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Diakonie veröffentlicht Gleichstellungsatlas

Sozialberufe werden nach wie vor überwiegend von Frauen ergriffen, doch in die Führungsebene gelangen nur die wenigsten von ihnen. Dies gilt auch für die Mitgliedsorganisationen der Diakonie, wie der Bundesverband selbstkritisch erklärt. Ergebnisse einer umfassenden Befragung offenbaren erhebliche Defizite in puncto Gleichstellung.

Im sogenannten Gleichstellungsatlas der Diakonie, für den die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung zusammengetragen wurden, macht der Diakonie Bundesverband die genauen Zahlen transparent: Obwohl 77% aller Mitarbeitenden weiblichen Geschlechts sind, werden nicht einmal ein Drittel (31%) aller Positionen der obersten Leitungsebene (Geschäftsführunge und Vorstände) von Frauen besetzt. Auch in Aufsichtsräten sind Frauen deutlich unterrepräsentiert. Hier liegt die Quote bei nur 29%. Auch mit Blick auf die Frage, in welchen Anstellungsverhältnissen Frauen und Männer bei der Diakonie arbeiten, offenbart der 'Gleichstellungsatlas' krasse Unterschiede: So sind Männer beispielsweise in der obersten Gehaltsklasse am stärksten vertreten, obwohl sie in absoluten Zahlen deutlich in der Minderheit sind. 

Diakonie-Präsident Ulrich Lilie zeigt sich angesichts der Zahlen selbstkritisch. So sieht er "deutlichen Nachholbedarf" auf der Führungsebene. Ihm ist wichtig, dass Gleichstellung "kein Lippenbekenntnis" bleiben dürfe. Vielmehr müssten die nun veröffentlichten Zahlen als Grundlage dienen, die Verhältnisse spürbar zu verbessern. Er verspricht hierzu konkrete Handlungsschritte: "Wir werden dieses Ziel nun in einer konsequenten und effektiven Strategie verankern und entsprechende Vorschläge entwickeln, welche Maßnahmen von der Diakonie Deutschland sowie den Landes- und Fachverbänden zu ergreifen sind".

Die repräsentative Erhebung unter diakonischen Einrichtungen und Diensten sowie Landes- und Fachverbänden wurde 2018 vom Berliner Forschungsinstitut House of Research im Auftrag der Diakonie Deutschland durchgeführt. Erhoben wurden erstmals geschlechtsdifferenzierte Daten zur Repräsentanz von Frauen und Männern in Führungspositionen, Entscheidungs- und Aufsichtsgremien und in Mitarbeitendenvertretungen in der Diakonie, zum Stand institutionalisierter Gleichstellungsarbeit und zu Maßnahmen familienorientierter Personalpolitik. Gleichzeitig enthält der Atlas auch eine Bestandsaufnahme der Beschäftigtenstruktur nach Geschlecht und anderen Diversitätskriterien. Den Gleichstellunsgatlas kann man auf der Webseite des Diakonie Bundesverbands einsehen.


Quelle: Mit Informationen des Diakonie Bundesverbands vom 12.11.2019

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Jana Simon: Unter Druck. S. Fischer Verlag (Frankfurt am Main) 2019. 335 Seiten. ISBN 978-3-10-397389-1.
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