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Caritas und Diakonie für Reform der Pflegeversicherung

In einer gemeinsamen Erklärung machen sich der Deutsche Caritasverband und die Diakonie Deutschland für Veränderungen im Pflegesystem stark. Sie fordern eine Deckelung des Selbstbehalts für Pflegebedürftige sowie die Stärkung lokaler Pflegenetzwerke, in denen Professionelle und pflegende Angehörige eng zusammenarbeiten. Die Pflegeversicherung müsse als "fünfte Säule des Sozialversicherungssystems" etabliert werden.

In ihrer gemeinsmen Erklärung setzen Caritas und Diakonie und ihre Fachverbände, der Deutsche Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) sowie der Verband katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD), fünf Schwerpunkte,für die z.T. gesetzliche Veränderungen notwendig sind.

Zunächst müsse mit der Vorhaltung sozialräumlicher Strukturen dafür gesorgt werden, dass vor Ort überhaupt Mittel und Ressourcen zur Verfügung stehen. Dies gelte speziell für den ländlichen Raum. Erforderlich sei eine vorausschauende Planung in den Städten und Gemeinden, die die Bedürfnisse Pflegebedürftiger in allen Bereichen des Lebens stärker berücksichtigen müsse.

Auch müsse eine stärkere Vernetzung zwischen professionellen und ehrenamtlichen Strukturen geschaffen werden. Ziel sei es "sorgende Gemeinschaften" zu bilden, die u.a. der zunehmenden Vereinsamung älterer Menschen entgegenwirken können.

Caritas und Diakonie weisen zudem darauf hin, dass flexiblere Angebote erforderlich seien, um der wachsenden Heterogenität der Menschen Rechnung tragen zu können. Es gebe viele Bedürftige, die mehr als häusliche Pflege benötigen, aber nicht ins Pflegeheim ziehen möchten. Erfoderlich seien daher passgenaue Angebote, wie z.B. Plätze in solitären Kurzzeitpflegeeinrichtungen.

Darüber hinaus sei auch eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung notwendig. Offensichtlich sei, dass das die im System befindlichen Geldmittel nicht ausreichten. In der stationären Pflege schlage sich dies in immer weiter steigenden Eigenanteilen für die Pflegebedürftigen nieder, im ambulanten Bereich vor allem durch eine Reduktion der "Leistungszeiten". Es könne angesichts der demographischen Situation nicht weiter angehen, dass die Pflegeversicherung als Teilleistungssystem fortgeführt wird. Aus diesem Grund müsse sie endlich als feste fünfte Säule des Sozialversicherungssystems etabliert werden. Auch wenn hiermit steigende Kosten für die Beitrags- bzw. Steuerzahler*innen verbunden seien, könne der Status quo in der Pflege nicht weiter akzeptiert werden.

Nicht zuletzt seien auch Länder und Kommunen gefordert, in deren Zuständigkeit insbesondere die bauliche Infrastruktur falle. Eine neue Dynamik vertrage auch die Zusammenarbeit mit privaten Organisationen wie Stiftungen, Kirchengemeinden und Bruderschaften. Diese könnten einen wichtigen Beitrag zur dringend benötigten Verbsserung der Infrastruktur leisten. 


Quelle: Pressemitteilung des DEVAP vom 22.11.2018

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