010,7 Millionen hungernde Menschen gab, waren es 204 961 Millionen und 2015 795 Millionen.
  4. Während 1990 weltweit 12,7 Millionen Kinder starben, waren es 2015 5,9 Millionen.
  5. Während 1991 in Deutschland 11.300 Verkehrstote gezählt wurden, waren es 2015 nur 3.450.
  6. Während es 2005 in Deutschland 38,7 Millionen Erwerbstätige gab, waren es 2015 43,4 Millionen.
  7. Während 2001 in Deutschland 9,6 % der Schülerinnen und Schüler keinen Schulabschluss erwerben konnten, waren es 2015 5,6 %.
„Immer noch zu viel“ und „Immer noch human unzumutbar und unverantwortlich“ werden viele Menschen sagen. Natürlich! Das aber erfordert Zuversicht! Autor
Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
E-Mail Mailformular

[1] Jos Schnurer, in: www.sozial.de, 25.08.2015 (Schnurers Beiträge)

[2] Jan Ross, Fürchtet euch nicht! DIE ZEIT, Nr. 52 vom 23. 12. 2015, S. 4

[3] Otfried Höffe, Hrsg., Aristoteles-Lexikon, 2005, S. 224f

[4] Martin Gessmann, Philosophisches Wörterbuch, 2009, S. 532

[5] a.a.o., S. 578

[6] Antonio Damasio, Selbst ist der Mensch. Körper, Geist und die Entstehung des menschlichen Bewusstseins, 2011, zur Rezension

[7] Lawrence LeShan, Das Rätsel der Erkenntnis. Wie Realität entsteht, 2012, zur Rezension

[8] Helmut Junker, Intersubjektivität und implizites Gedächtnis. Reflexionen veränderter therapeutischer Praxis, 2013, zur Rezension

[9] Bernhard Rathmayr, Selbstzwang und Selbstverwirklichung. Bausteine zu einer historischen Anthropologie der abendländischen Menschen, 2011, zur Rezension

[10] Gerd Gigerenzer, Risiko. Wie man die richtigen Entscheidungen trifft, 2013, zur Rezension

[11] Norbert Blühm, Ehrliche Arbeit. Ein Angriff auf den Finanzkapitalismus und seine Raffgier, 2011, zur Rezension

[12] Sabine Donauer, Frohes Schaffen. Arbeitsgefühle als Wirtschaftsfaktor, 2015, zur Rezension; sowie: Ulrich Duchrow, Gieriges Geld. Auswege aus der Kapitalismusfalle – Befreiungstheologische Perspektiven, 2013, zur Rezension

[13] Beate Binder / Friedrich von Bose / Katrin Ebell / Sabine Hessv/ Anika Keinz, Hrsg., Eingreifen, Kritisieren, Verändern!? Interventionen ethnographisch und gendertheoretisch, 2013, zur Rezension; sowie: Jürgen Ritsert, Wert. Warum uns etwas lieb und teuer ist, 2013, zur Rezension

[14] Dieter Birnbacher, Tun und Unterlassen, 2014, zur Rezension

[15] Rahel Jaeggi / Daniel Loick, Hrsg., Nach Marx. Philosophie, Kritik, Praxis, 2013, zur Rezension

[16] Richard Sennet, Zusammenarbeit. Was unsere Gesellschaft zusammenhält, 2012, zur Rezension

[17] Martina Franzen / Alena Jung / David Kaldewey / Jasper Korte, Hrsg., Autonomie revisited. Beiträge zu einem umstrittenen Grundbegriff in Wissenschaft, Kunst und Politik, 2014, zur Rezension

[18] Burkhard Bierhoff, Kritisch-Humanistische Erziehung, 2012, zur Rezension

[19] Kerstin Bronner, Grenzenlos normal? Aushandlungen von Gender aus handlungspraktischer und biografischer Perspektive, 2011, zur Rezension

[20] Ralf Konersmann, Die Unruhe der Welt, 2015, zur Rezension

[21] Lars Burmeister / Leila Steinhilper, Gescheiter Scheitern. Eine Anleitung für Führungskräfte und Berater, 2011, zur Rezension; sowie: CONECTA, Hrsg., Beratung leben. Praktische Beispiele - praktische Tipps - praktische Theorie, 2013, zur Rezension

[22] Martin Hartmann, Die Praxis des Vertrauens, 2011, zur Rezension

[23] Markus Weingardt, Hrsg., Vertrauen in der Krise. Zugänge verschiedener Wissenschaften, 2011, zur Rezension

[24] Ute Frevert, Vertrauensfragen. Eine Obsession der Moderne, 2013, zur Rezension

[25] Asfa-Wossen Asserate, Deutsche Tugenden. Von Anmut bis Weltschmerz,.2012, zur Rezension

[26] Wolfgang Welsch, Homo mundanus. Jenseits der anthropischen Denkform der Moderne, 2012, zur Rezension

[27] Joachim Radkau, Die Ära der Ökologie. Eine Weltgeschichte, 2011, zur Rezension

[28] Joanna Macy / Norbert Gahbler, Fünf Geschichten, die die Welt verändern. Einladung zu einer neuen Sicht der Welt, 2013, zur Rezension

[29] Abraham H. Maslow, Jeder Mensch ist ein Mystiker. Impulse für die seelische Ganzwerdung, 2014, zur Rezension

[30] Andreas Reckwitz, Die Erfindung der Kreativität, 2012, zur Rezension

Aktuelle Rezension

Buchcover

Jana Simon: Unter Druck. S. Fischer Verlag (Frankfurt am Main) 2019. 335 Seiten. ISBN 978-3-10-397389-1.
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