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Frauen in Führungspositionen: Bis 2030 gleiche Verteilung in NGO´s?

In Nichtregierungsorganisationen wie Vereinen und Stiftungen sind zwar mehr als zwei Drittel der Beschäftigten Frauen, doch an der Spitze der Organisationen liegt der Frauenanteil nicht einmal bei einem Drittel. Ein nun gestartetes strategisches Monitoring soll die Gründe hierfür herausarbeiten. Ziel: Bis 2030 soll das Verhältnis bei 50:50 liegen.

Das Bundesfrauenministerium wird gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein FAIR SHARE of Women Leaders e.V. bis 2024 ein Monitoring durchführen, das den Ursachen für die Benachteiligung von Frauen im Non-Profit-Sektor auf den Grund geht. Hintergrund ist die von FAIR SHARE im Frühjahr veröffentlichte Studie, aus der unter anderem hervorgeht, dass die Chancen für Männer auf eine Führungsposition in NGO´s um das Sechsfache höher liegen als für Frauen. FAIR SHARE verweist in diesem Zusammenhang auf eine eklatante Diskrepanz zwischen Leitbildern und Idealen vieler Organisationen und ihrer eigenen Umsetzungspraxis. 

Auch aus diesem Grund wünschen sich die Initiator*innen des Monitorings eine starke Beteiligung von NGO´s bei der kommenden Monitoring-Runde, die im Oktober starten wird. So werden Organsiationen dazu aufgerufen, sich an der Datenerfassung zu beteiligen. Das Besondere: Es müssen nicht zwangsläufig die Geschäftsführungen teilnehmen, sondern auch Mitarbeiter*innen ohne Führungsverantwortung können den Fragebogen ausfüllen

Helene Wolf, Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende von FAIR SHARE, sieht das Monitoring als eine Chance für den Non-Profit-Bereich: "Wir wollen den Sektor dabei unterstützen, die eigene Organisationskultur kritisch zu hinterfragen und gemeinsam neue Wege zu gehen.“ Und auch Bundesfrauenministerin Giffey wünscht sich einen erfolgreichen Verlauf: "Was es für die Privatwirtschaft und den öffentlichen Dienst bereits gibt, wird der FAIR SHARE Monitor nun für den zivilgesellschaftlichen Sektor leisten: eine kontinuierliche Erfassung der Daten zu Frauen in Führung. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Transparenz. Wir erwarten dadurch spürbare Impulse für Veränderungen in den Organisationen.“

Organisationen, die sich an einem Wandel beteiligen möchten, können auf der Seite von FAIR SHARE eine freiwillige Selbsverpflichtung unterschreiben, mit der sie signalisieren, dass sie an einer echten Transformation interessiert sind. Auch gibt es dort eine Übersicht, die den aktuellen Stand wichtiger Organisationen aus dem NPO-Bereich in Sachen Gleichstellung in Führungspositionen anzeigt. 

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Buchcover

Regina-Maria Dackweiler, Alexandra Rau, Reinhild Schäfer (Hrsg.): Frauen und Armut - feministische Perspektiven. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 474 Seiten. ISBN 978-3-8474-2203-7.
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