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Call for Papers – Buchprojekt: Ethnologie und Soziale Arbeit. Fremde Disziplinen, gemeinsame Fragen?

Trotz geteilter Ursprünge in der frühen Stadtforschung war das Verhältnis von Ethnologie und Sozialer Arbeit lange von Desinteresse geprägt, lagen doch Selbstverständnis, Aufgaben, Methoden und Einsatzorte weit auseinander. Heute sind Ethnologie vom Zwang zur Exotik und Soziale Arbeit aus einseitiger Abhängigkeit von Soziologie und Pädagogik befreit. Auch stellt die zusammengerückte Welt die akademische Arbeitsteilung in Frage. Fakultäten für Soziale Arbeit setzen auf kulturwissenschaftliche Schwerpunkte wie Inter- oder Transkulturalität und Migration. Ethnologische Masterstudiengänge qualifizieren Sozialarbeiter_innen für den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig steigen Ansprüche an beide Disziplinen, Lösungen für Probleme anzubieten, für die kulturell Andere verantwortlich gemacht werden. Grund genug also, sich (wieder) für einander zu interessieren. Sicherlich kennt die Ethnologie keinen unmittelbaren Handlungsauftrag (wo ein solcher zugewiesen wurde, kam es selten zum gewünschten Ergebnis), während die Soziale Arbeit sich primär als Handlungswissenschaft versteht. Nichtsdestotrotz äußern Vertreter_innen beider Disziplinen ein grundsätzliches Interesse daran, Ausgangslage und Lebensumstände ihrer meist benachteiligten Bezugsgruppen zu verbessern sowie die Bedingungen für Asymmetrien und Abhängigkeiten zu benennen und anzugehen. Theorie wird im konkreten Angesicht menschlichen Handelns, sozialer Ungleichheit und globaler Bezüge gebildet, beide Fächer sind so stark durch das existentielle Erfahren und Erleben ihrer Akteure geprägt. Die grundlegende Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und Problemen des Handelns gehört daher zum Selbstverständnis beider Fächer. Themenbereiche und Aufbau: Neben einem interdisziplinären Workshop auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (02.-05.10.2013 in Mainz) wollen wir uns derlei Fragen in einem gemeinsamen Aufsatzband widmen. In folgenden Themenbereichen soll diskutiert werden, wie und was voneinander gelernt werden könnte…
  • Fragen der Methode
  • Geteilte Arbeitsbereiche (Kultur, Migration etc.)
  • Ausbildung und Institutionalisierung
  • Ethik und Handeln
Wir wünschen uns 8-10 Artikel à 5000-7000 Wörter und laden Interessierte beider Disziplinen herzlich dazu ein, bis spätestens 15.09.2013 einen Abstract einzusenden. Um sinnvolle Bezüge zwischen den Disziplinen herausstellen, sollen die einzelnen Artikel schließlich durch einen Kommentar aus der jeweils anderen Disziplin ergänzt werden. Die Veröffentlichung wird in einem ausgewählten Fachverlag erscheinen. Terminplan:
  1. Einsendung eines Abstracts bis zum 15.09.2013
  2. Begutachtung und Bescheid bis zum 15.10.2013
  3. Einsendung einer ersten Artikel-Fassung bis zum 31.12.2013
Kontakt: Für Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung: Magnus Treiber, magnus.treiber@uni-bayreuth.de
Ethnologe an der Universität Bayreuth Nicolas Grießmeier, nicolas.griessmeier@gmx.de
Sozialarbeiter (M.S.W.), tätig in der Flüchtlingshilfe,
Lehrbeauftragter an der Hochschule für angewandte Wissenschaften München Christian Heider,

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Buchcover

Klaus-Peter Hufer: Argumentations­training gegen Stammtischparolen. Wochenschau Verlag (Schwalbach/Ts.) 2016. 10. Auflage. 117 Seiten. ISBN 978-3-87920-054-2.
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