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Paritätisches Jahresgutachten: Die meisten Deutschen sorgen sich um sozialen Zusammenhalt

Wachsende soziale Ungleichheit und eine Gefährdung des sozialen Zusammenhaltes in Deutschland konstatiert der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem aktuellen Jahresgutachten. Er fordert ein soziales Reform- und Investitionsprogramm.

Der Verband begrüßt zwar, dass die Bundesregierung die Stärkung des sozialen Zusammenhaltes als vorrangiges Ziel formuliert hat; hält jedoch die bisher beschlossenen Maßnahmen bei Weitem nicht für ausreichend.  

„Das Jahresgutachten zeigt: In der Gesetzgebung der vergangenen Jahre gibt es ein doppeltes Defizit. Es fehlt an politischen Maßnahmen, die gezielt darauf gerichtet sind, gerade besonders von Einkommensarmut betroffene oder gefährdete Personengruppen zu unterstützen. Und es fehlt am politischen Willen, die bestehende Ungleichheit durch eine stärkere Besteuerung leistungsfähiger Bevölkerungsgruppen beseitigen zu helfen", so Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbands.

Eigene Soziale Themen beschäftigen das Land 

Insbesondere beim Thema Langzeitarbeitslosigkeit und der Bekämpfung von Altersarmut sieht der Paritätische dringenden Handlungsbedarf. Darüber hinaus fordert der Verband u.a. Investitionen im Gesundheitsbereich, den Ausbau von Angeboten für Kinder und Jugendliche und sozialer Beratungsdienstleistungen. Grundsätzlich brauche es mehr staatliche Anerkennung und Unterstützung für gemeinnützige, soziale und zivilgesellschaftliche Initiativen in Deutschland. 

Der Paritätische Gesamtverband spricht von einem Vertrauensverlust bei den Bürgerinnen und Bürgern nieder. Beinahe 90 Prozent der Bevölkerung sorgten sich um den sozialen Zusammenhalt in Deutschland, so das Ergebnis von Umfragen, die der Paritätische anlässlich der Vorstellung seines Jahresgutachtens präsentiert. So verweist Rosenbrock bei der pressekonferenz auf die vor wenigen Wochen veröffentlichte repräsentativen Emnid- Umfrage zu den aus Sicht der Bevölkerung drängendsten politischen Themen.

79 Prozent der Befragten sahen als wichtigstes politisches Ziel die Vermeidung von Altersarmut, dicht gefolgt von der Herstellung gleicher Bildungschancen (76 Prozent). Gegenüber einer gleichartigen Emnid-Umfrage aus dem August 2017, in der die Herstellung gleicher Bildungschancen (75 Prozent) und die Verhinderung von Altersarmut (70 Prozent) als wichtigste Themen bezeichnet wurden, hat die Relevanz der Alterssicherung in der Bevölkerung nochmals zugenommen, kommentiert der Wohlfahrtsverband. Zum Vergleich: Eine Begrenzung der Zuwanderung sahen die Befragten in keiner der beiden Umfragen als vorrangiges Thema. Mit 39 Prozent der Bevölkerung schätzte nicht einmal die Hälfte der 2018 Befragten die Bedeutung des Themas als besonders wichtig ein, das entsprach Platz 13 von 20 genannten Themen.

 


Quelle: Presseinformation des Paritätischen Gesamtverbandes vom 7. August 2018

Aktuelle Rezension

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Stephan Straßmaier, Hans Werbik: Aggression und Gewalt. De Gruyter Oldenburg (Berlin) 2018. 457 Seiten. ISBN 978-3-11-051930-3.
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