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Caritas strebt höheren Frauenanteil in Führungspositionen an

25.11.2014 | Sozialmanagement | Nachrichten

„Eine kirchliche Organisation mit dem Anspruch, zu mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft beitragen zu wollen, muss zu ihrer eigenen Glaubwürdigkeit auch mehr Geschlechtergerechtigkeit ermöglichen“ betont Caritas-Präsident Peter Neher am 23.10.2014 anlässlich der Abschlusskonferenz „Gleichgestellt in Führung gehen“ in Frankfurt. So sei in einer Organisation, in der rund 80 Prozent der Mitarbeitenden Frauen sind, ein Frauenanteil von unter 20 Prozent auf den Führungsebenen der Geschäftsführung, der Vorstände und Aufsichtsräte nicht vermittelbar. Organisationen, die vor allem auf Männer setzten, entgingen viele Talente. Um Frauen ebenso wie Männern zu ermöglichen, Führungs- und Familienverantwortung zu realisieren, hat der Deutsche Caritasverband (DCV) das Projekt „Gleichgestellt in Führung gehen“ initiiert. Unternehmen der Caritas sollten Fragen der Vereinbarkeit offensiv als ein Thema behandeln, das beide Geschlechter betrifft. „Eine gelingende Work-Life-Balance kommt beiden Geschlechtern zu Gute. Arbeitgeber werden dauerhaft nur gute Mitarbeitende gewinnen, wenn sie eine solche ermöglichen“, macht Neher deutlich. Im Rahmen des Projekts wurden an fünf Pilotstandorten Maßnahmen erprobt, die Voraussetzungen für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen schaffen sollen. In einer Studie, die das Institut für angewandte Forschung der Katholischen Fachhochschule Freiburg durchführte, wurden über 300 Führungsfrauen der Caritas befragt. So konnten hemmende und fördernde Faktoren für den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen erhoben werden. Dabei wurde u.a. deutlich, dass der Aufstieg von Frauen selten geradlinig verläuft, weil es in den Biografien mehr Familienphasen und Teilzeitarbeit gibt als bei Männern. Auch die hohen Flexibilitäts- und Mobilitätserwartungen, die an Führungspositionen geknüpft sind, stellen oftmals ein Hindernis für Frauen dar, die nach wie vor im Vergleich zu Männern mehr Verantwortung in der Familie für die Erziehung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen übernehmen. Dies erfordert in der Caritas ein Umdenken mit Blick auf den Zuschnitt von Führungspositionen. „Ohne Zweifel haben die Unternehmen der Caritas selbst einen deutlichen Benefit von einer geschlechtergerechten Personalpolitik“, betont Irme Stetter-Karp, Vizepräsidentin und Gender-Beauftragte des DCV. Um dies zu unterstützen, wird im DCV eine Anlaufstelle eingerichtet, die Caritas-Unternehmen bei der Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen beraten und begleiten soll. Eine Kurzfassung der Studie finden Sie unter www.caritas.de/frauen_in_fuehrung.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Caritasverbandes e.V. vom 23.10.2014

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