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Fachstelle fordert Konsequenzen aus Campingplatz-Missbräuchen

Nach den massenhaften sexuellen Übergriffen auf Kinder auf einem ostwestfälischen Campingplatz fordert die Kölner Fachstelle gegen sexuellen Missbrauch, Zartbitter e.V., strukturelle Konsequenzen. Es fehle an traumatherapeutisch geschultem Personal und Sensibilität im Umgang mit Opfern und ihren Angehörigen.

Die Kölner Fachstelle gegen sexuellen Kindesmissbrauch Zartbitter weist darauf hin, dass offensichtlich kein spezialisiertes Kriseninterventionsteam eingesetzt wurde, um einen sensiblen und professionellen Umgang mit den Opfern der massenhaften Missbräuche von Lügde zu gewährleisten. Während dies bei Naturkatastrophen, Zugunglücken und Amokläufen eine Selbstverständlichkeit sei, habe man der öffentlichen Berichterstattung keinerlei Hinweise entnehmen können, dass ein spezialisiertes Team im Einsatz gewesen sei. Vielmehr habe es den Anschein, dass im Bereich der Opferhilfe – sofern die Medienberichterstattung zutrifft – weiterhin die Jugendämter in der Fallverantwortung stünden, die zuvor grundlegend versagt hätten.

Aus Sicht von Zartbitter habe das Versagen der Jugendhilfe in Fällen sexualisierter Gewalt gegen Kinder strukturelle Ursachen. In erster Linie sei eine unzureichende Qualifikation der Pädagog*innen und Sozialarbeiter*innen zu bemängeln. So werde das Thema sexueller Missbrauch von Kindern in den grundlegenden Bachelor-Studiengängen kaum oder gar nicht besprochen.

Mit Blick auf die nordrhein-westfälische Landesregierung gibt Zartbitter zu bedenken, dass es an traumatherapeutisch qualifizierten Interventionsteams fehle, die allen Beteiligten - also auch den eingesetzten Fachkräften der Jugendämter - zur Verfügung gestellt werden könnten. Dies sei bedenklich, da wegen des stärkeren öffentlichen Bewusstseins für die Thematik mit der Aufdeckung weiterer umfangreicher Fälle zu rechnen sei.


Quelle: Fachinformation von Zartbitter e.V. vom 29.03.2019

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