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Ehegattensplitting abschaffen - Vielfalt der Familien gerecht werden

05.10.2018 | Sozialpolitik | Nachrichten

Mit einer Empfehlung aus dem Bundesfinanzministerium, das Ehegattensplitting abzuschaffen, könnte der Weg frei werden für ein zeitgemäßes Steuerrecht, was der Vielfalt der Familien gerecht wird. Das sat der Verband berufstätiger Mütter (VBM), der seit Jahren Individualbesteuerung fordert. Das Argument: Die überholte Begünstigung traditioneller Rollenverteilungen behindert nicht nur gleichwertige Teilhabe am Arbeitsmarkt und Einkommen zwischen den Geschlechtern, sondern hat durch den Einfluss auf die Erwerbsbiografie auch einen negativen Einfluss auf die Rente insbesondere für Frauen. Denn Altersarmut hat ein Gesicht und das ist weiblich! 

Frauenverbände, Berufsverbände, Organisationen sowie wissenschaftliche Studien, wie beispielsweise beide Gleichstellungsberichte der Bundesregierung, stützen diese Sichtweise. Paare werden nach Ansicht des VBM durch das Ehegattensplitting überwiegend in die Einernährer- mit Zuverdienerrolle gedrängt. Weder Männer noch Frauen wünschen dies, so der VBM, und auch viele Familien sind inzwischen auf gleichwertige gute Einkommen durch steigende Lebenshaltungskosten angewiesen. Der mit dem Ehegattensplitting verbundene Splittingvorteil komme nur Verheirateten zu Gute und hierbei mit dem meisten Gewinn, wenn die Gehälter sich in Höhe stark unterscheiden.

Ehegattensplitting in der Kombination mit der beitragsfreien Mitversicherung in der Krankenkasse, dem arbeitsmarktpolitischen Instrument des Minijob und im Rentenbezug der Witwenrente sowie der Präsenzkultur am Arbeitsmarkt anstelle beispielsweise „Führen in Teilzeit", steht den gesellschaftlichen Entwicklungen der Vielfalt von Familienformen – von Patchwork über Allein- bis Getrennterziehend - klar entgegen. Zudem hemmt das Ehegattensplitting die am besten ausgebildete Frauengeneration auch an gleichwertiger Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt mit entsprechendem Einkommen, Posten und Positionen entsprechend jeweiliger Qualifikation. Mit dem Wegfall des Splittings wäre der Weg zu echter Wahlfreiheit der Aufgabenverteilung in der Partnerschaft eröffnet und andere Erwerbsbiografien vor allem auch für Frauen, insbesondere vor dem Hintergrund von familiären Verpflichtungen, möglich" erklärt Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verband berufstätiger Mütter und Initiatorin des Equal Pension Day und führt weiter aus: „Dies hat mit der Rente als Spiegel des Erwerbslebens dann auch eine entscheidende Auswirkung auf die Rentenhöhe. Auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels kommt der aktuelle Vorstoß seitens des Bundesfinanzministeriums das Ehegattensplitting zu kippen sicherlich auch den Vertreter*innen aus der Wirtschaft entgegen." Die Vorstandsvorsitzende des VBM ist überzeugt: „Die Abschaffung des Ehegattensplittings und die Etablierung der Individualbesteuerung sind wichtige Erfüllungsgehilfen für Equal Pay." 


Quelle: Pressemitteilung des VBM am 1. Oktober 2018

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