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Hilfe zur Selbsthilfe

Dr. Jos Schnurer

19.06.2015

Collage, zusammengestellt von Dr. Jos Schnurer
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Ein (durchaus subjektiver) Aufweis über den aktuellen, wissenschaftlichen Diskurs zur Frage, wie die ENTWICKLUNG der Menschheit als humane Herausforderung zu leisten ist, welche Konzepte und Theorien dabei vorliegen, und welche Mängel und Defizite bewältigt werden müssen. Die Theoretiker haben die Frage, wie sich Entwicklung in einer Gesellschaft vollzieht, bisher weitgehend mit der Gleichung „Wachstum = Entwicklung“ beantwortet und damit überwiegend das wirtschaftliche Wachstum gemeint. Der „Reichtum der Nation“ wurde dabei gemessen an den Steigerungsraten des Bruttoinlandsprodukts, und folgerichtig wurde die Frage, wie sich die (wirtschaftliche) Entwicklung in einem unterentwickelten Land vollzieht, mit dem Ratschlag der „Entwickelten“ an die „Unterentwickelten“ erteilt: Werdet so wie wir, dann wird sich euer Land, eure Gesellschaft und Volkswirtschaft entwickeln“. Mit dem Begriff „Hilfe zur Selbsthilfe“ hat die offizielle Entwicklungspolitik auf diese falsche Annahme reagiert.; nicht zuletzt angetrieben durch die zahlreichen Bestandsaufnahmen und Prognosen über den Zustand der Welt, wie sie z. B. in den Berichten an den Club of Rome ab 1972 zum Ausdruck kommen, dass die (wirtschaftlichen) Grenzen des Wachstums erreicht seien [1], dass wirtschaftliches Denken und Handeln nicht mehr nach dem Motto „business as usual“ durchgesetzt werden könne, sondern es anstelle eines „throughput growth“  (Durchflusswachstum) zu „sustainable development“, einer tragfähigen Entwicklung kommen müsse [2]. Angesichts der dramatischen, inhumanen Entwicklung, dass – lokal und global – die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, hat die Weltkommission „Kultur und Entwicklung“ 1995 zu einem Perspektivenwechsel im Denken und Handeln der Menschen aufgerufen: „Die Menschheit steht vor der Herausforderung umzudenken, sich umzuorientieren und gesellschaftlich umzuorganisieren, kurz: neue Lebensformen zu finden“ [3]. In der deutschsprachigen Theorie-Praxis-Diskussion um Entwicklung wird in der Zeitschrift E+Z [4] ab Mitte der 1990er Jahre eine engagierte Auseinandersetzung darüber geführt, ob die „großen Theorien“, wie z.B. die Wachstumstheorie, Dependenztheorie, das Zentralplanungsmodell, das neoliberale Modell, das „Gänseflug-Modell“... gescheitert seien und welche theoretischen, auf die Praxis der gesellschaftlichen Entwicklung sich auswirkenden Modellvorstellungen an deren Stelle gedacht und realisiert werden sollten. Im Vordergrund steht dabei die Erkenntnis, dass wir der „konfuzianischen Herausforderung“ (Michael Bohnet) entsprechen müssen, nämlich eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, die die Grundbedürfnisse der heutigen Generation zufrieden stellt, ohne die Chancen für die künftigen Generationen zu verhindern. Die Forderungen nach einer neuen Weltordnung im Zeichen der Globalisierung werden in diesem Zusammenhang immer wieder erhoben: „Entwicklung braucht Regeln“ (Wilhelm Hankel), um den auswuchernden „freien-Markt-Kapitalismus“, mit der „Immer-weiter-immer-schneller-immer-höher-immer-mehr-Mentalität“ zu begegnen durch ein „Good governance“. Dem „Wirtschaftskapital“ muss in übergeordneter Weise das „Humankapital“ vorgelagert werden, damit die Ziele und Strategien von Entwicklungstheorien sich nicht inhuman verselbständigen, sondern sich im Sinne einer „globalen nachhaltigen Entwicklung“ entwickeln [5]. Während die Theoriediskussionen zum Komplex „Entwicklung“ in der Vergangenheit weitgehend von Wissenschaftlern aus den Industrieländern geführt wurden, vollzieht sich seit einigen Jahrzehnten ein Dialog mit Experten aus den Ländern des Südens, in dem der westliche Entwicklungsoptimismus in Frage gestellt und Gegenmodelle vorgestellt werden [6]. Das dabei wachsende Selbstbewusstsein der „Unterentwickelten“ entsteht nicht zuletzt dadurch, dass das von den westlichen Ländern praktizierte und den Entwicklungsländern aufoktroyierte Konsummodell selbst für die reichen Gesellschaften langfristig kein gangbarer Weg für eine humane und gerechte Entwicklung darstellt [7]. Der peruanische Diplomat und UN-Vertreter Oswaldo de Rivero hat mit seinem 2001 erschienenem Buch „El mito del desarrollo“ (Der Entwicklungsmythos) [8] darauf hingewiesen, dass ein „Virus der wirtschaftlichen Lebensunfähigkeit“ viele Länder in der südlichen Erdhemisphäre befallen habe. Seine Kritik an der globalisierten Entwicklung zielt insbesondere auf den wirtschaftlichen Bereich: „Sie verkauft uns ein Entwicklungsmodell, das nicht lebensfähig ist. Anstatt das `Weltdorf` zu schaffen, bringt sie nur einige Ghettos mit wohlhabenden Menschen hervor, die den gleichen Lebens- und Konsumstil haben und die Umwelt zerstören. Hinter diesen Ghettos breiten sich Elendsviertel, Slums und Vorstädte aus, in denen Wasser, Energie und Nahrungsmittel knapp, aber Kriminalität, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Verschmutzung aller Art reichlich vorhanden sind“. Sein pessimistisches Szenario: Im Jahr 2020 wird es in der unterentwickelten Welt rund 3 Milliarden Arme geben, von denen über 800 Millionen Hunger leiden und Hunderte von Millionen unter- oder unbeschäftigt sind; transnationale Konzerne wickelten zwei Drittel der Welthandelsgüter ab: Die 358 reichsten Menschen der Erde verfügen über ein jährliches Einkommen, das höher liegt als das Einkommen von 2,3 Milliarden Menschen, also von rund 45% der Weltbevölkerung; rund 800 Millionen Menschen in Afrika südlich der Sahara, in Südasien, Mittelamerika und den Andenländern fehlt es an ausreichenden Nahrungsmitteln; die Hälfte der Weltbevölkerung verfügt nicht über genügend Trinkwasser... Sein Fazit: Die einzelnen Länder müssen sich um ihren eigenen „nationalen Überlebenspakt“ kümmern und nicht wie hypnotisiert auf die technologischen Errungenschaften in den westlichen Industrieländern starren: Sie müssen statt dessen Maßnahmen für das Überleben ergreifen, denn „ohne diese gibt es keine stabile Gesellschaft, ohne Wasser gibt es keine Gesundheit, ohne Energie gibt es keine Produktion, und ohne Nahrungsmittel steht das Leben auf dem Spiel“. Dabei entlässt er jedoch die Menschen in den (reichen) Industrieländern und in den sogenannten Schwellenländern nicht aus der Verantwortung für eine gerechtere Entwicklung in der Einen Welt. Nur durch eine humane Weltordnung wird die Menschheit weiter bestehen können. Dazu ist eine „moralische Revolution“ erforderlich, in der ethische und kulturelle Werte des menschlichen Zusammenlebens gefordert sind. Die Vorlage dafür liefert die „globale Ethik“, wie sie in der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ so eindeutig zum Ausdruck kommt: „Die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Familie innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte bildet die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt“ [9]. Und sie wird, versöhnlich und gleichzeitig herausfordernd, als „Ethik des Bewahrens“ formuliert [10].

Domäne der Gerechtigkeit

Die dikaiosynê, die Gerechtigkeit, wird bereits bei den griechischen Philosophen als Rechtssinn und Grundauffassung vom guten und richtigen Leben formuliert. Platon stellt sie als Tugend der Tugend über alle anderen Denk- und Verhaltensweisen der Menschen; und Aristoteles unterscheidet zwischen der ausgleichenden und austeilenden Gerechtigkeit. Während in der ersteren Tugend die Rechts- und Gesetzesgerechtigkeit zum Ausdruck kommt, geht es in der zweiten Ausdifferenzierung um die Verteilungsgerechtigkeit. Mit Rawls „Theorie der Gerechtigkeit“ (1971/1975) wird die neuzeitliche Auffassung konkretisiert durch die Festlegung zum einen auf die Prinzipien Freiheit und Gleichheit, zum anderen durch die Forderung nach sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit für jeden Menschen. Die Feststellung, dass unsere Welt, in der wir Menschen leben, nicht gerecht sei, ist eine vielfach wiederholte, in Analysen und Prognosen festgestellte Tatsache. Diesen Zustand der Ungerechtigkeit in der Welt zu beseitigen, unternehmen immer wieder Individuen und Institutionen Anstrengungen, stellen Forderungen und legen Lösungsansätze und Strategien vor, wie ein humanes, gerechtes und friedliches Leben aller Menschen auf der Erde theoretisch begründet und praktisch zustande gebracht werden kann. Die Suche nach globalen Gerechtigkeitsperspektiven beginnen und enden immer in der Zusammenschau der lokalen und globalen menschlichen Bedürfnisse und Hoffnungen. Im philosophischen, ethischen, gesellschaftlichen und politischen Theoriediskurs zur globalen Gerechtigkeitsproblematik haben sich im wesentlichen zwei Auffassungen herausgebildet, die sich argumentativ und praktisch konträr gegenüber stehen. Die wissenschaftliche Debatte reicht dabei von der Suche nach Anschluss-Argumenten, bis hin zur themen- und auffassungszentrierten Beweisführung: Kosmopolitismus versus Partikularismus. Während auf der einen Seite der „gerechtigkeitstheoretische Kosmopolitismus“ die globale Gerechtigkeit und die moralische Bedeutsamkeit als Grundpfeiler der Theorie setzen, stellt der „gerechtigkeitstheoretische Partikularismus“ fest, dass sich die „Gerechtigkeitsprinzipien nicht über den gesamten Erdball erstrecken, sondern dass sie auf ganz bestimmte Domänen der Gerechtigkeit beschränkt sind“ [11].

Ohne Kultur gibt es keine humane Gesellschaft

Die Frage, was Kultur ist, bewegt die Geister des Alltags und der Wissenssphären über die Jahrtausende hinweg. Die cultura animi wird beim römischen Politiker und Philosophen Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.) zum „lebendigen Geist“, und für den italienischen Rechtsphilosophen Giovanni Battista Vico (1668 – 1744) zum „Menschheitsziel“ überhaupt. In der Präambel der Verfassung der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) vom 16. November 1945 heißt es u. a, dass „.die weite Verbreitung der Kultur und die Erziehung des Menschengeschlechts zur Gerechtigkeit, zur Freiheit und zum Frieden für die Würde des Menschen unerlässlich sind und eine heilige Verpflichtung darstellen, die alle Völker im Geiste gegenseitiger Hilfsbereitschaft und Anteilnahme erfüllen müssen“. Damit sind zwar Fixpunkte im Diskurs um Menschlichkeit und Humanität gesetzt – aber die Frage, was Kultur ist, wird damit nicht hinlänglich beantwortet. In der von den Vereinten Nationen für die Jahre 1988 bis 1997 ausgerufenen Weltdekade für kulturelle Entwicklung wird postuliert, dass Kultur friedensstiftend ist und definiert, dass „Kultur heute als die Gesamtheit aller geistigen, materiellen, intellektuellen und emotionalen Aspekte angesehen werden kann, die eine Gesellschaft oder eine soziale Gruppe kennzeichnen“. Als Ziele der Weltdekade wurden festgelegt, dass die kulturelle Dimension bei jeder Form von (individueller, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, kultureller…) Entwicklung berücksichtigt werden muss; dass es gilt, die kulturellen Identitäten der Menschen überall auf der Welt zu stärken; dass eine Ausweitung der Teilnahme aller Bevölkerungsschichten am kulturellen Leben notwendig ist; und dass die internationale kulturelle Zusammenarbeit gefördert werden soll. Spätestens seit dem Cultural turn, als in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Geistes- und Sozialwissenschaften in stärkerem Maße ein erweitertes Kulturverständnis aufnahmen und die kulturelle Blickrichtung hin zur Gesellschaft wendeten, haben auch die Kulturtheorien einen festen Platz im sozialwissenschaftlichen Denken, Forschen und Lehren. Damit entwickeln sich auch ganz unterschiedliche Zugänge, Kulturtheorien zu begründen: Es sind ideengeschichtliche und vor allem anthropologisch-gesellschaftliche Entwürfe, bei denen es darum geht, eine „Balance zwischen Relativismus und Universalismus zu finden“ [12]. Kulturpolitische, -soziologische und -anthropologische Zugänge zur Diskussion um den „homo cultura“ bedürfen der Reflexion und der Anstrengung des Denkens und der Habhaftwerdung dieser Gewissheit [13]. Dass dabei der Gegenwarts- und Zukunftsbezug besondere Herausforderungen darstellen, gehört zu den „neuen Gewissheiten“ [14].

Proaktive Entwicklungszusammenarbeit

Die Veränderungsprozesse, wie sie sich durch Entkolonisierung und nationales Erwachen von abhängigen und marginalisierten Völkern und Staaten ergeben, sind gepflastert mit vielfältigen Formen von Höherwertigkeitsvorstellungen, Egoismen, Arroganzen und Rassismen einerseits, und wohlmeinenden, patriarchalen und altruistischen Einstellungen andererseits. In beiden Fällen fehlt die gleiche Augenhöhe! Die Vorstellung, dass jeder Mensch auf der Erde alltäglich die Verantwortung für die gegenwärtige Existenz und eine gerechte und humane Zukunft der Menschheit mit sich trägt, ist noch längst nicht in das Bewusstsein der Menschen gelangt. Entwicklung als ein fortlaufender Veränderungsprozess hin zu dem Ideal, dass alle Menschen auf der Erde ein euzôia, ein „gutes Leben“ führen können, muss sich immer auf dem schmalen Grad von äußeren Einflüssen und individuellen Aktivitäten bewegen und „Seeds of Movement“ bewirken [15]. Zur Frage, wie die deutsche Entwicklungszusammenarbeit in die globale Aufgabe zur Entwicklung einer gerechter(en) Welt eingebunden und herausgefordert ist, gibt es im Diskurs um Entwicklungspolitik eine Reihe von Positionsbestimmungen und Reaktionen; etwa die, dass wissensbasierte Entwicklungszusammenarbeit Theorie und Praxis braucht [16], wie Außenkulturpolitik aufgestellt werden sollte [17], wie die Spannung zwischen Wohlstand und Plünderung in der Welt beseitigt und  globalgesellschaftliche Entwicklung gerecht und antikapitalistisch gestaltet werden kann [18]. Dazu ist ein normen-, wirtschaftsethisches [19] und systemkritisches Bewusstsein [20] notwendig, und es bedarf für die Verwirklichung einer aktiven, globalen Kompetenz der Fähigkeit, unabdingbare und nicht veränderbare Wirklichkeiten von ideologisch gemachten unterscheiden zu können [21].

Humanismus und Kritik = Weltbewusstsein

Ist Universalität eine (europäische und globale) Vision? Der anthrôpos, so die anthropologische Auffassung, unterscheidet sich vom zôon, dem Tier, nicht nur dadurch, dass der Mensch ein sprach- und vernunftbegabtes Lebewesen ist, sondern auch Anteil am unvergänglichen und göttlichen Geist hat. Er ist somit fähig, seinen Lebensraum human zu gestalten; so jedenfalls Aristoteles in seiner Ethik und Metaphysik. Das philosophische Nachdenken darüber, was der Mensch ist und wie er als menschliches Gemeinschaftswesen in der Welt existieren sollte, zieht sich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Die Spannweite reicht dabei von der Fähigkeit des Menschen als Schöpfer, bis hin zum Zerstörer. Der Welterforscher Alexander von Humboldt hat die Suche nach dem Menschsein in einem (intakten) Lebensraum als „Weltbewusstsein“ bezeichnet, dass die Menschheitsfamilie in Einer Welt lebt und diese allen Menschen gehört. Die Frage, wem gehört die Welt? [22], wie auch die, wer sie reagiert [23], treibt uns Menschen in unserem alltäglichen, lokalen und globalen Denken und Tun um. Und je nach Reflexionsgrad und Intellekt fällt auch die Antwort aus. Der Sozialwissenschaftler Oliver Kozlarek von der Universidad Michoacana in Morelia / Mexiko, ist ein Weltensucher, der in den Geistes- und Kulturwissenschaften für eine „kulturelle Wende“ hin zu einem neuen humanistischen Denken wirbt, bei dem es darauf ankommt, in der wissenschaftlichen Forschung auf die „Kenntnis von den Menschen, die unsere Welt bewohnen, und ihren Kulturen inspiriert werden“ zu setzen. In der Zusammenschau von Humanismus und Kultur entwickelt der Autor eine humanistische Sozialtheorie für die globale Moderne, indem er „die Moderne … als planetarischen Zustand menschlicher Beziehungen“ begreift. [24].

Die Entdeckung der Nachhaltigkeit

„Sustainability“, dieser Begriff blitzte auf, als die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED), die so genannte Brundtland-Kommission, 1987 ihren Bericht "Our Common Future", unsere gemeinsame Zukunft, mit der Mahnung an die Menschheit vorlegte, eine ökologisch tragfähige Entwicklung einzuleiten und das throughput growth, das "Durchflusswachstums" - Denken einzustellen. Während allerdings die einen die Warnung eher als einen Kassandraruf verstehen und umschiffen wollen mit der Aufforderung, ein bisschen weniger (wirtschaftliches) Wachstum zu denken und zu produzieren, sehen die anderen den homo oeconomicus bereits in der Falle sitzen und nicht mehr zu retten. Da ist es angebracht, den Begriff, der Heil verspricht, wie Unheil provoziert, auf die Spur zu kommen und die Herausforderung ins  Spiel zu bringen, dass jeder Mensch in seiner je spezifischen Existenz, seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten immerwährend die Verantwortung für eine friedliche und gerechte Entwicklung der Menschheit in und mit sich trägt. Der „ökologische Fußabdruck“, als Maßband für die Vermessung des notwendigen Lebensraums für ein gerechtes, lebenswertes menschliches Leben auf der Erde, bedarf der Neuvermessung, damit die schreckliche Spirale des zunehmenden Reichtums der bereits Wohlhabenden und der zunehmenden Armut der Habenichtse lokal und global beendet und zurückgedreht werden kann und ein humanes Leben für alle Menschen auf der Erde möglich wird. Ulrich Grober hat eine faszinierende Erzähl-Analyse über den Begriff „Nachhaltigkeit“ verfasst. Dabei ist er von der semantischen Betrachtung, über den historischen Aufriss zur ganz existentiellen Menschheitsfrage gekommen; zufällig? Nein, denn die Gedanken, die er in der Nähe von Goethes Gartenhaus in Weimar vor der vom Dichterfürsten entworfenen „Stein des guten Glücks“ hat, symbolisieren für den Autor, in der Stille des Ortes und der Klangfülle der Natur das, was wir „nachhaltige Entwicklung“ bezeichnen. Ein gutes Bild, das jeder an vielen Orten erleben kann, wenn er sich einlässt auf ein Bewusstsein, dass ein nachhaltiges Denken und (Er-)Leben, lokal und global, nicht vom Himmel fällt oder von irgendwelchen Mächten gegeben wird, sondern erworben werden muss, „vor Ort“ und in Gemeinschaft mit den Menschen auf der Erde [25].

Das Zeitalter des Postwachstums

Als vor mehr als 40 Jahren sieben junge Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in ihren zentralen Computer die vorhandenen Informationen über die Entwicklung der Welt – zur Bevölkerungsentwicklung, den Rohstoffreserven, zur Nahrungsmittel- und Industrieproduktion, Umweltverschmutzung – eingaben und die wahrscheinlichen Tendenzen bis zum Jahr 2100 hochrechneten, da wackelte zum ersten Mal in der neueren Menschheitsgeschichte das auf scheinbar festen Fundamenten gebaute (Glaubens-)Gebäude vom unbegrenzten ökonomischen Wachstum. Die als selbstverständlich hingenommenen und liebgewonnenen Einstellungen, dass die Menschheit sich immer schneller, immer höher, immer weiter und mit immer mehr Gütern entwickeln würde, wurden mit dem MIT-Bericht an den Club of Rome 1972 in Frage gestellt: Die Grenzen des Wachstums seien erreicht! Ein Erschrecken ging um die Welt! Sollte sich der homo sapiens wieder zurück entwickeln und auf die Bäume zurückkehren? Die Horrorszenarien beherrschen seitdem den Diskurs um die Entwicklung der Menschheit genau so wie die Visionen, dass es gelingen könne, den homo oeconomicus hin zum homo mundanus (Wolfgang Welsch) und zum homo empathicus (Jeremy Rifkin) weiter zu entwickeln. Alternatives Denken hat seitdem einen festen Platz im Diskurs um die ökonomische, ökologische und humane Weiterentwicklung der Menschheit. Dem „Immer-weiter-immer-schneller-immer-höher-immer-mehr“ – Denken stehen  Konzepte gegenüber, die den Gemeingut- und Solidaritätsgedanken in den Mittelpunkt stellen.  November 2009 wird die US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Elinor Ostrom mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Sie zeigt auf, dass „mehr wird, wenn wir teilen“ und verweist darauf, dass die Welt Gemeingut ist und Raffgier und Kapitalanhäufung unmenschlich sind [26]. Die sich daraus entwickelnde „Commons“-Bewegung will diese Gedanken in die lokale und globale Wirklichkeit umsetzen [27]. war zeigen sich insbesondere bei den individualistischen, egoistischen und ethnozentrierten Einstellungen Widerstände gegen ein Umdenken bei der lokalen und globalen Daseinsbewältigung der Menschen; doch das Bewusstsein wächst, dass es eines Perspektivenwechsels bedarf . Wenn er von „Versklavung des ökonomischen Denkens und Handelns spricht, will er auf die notwendigen Herausforderungen verweisen, von den inhumanen, kapitalistischen, neoliberalen und konsumtiven Einstellungen Abstand zu nehmen und den scheinbar alternativlosen Konzepten ein „Wirtschaftssystem des langfristigen Gleichgewichts“ entgegen zu setzen [28]

Die Postkoloniale Theorie

Eine Auseinandersetzung mit den historisch-soziologischen, politischen, ökonomischen, kulturellen, individuellen und gesellschaftlichen Interdependenzen, Verflechtungen, Abhängigkeiten und Machtstrukturen erfordert ein intellektuell-historisches und –politisches Nachdenken darüber, wie die Menschheit geworden ist, wie sie ist. Die Postkoloniale Theorie, als interdisziplinäres Forschungsfeld, greift deshalb auf die Wirklichkeiten zurück, wie sie sich als globale Imponderabilien Hier und Heute darstellen, mit dem Ziel, die Ursachen der Macht- und Ohnmachtverhältnisse, der Gerechtigkeits- und Ungerechtigkeitssituationen, der Gleichheits- und Ungleichheitsprozesse zu analysieren, um sie im Sinne einer „globalen Ethik“ zu verändern. Als Erkenntnis und Akzeptanz wird dabei vorausgesetzt, dass Kolonialismus nicht auf einer Tabula rasa stattgefunden hat, sondern von Menschen gemacht wurde. Bei der Frage, warum und wie der Kolonialismus entstanden ist und sich zu einer menschenrechtswidrigen Gewalttat in der Menschheitsgeschichte entwickelt hat, gibt es ganz unterschiedliche Auslegungen und Bewertungen, die sich im neueren Diskurs um die Menschenrechte verdeutlicht [29]. Die Aufforderung zum dekolonialisierten Denken und Handeln umfasst deshalb mehr als die Analyse über die Entstehungsgeschichte des Kolonialismus [30]; denn mit dem Slogan „Fremdes ist schön“, wie das von der Gesellschaft für Internationale Kommunikation und Kultur (INTERKOM) mit dem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gesponserten, massenweise verbreiteten Video in den 1970er Jahren propagiert wurde, wird der Blick auf das Andere nur verstellt, beschönigt und damit auch verfälscht. Es ist deshalb notwendig, den Blick auf uns selbst zu richten, wenn wir das Fremde erkennen wollen [31]

Von Heuschrecken, Gewinnern und Verlierern: Globalisierung wird gemacht

Die Analysen, Prognosen und Warnungen, dass die sich in der immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden Welt ausbreitende Markt-Macht, der „entfesselte Weltmarkt“, mittlerweile nicht mehr nur die traditionellen Verlierer in den ärmeren Ländern der Erde bedrohe, sondern in zunehmendem Maße auch die bisherigen Gewinner und Wohlhabenden, nehmen zu [32]. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat bisher nicht dazu geführt, dass die etablierten Formen und Systeme des „Marktradikalismus“ sich ändern (Atlas der Globalisierung). Der dabei dringend benötigte lokale und globale Bewusstseinswandel hin zu der Erkenntnis, dass die Menschen in Einer Welt leben und die Bewahrung der Lebensgrundlagen nur gemeinsam möglich ist, lässt leider auf sich warten. Globalisierung als ein Versprechen des Zusammenkommens und Einigens darauf Phänomen fällt nicht vom Himmel, sondern sie wird gemacht – von multinationalen Konzernen, von Produzenten und Händlern, von Politikern und Regierungen, von Arbeitern, Wissenschaftlern und Gewerkschaften, von internationalen Organisationen und NGOs, von jedem von uns also mit mehr oder weniger Macht. In der Auseinandersetzung stehen sich die Befürworter der lokalen und globalen, freien Marktwirtschaft und die Vertreter einer kritischen Internationalen Politischen Ökonomie diametral, unversöhnlich und mit wenig Hoffnung auf eine zukunftsfähige Lösung gegenüber [33]. Dabei sprechen die Fakten eine deutliche Sprache! Doch die Anstrengungen, die schädlichen Wirkungen einer globalisierten Weltwirtschaft zu bändigen und zu einer humanen Gestaltung der Globalisierung zu gelangen, werden allzu zögerlich angegangen. Die Argumente, Analysen, Statistiken und Worte liegen schon lange auf dem Welttisch; doch an den Taten mangelt es [34].

Macht ist überall

„Die Anforderungen an die Verantwortlichkeit wachsen proportional zu den Taten der Macht“ (Hans Jonas), diese Anmahnung ist heute aktueller denn je – angesichts der sich in den Zeiten der vielfältigen Umwelt-, Klima-, Finanz-, Wirtschafts-, Technik- und humanen Katastrophen deutlicher artikulierenden Frage: Darf der Mensch alles machen, was er kann? Weil Macht aber jedem Menschen zugehörig ist, ob er es weiß und will oder nicht, kommt es darauf an, Herrschaftsausübung nicht als Mittel zum Zweck zu benutzen, sondern immer darauf zu achten, dass sich Macht, Moral und Verantwortungsbewusstsein in Balance befinden. Dort wo Macht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht – so lautet eine ethische und politische Aufforderung an den Menschen, resistent zu werden gegen die Zumutungen, Verführungen und Wirkungen von Herrschaftsausübung, vor allem wenn es sich um abweichendes, ethisch, moralisch, gesellschaftlich und politisch verwerfliches Verhalten handelt. Der französische Philosoph, Michel Foucault (1926 – 1984) hat sich mit seiner Diskursanalyse auch mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit Macht auch Widerstand hervorruft, gewissermaßen Formen der Resistenz erzeugt, die sich in vielfältiger Weise ausdrücken und zu Tage treten - „mögliche, notwendige, unwahrscheinliche, spontane, wilde, einsame, abgestimmte, kriecherische, gewalttätige, unversöhnliche, kompromissbereite, interessierte oder opferbereite Widerstände“. Foucaults vielfältiges Bemühen, politisches Denken und Handeln der Menschen in der Geschichte und Gegenwart aufzuspüren und zu analysieren, lässt sich im „plebejischen Moment“ erkennen, als „Wunsch, das Spezifische, das Gefährliche des gegenwärtigen Augenblicks in den herrschenden Machtbeziehungen, in der Normalität aufzufinden“ [35]. Wir sind bei der Frage, was Philosophie für die praktische, gesellschaftliche und politische Wirklichkeit auszurichten vermag. Der von Søren Kierkegaard stammende, irgendwie als Fleh-Satz abgemilderte, aber mit zwei Ausrufezeichen versehene Befehl: „O, schaffet Schweigen!!“ kann als das Dilemma betrachtet werden, dem Philosophen ausgesetzt sind: Einerseits wird von ihnen erwartet, dass sie mit ihrem Nachdenken über die Menschen und die Welt Hilfestellungen geben, dass sich die menschlichen Kreaturen selbst erkennen und in der Welt zurecht finden; andererseits haben Philosophen zu allen Zeiten die Tendenz entwickelt, ihre Reflexionen als Befehlssätze aufzuschreiben und auf den Markt zu tragen. Letzteres ist schon wieder als ein Menetekel anzusehen: Weil Philosophie meist als Wahrheitssuche verstanden wird, sind Philosophen darauf angewiesen, sie auch zu Gehör zu bringen; sich gewissermaßen damit auf den „Wahrheitsmarkt“ zu begeben und die Aufmerksamkeit der „Wahrheitskonsumenten“ zu finden [36]. Der philosophische Denk- und Lebensprozess mündet dabei immer in die uralten, immerwährenden und allzeitigen, humanen kantischen Fragen nach dem „Was kann ich wissen?, „Was soll ich tun?“, „Was darf ich hoffen?“,  „Was ist der Mensch?“ [37], und in die Herausforderung, einen Perspektivenwechsel zu vollziehen, wenn, wie das die Enquete Kommission des Deutschen Bundestages in ihrem Schlussbericht „Globalisierung der Weltwirtschaft – Herausforderungen und Antworten“ (12.6.2002) feststellt: „Wenn aber die Globalisierung mehr Menschen in den Zustand oder die Stimmung versetzt, sich machtlos zu fühlen, dann muss in einer Demokratie reagiert werden“.

Globale Gesundheit: Illusion oder Vision?

Jeder Mensch hat das Recht auf einen für die Gesundheit und das Wohlergehen von sich und seiner Familie angemessenen Lebensstandard, einschließlich ausreichender Ernährung, Bekleidung, Wohnung, ärztlicher Versorgung und notwendiger sozialer Leistungen, sowie ferner das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, Verwitwung, Alter oder von anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände. Das wird in Artikel 25 der „globalen Ethik“, wie die von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 proklamierte Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als allgemeingültige und nicht relativierbare Menschheitsnorm bezeichnet wird, zum Ausdruck gebracht. Die am 7. April 1947 als Sonderorganisation der Vereinten Nationen gegründete World Health Organisation (WHO) setzt sich zum Ziel, „einen möglichst guten Gesundheitszustand für alle Menschen ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Stellung zu erreichen“. Sie versteht „Gesundheit“ nicht nur als Freisein von Krankheit oder Gebrechen, sondern als einen Zustand des völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. „Public Health“ als individueller und kollektiver, lokaler und globaler Anspruch ist eine Voraussetzung dafür, eine gerechte, soziale und humane Weltzivilisation zu schaffen. Der Lichtzeiger für eine gerechtere, sozialere, friedlichere humane (Eine?) Welt lautet ja: „Hilfe zur Selbsthilfe“, also weg von den euro- und nordzentrierten Potenzen und „Weissseins“-Dominanzen und hin zu einer globalen Ethik, wie sie in der Präambel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert wird: „Die Anerkennung der allen Mitgliedern der menschlichen Gesellschaft innewohnenden Würde und ihrer gleichen und unveräußerlichen Rechte bildet die Grundlage der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Friedens in der Welt“ – wird mit „Global Health“ auf den Punkt gebracht! [38].

Das Kreativ- und Vertrauenspositiv

„Sei kreativ – und du bist erfolgreich!“ – das ist die Botschaft, die überall wo Menschen handeln, sich bewegen und entfalten ertönt [39]. Creare, das schöpferische Tun, hat seit Jahrtausenden einen süßen Klang, wie gleichzeitig ein Versprechen, dass kreatives Schaffen Menschsein zu ungeahnten Höhen befördert, Emanzipation und Freiheit ermöglicht und zu einer „Ästhetisierung des Sozialen“ führt. Im gesellschaftskritischen, wissenschaftlichen Diskurs ergibt sich dabei ein Spagat, der sich zwischen Faszination, Unbehagen und Distanz bewegt. Die Chance wie der Zwang zur Kreativität bringen dabei gewollte und ungewollte Aufforderungen und Herausforderungen mit sich .Bei der Frage, was Kreativität ist, wie sich dieses individuelle und soziale Phänomen im Menschsein darstellt, welche Herausforderungen, Erwartungen, Erfolge wie auch Enttäuschungen und Misserfolge sich zeigen, erwächst nicht selten das befreiende wie frustrierende Aha-Erlebnis: „Everything has been done“ (Grupo Azorro, 2003). Immer aber entsteht dabei der Anspruch, aus Bestehendem Neues zu schaffen und weiter zu entwickeln. Eine ästhetische, vielleicht sogar existentielle Antwort darauf können Soziologen, Psychologen, Anthropologen und Kulturwissenschaftler geben: „Das Neuartige im Sinne des Kreativen ist dann nicht lediglich vorhanden wie eine technische Errungenschaft, es wird vom Betrachter und auch von dem, der es in die Welt setzt, als Selbstzweck sinnlich wahrgenommen, erlebt und genossen“ [40]. Eine zweite Voraussetzung dafür, lokal und global denken und handeln zu lernen, besteht darin, dem Faszinosum und der Komplexität des Vertrauens auf die Spur zu kommen. Es ist das Zauberwort, das eingesetzt wird, wenn scheinbar Gespräche, Situationen und Verhaltensweisen aus dem Ruder zu laufen drohen, wenn Konflikte Kommunikationen erschweren oder gar unmöglich machen [41]. „Vertrauen haben“, als ethische und moralische Charaktereigenschaft hat deshalb im philosophischen, gesellschaftlichen und individuell-alltäglichen Denken und Handeln einen hohen Stellenwert [42]. Der Mensch, so eine biologische Interpretation, entwickelt von sich aus ein Grundvertrauen, insbesondere wenn es um Beziehungen zu anderen Menschen, um Kontakte und Kommunikation geht. Damit Vertrauen aber mehr sein kann als die Abwesenheit von Misstrauen, bedarf es eines Sozialverhaltens, das auf den Grundlagen des Logos wie des Pathos (Aristoteles) beruht. Niklas Luhmann etwa geht davon aus, dass Vertrauen ein elementarer Tatbestand des sozialen Lebens ist. Und in den Sprichwörtern wird die Bedeutsamkeit, Vertrauen zu entwickeln, in vielfältigen Ausdrücken deutlich: „Vertrauen ist das Gefühl, einem Menschen sogar dann glauben zu können, wenn man weiß, dass man an seiner Stelle lügen würde" (Henry Louis Mencken), "Vertrauen ist Mut, und Treue ist Kraft" (Marie von Ebner-Eschenbach), bis hin zur einschränkenden Habacht: "Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser", was angeblich von Lenin gesagt wurde. Bereits damit wird deutlich, dass Vertrauen nicht nur des eigenen Willens und der Fähigkeit bedarf, human zu leben, sondern vor allem auch bedingt ist durch die Bereitschaft des Gegenübers, Vertrauen entgegen zu nehmen und zu geben. Demnach ist die Frage danach, was Vertrauen ist und sich auswirkt, nicht einfach damit zu beantworten, dass Vertrauensfähigkeit eine „weiche“ Einstellung und Verhaltensweise ist; vielmehr, das zeigen die vielfältigen Formen und Erfahrungen des Alltagslebens, dass Unvertrauen und Vertrauensverlust eng zusammenhängen mit den gesellschaftlichen und sozialen Bedingungen, wie mit den Werten, Normen, kulturellen und interkulturellen Identitäten des menschlichen Daseins [43].

Interkulturelle Kompetenz

Der didaktische und weltoffene, wissenschaftliche Diskurs darüber, wie in der sich immer interdependenter und entgrenzender entwickelnden Einen (?) Welt das Denken und Handeln der Menschen auf der Erde sich so gestalten kann, dass „Verständnis und Achtung für alle Völker, ihre Kulturen, Zivilisationen, Werte und Lebensweisen“ als Grundlage eines humanen, friedlichen und gerechten Zusammenlebens möglich sind [44], chargiert in der Spannweite, wie sie die römischen Philosophen und später Thomas Hobbes gesehen haben: Der Mensch kann sowohl ein Gott für den Menschen, wie auch ein Wolf für ihn sein. In der aristotelischen Auffassung ist der anthrôpos ein vernunftbegabtes Lebewesen, das in der Lage ist, ein gutes Leben zu führen. Und die moderne, menschenrechtliche Sichtweise, dass Menschen, weil sie frei und gleich an Würde und Rechten geboren, mit Vernunft und Gewissen begabt sind, einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen sollen (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 1), gilt als allgemeingültige, nicht relativierbare und ethische Norm des Menschseins. Doch zwischen den hehren, normorientierten Ansprüchen und den existierenden Wirklichkeiten klaffen Lücken, das zeigt uns die Menschheitsgeschichte bis heute. Solange die Menschen in national und ideologisch eingegrenzten und kulturell relativ eindeutig definierten Räumen lebten, war die Bestimmung dessen, was eigen und was fremd ist, meist eindeutig: Entweder ist mir das Fremde fremd und ich lehne es an, weil es fremd ist; oder das Fremde und die Fremden üben ein Interesse und eine Faszination für mich aus, dann ist es mir möglich, Verständnis und Zugang und für das Andere zu finden. Gelingt letzteres, bieten sich mir wieder zwei Möglichkeiten an: Zum einen erkenne ich im Fremden das Anderssein zum Eigenen dadurch, dass ich die Defizite und vermeintlichen Mängel, etwa in seinem Aussehen, seinem Denken und seinen Lebensgewohnheiten, der Sprache, der Kleidung, des Glaubens, wahr nehme und entweder ablehnend oder altruistisch darauf reagiere; zum anderen merke ich, dass das Anderssein des Fremden eine Bereicherung und eine Chance für meine eigene Identitätsentwicklung darstellt, und es gelingt mir, mich darauf empathisch zu beziehen [45].

Der Wertediskurs

Es ist der Dreischritt eines Wertdenkens und -handelns, der erst einmal einen Zugang zu der Fragestellung bietet: „Etwas ist ein Wert“ – „Etwas hat einen Wert“ – „Etwas genießt Wertschätzung“. Damit lässt sich dann die Frage danach stellen, wie Werturteile sich bilden, zustande kommen, veranlasst werden und wirken, etwa indem die Searlesche Sprechakttypologie (GSG) zu Hilfe genommen wird. Deutlich dabei wird, bei Berücksichtigung von theoretischen Formaten, etwa der „Hume-These“, wie sich das Verhältnis von tatsächlichen, also objektiven Werteigenschaften zu vermeintlichen und subjektiven Wertschätzungen bestimmen lässt und der Wahrheitsfindung dient. Die in der Sozialphilosophie und Wirtschaftstheorie entwickelten Formen und Erklärungen zur Wertgenesestellen sich als divergierende, theoretisch verfasste und praktisch ausgeübte unterschiedliche Wertvorstellungen dar, die sich in Dichotomien (H. Putnam / A. Sayer) ausdrücken. Damit „Interessen“ sich im Wertediskurs nicht als egoistische, ethnozentrische oder individualistische (Leit-) Linien und Wegweiser auf den Pfaden durch den „Sumpf“ der Wertbenennungen, -auffassungen und -benennungen etablieren und gewissermaßen „urwüchsig“ werden [46], ist eine wissenssoziologische Betrachtung hilfreich. Der Soziologe (em.) der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt/M., Jürgen Ritsert, legt ein Essay vor, in dem er Bestandteile und Bausteine aus seinem Lehr- und Forschungsleben zusammen trägt, die als Wegweiser dienen könnten, „ein wenig bei einer zügigen Durchquerung des Sumpfes (zu) helfen“. Die Bezeichnung „Sumpf“, als gefährliches, tückisches und trügerisches Landschaftsgebilde legt erst einmal die Vermutung nahe, dass diese intellektuelle Bewältigung ein risikobehaftetes Unternehmen darstellt; weil aber der „Sumpf“ gleichzeitig in seiner Naturwüchsigkeit wunderbare Pflanzen hervorbringt und Lebewesen einen ausgezeichneten Lebensraum ermöglicht, lässt sich das „sumpfige“ Vorhaben auch als Brücke begehen und mit seinem  „Kreislaufmodell“, dessen Grundlagen philosophische, soziologische und lebensweltliche Paradigmen und historisch Gedachtes sind, nachvollziehen. Es sind die Wertideen, die unseren Alltag bestimmen und allgemeine und besondere Problemsituationen bewältigen lassen; und es ist das Erkenntnisinteresse in Theorie und Praxis , das Menschen leitet, denken und handeln lässt, die den Begriff des „Werts“ so nachfragenswert, reflexionswürdig und diskussionsfähig werden lässt [47].

Demokratie als Lebensform

Die hehren Forderungen, wie sie sich spätestens seit der Französischen Revolution in das politische Bewusstsein eingeprägt haben, dass Herrschaft, also politisches Bewusstsein und Handeln, nicht nur für das Volk gemacht werden solle, sondern grundsätzlich durch das Volk legitimiert und mit dem Volk realisiert werden müsse, haben sich in demokratischen Gesellschaften allzu selbstverständlich etabliert. Das hat zur Folge, dass in demokratischen Gesellschaften demokratische Strukturen, wie Menschenwürde, Grund(Menschen-)rechte, freie und unabhängige Wahlen, qua System grundgelegt sind; aber nicht selten von denen, die diese Werte in Anspruch nehmen können, als selbstverständlich angesehen werden. Wir sprechen von der Wertschätzung, die oftmals für demokratische Werte- und Normvorstellungen fehlt. Demokratiebewusstsein aber muss immer wieder neu entwickelt, erkämpft und verteidigt werden [48]; und es ist notwendig, demokratische Strukturen neu an den lokal- und globalgesellschaftlichen Entwicklungen zu messen. Dabei gilt es zum einen, die undemokratischen Wirklichkeiten in der Welt zu benennen, zu kritisieren und das Bewusstsein zu stärken, dass Demokratie Herrschaft des Volkes ist; zum anderen auch die Aufmerksamkeit auf demokratische Werte zu lenken, sie zu schützen und die Kompetenz zu entwickeln, sie zu bewahren, weiterzuentwickeln und zu verteidigen [49]. Dabei kommt es sowohl darauf an, nicht Alarmismen noch Katastrophenstimmungen zu erzeugen, sondern sich der Baustellen zu versichern, die sich auf der Agenda unseres zivilgesellschaftlichen und politischen Bewusstseins befinden [50].

Die Enttarnung des homo oeconomicus

Welche Bezeichnungen werden dem Menschen, angesichts seiner Fähigkeiten und Unarten, nicht alles angegetitelt. Der homo sapiens ist ein zôon politikon und ein homo sozialis, ein homo faber und homo clausus, ein homo inermis und homo superior, ein homo ludens und homo ridens, ein homo soziologicus und homo empathicus, ein homo oeconomicus und homo oecologicus... Sie werden je nach Thema, Motiv und Anlass erfunden und kombiniert. Wenn Argumente und Prognosen über den Zustand der Welt sich verdichten und die negativen, kapitalistischen Entwicklungen des homo oeconomicus immer deutlicher werden, melden sich mittlerweile nicht nur System- und Gesellschaftskritiker zu Wort, sondern auch kritische Geister, die bisher eher marktkonforme und neoliberale Positionen vertraten Der Journalist und Mitherausgeber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Frank Schirrmacher (1959 – 2014) hat die Entwicklung der Welt und Menschheit als „Skandalon des kapitalistischen Reichtums und der prekären Armut in der Welt“ bezeichnet. Wenn er nun in seinem letzten Buch „Ego. Das Spiel des Lebens“ die populären und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen über den notwendigen lokalen und globalen Perspektiven- und Systemwechsel, weg vom kapitalistischen, neoliberalen und hin zu einem ethisch-fundierten nachhaltigen Denken und Handeln, zusammenfasst und die auf 35 Seiten aufgelisteten rund 500 Publikationen zum Pro und Contra globalökonomischen Tuns zu eigenen Argumenten verarbeitet, wird man sagen können: Die vorliegenden Analysen, Bestandsaufnahmen und Visionen, die deutlich machen, dass es möglich ist, eine andere, gerechtere (Eine?) Welt zu schaffen, überzeugen und machen aus angepassten Mitläufern kritische und kreative Gegenläufer! [51]. Autor
Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
E-Mail Mailformular www.initiativen-partnerschaft.de
www.EineWelt-Hildesheim.de

[1] Dennis L.Meadows, u.a., Die Grenzen des Wachstums, Stuttgart 1972; Mesarovic / Pestel, Menschheit am Wendepunkt, Stuttgart 1974: Global 2000. Der Bericht an den Präsidenten, Frankfurt/M., 1980; Willy Brandt, Das Überleben sichern. Bericht der Nord-Süd-Kommission, Köln 1980; Stiftung Entwicklung und Frieden, Die Herausforderung des Südens. Der Bericht der Südkommission, Bonn-Bad Godesberg 1991

[1] Bundesumweltministerium, Agenda 21, Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 in Rio de Janeiro, Bonn o.J., S. 9

[2] WCED, Our Common Future, 1987; Volker Hauff, Hrsg., Unsere Gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, Greven 1987, 421 S.

[3] Deutsche UNESCO-Kommission, Unsere kreative Vielfalt. Bericht der Weltkommission „Kultur und Entwicklung“ (Kurzfassung), 2. erweit. Ausgabe, Bonn 1997, S. 18

[4] E+Z, Entwicklung und Zusammenarbeit, Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung, Postfach 303210, 10729 Berlin, http://www.dse.de (Die monatlich erscheinende E+Z kann von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen kostenlos abonniert werden)

[5] Die spannende Auseinandersetzung wird in dem Buch Reinold E. Thiel (Hg.), Neue Ansätze zur Entwicklungstheorie, Deutsche Stiftung für internationale Entwicklung, Themendienst 10, Bonn 1999, 400 S., dokumentiert

[6] Veronika Wittmann, Weltgesellschaft. Rekonstruktion eines wissenschaftlichen Diskurses, 2014, zur Rezension

[7] Ulrich Duchrow, Gieriges Geld. Auswege aus der Kapitalismusfalle – Befreiungstheologische Perspektiven, 2013, zur Rezension; Manfred Lütz, Bluff! Die Fälschung der Welt, 2012, zur Rezension

[8] Lima, Mosca Azul Editores 1998; vgl. dazu auch das Interview mit ihm in: UNESCO-Kurier 7/8-1999, S. 60ff

[9] Deutsche UNESCO-Kommission, Menschenrechte. Internationale Dokumente, Bonn 1981, S. 48

[10] Paul Collier, Der hungrige Planet. Wie können wir Wohlstand mehren, ohne die Erde auszuplündern, 2011, zur Rezension

[11] Christoph Broszies / Henning Hahn, Hrsg., Globale Gerechtigkeit. Schlüsseltexte zur Debatte zwischen Partikularismus und Kosmopolitismus, 2010, zur Rezension

[12] Dorothee Kimmich. Hrsg., Kulturtheorie, 2010, zur Rezension

[13] Frank Adloff / Sebastian M. Büttner / Stephan Moebius / Rainer Schützeichen, Hg., Kultursoziologie. Klassische Texte – Aktuelle Debatten. Reader, 2014, zur Rezension

[14] Andreas Hartmann / Oliwia Murawska, Hg., Representing the Future. Zur kulturellen Logik der Zukunft, 2015, zur Rezension

[15] Maria Mies, Hrsg., Farida Akther: Samenkörner sozialer Bewegungen. Frauenbewegungen und andere Bewegungen in Bangladesh und weltweit, 2011, zur Rezension

[16] Michael Bohnet, 40 Jahre Brücken zwischen Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik. ökonomische, ökologische, politische, soziale und kulturelle Bezüge, 2011, zur Rezension

[17] Patrick Schreiner, Außenkulturpolitik. Internationale Beziehungen und kultureller Austausch, 2011, zur Rezension

[18] Gerhard Hauck, Globale Vergesellschaftung und koloniale Differenz, 2012, zur Rezension

[19] Thomas Retzmann / Tilmann Grammes, Hrsg., Wirtschafts- und Unternehmensethik. 15 Unterrichtsbausteine für die ökonomische und gesellschaftspolitische Bildung, 2014, zur Rezension

[20] Louis Althusser, Das Kapital lesen, 2014, zur Rezension

[21] Rainer Öhlschläger / Hartmut Sangmeister, Hrsg., Von der Entwicklungshilfe zur internationalen Zusammenarbeit. Chancen nutzen – Zukunft gestalten, 2013, zur Rezension

[22] Heinrich-Böll-Stiftung / Silke Helfrich, Hrsg., Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter, 2009, zur Rezension

[23] Ian Morris, Wer regiert die Welt? Warum Zivilisationen herrschen oder beherrscht werden, 2011, zur Rezension

[24] Oliver Kozlarek, Moderne als Weltbewusstsein. Ideen für eine humanistische Sozialtheorie in der globalen Moderne, 2011, zur Rezension

[25] Ulrich Grober, Die Entdeckung der Nachhaltigkeit, 2010, zur Rezension; Georg Müller-Christ / Anna Katharina Liebscher, Hrsg., 55 Gründe für mehr Nachhaltigkeit. Ein Projekt von Studierenden der Universität Bremen für eine Welt mit Zukunft, 2013, zur Rezension

[26] Elinor Ostrom, Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter, 2011, zur Rezension

[27] Heinrich-Böll-Stiftung / Silke Helfrich, Hrsg., Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter, München 2009, zur Rezension

[28] Reiner Klingholz, Sklaven des Wachstums - die Geschichte einer Befreiung, 2014, zur Rezension

[29] Jan Eckel, Die Ambivalenz des Guten. Menschenrechte in der internationalen Politik seit den 1940ern, 2014, zur Rezension; sowie: Hans Joas, Sind die Menschenrechte westlich? 2015, zur Rezension

[30] Maria do Mar Castro Varela / Nikita Dhawan, Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung, 2015, zur Rezension

[31] Ulrich van der Heyden / Joachim Zeller, Hrsg., Kolonialismus hierzulande. Eine Spurensuche in Deutschland, 2008, zur Rezension vgl. auch: Wulf Schmidt-Wulffen, Die "Zehn kleinen Negerlein". Zur Geschichte der Rassendiskriminierung im Kinderbuch, 2010, zur Rezension

[32] Harald Weinrich, Über das Haben. 33 Ansichten, 2012, zur Rezension

[33] Saral Sarkar, Hrsg., Die Krisen des Kapitalismus. Eine andere Studie der politischen Ökonomie, 2010, zur Rezension

[34] Nicola Liebert / Barbara Bauer, Die Globalisierungsmacher. Konzerne, Netzwerker, Abgehängte, 2007, zur Rezension; Michael J. Sandel, Was man für Geld nicht kaufen kann. Die moralischen Grenzen des Marktes, 2012, zur Rezension

[35] vgl. dazu: Daniel Hechler, Alex Philipps, Hg., Widerstand denken. Michel Foucault und die Grenzen der Macht, Bielefeld 2008, zur Rezension; Hans Jürgen Krysmanski, Hirten & Woelfe. Wie Geld- und Machteliten sich die Welt aneignen oder: Einladung zum Power Structure Research, 2014, zur Rezension; siehe auch: Stefano Liberti, Landraub. Reisen ins Reich des neuen Kolonialismus, 2012, zur Rezension

[36] Jos Schnurer, Wer philosophiert – lebt! 28.01.2014, zur Materialie

[37] Wolfgang Kersting: Macht und Moral. Studien zur praktischen Philosophie der Neuzeit, 2010, zur Rezension

[38] Oliver Razum / Hajo Zeeb / Olaf Mueller / Albrecht Jahn, Hrsg., Global Health. Gesundheit und Gerechtigkeit, 2014, zur Rezension

[39]  Siegfried Preiser / Nicola Buchholz, Kreativität, 2008, zur Rezension

[40] Andreas Reckwitz, Die Erfindung der Kreativität, 2012, zur Rezension

[41] Markus Weingardt, Hrsg., Vertrauen in der Krise. Zugänge verschiedener Wissenschaften, 2011, zur Rezension

[42] Siegfried Schumann, Individuelles Verhalten. Möglichkeiten der Erforschung durch Einstellungen, Werte und Persönlichkeit, 2012, zur Rezension

[43] Martin Hartmann, Die Praxis des Vertrauens, 2011, zur Rezension

[44] Deutsche UNESCO-Kommission, Empfehlung zur „internationalen Erziehung“, Bonn 1990, 37 S.

[45] Anne-Christin Schondelmayer, Interkulturelle Handlungskompetenz. Entwicklungshelfer und Auslandskorrespondenten in Afrika. Eine narrative Studie, 2010, zur Rezension

[46] Eberhard Straub, Zur Tyrannei der Werte, 2010, zur Rezension

[47] Jürgen Ritsert, Wert. Warum uns etwas lieb und teuer ist, 2013, zur Rezension

[48] Hans Berkessel /Wolfgang Beutel / Hannelore Faulstich-Wieland / Hermann Veith, Hrsg., Jahrbuch Demokratiepädagogik 2013, zur Rezension

[49] Siegfried Schiele, Demokratie in Gefahr? zur Rezension

[50] Serge Embacher, Baustelle Demokratie. Die Bürgergesellschaft revolutioniert unser Land, 2012, zur Rezension

[51] Frank Schirrmacher, Ego. Das Spiel des Lebens, 2013, zur Rezension

Aktuelle Rezension

Buchcover

Heidrun Kiessl: Systemische Ansätze in der Heilpädagogik. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2019. 170 Seiten. ISBN 978-3-17-033064-1.
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