bpa fordert mehr Entwicklungschancen für Tagespflege

02.08.2017 | Altenhilfe | Nachrichten

„Die Tagespflege ist einer der großen Wachstumsbereiche in der Pflege. Gerade private Pflegeunternehmer gründen derzeit zahlreiche neue Einrichtungen in Bayern und entlasten damit pflegende Angehörige." Das sagte der bayerische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) Kai A. Kasri auf einer Fachveranstaltung in München vor mehr als 100 überwiegend privaten Träger und Betreiber von Tagespflegeeinrichtungen. Tagespflege sei für viele Familien wichtig, um trotz der Pflege eines Verwandten weiter arbeiten oder eigene Verpflichtungen wahrnehmen zu können.

Seitens des bayerischen Gesundheits- und Pflegeministeriums informierte der Abteilungsleiter für Pflege und Prävention, Dr. Bernhard Opolony, auf der Veranstaltung über die Förderfähigkeit des demenzgerechten Ausbaus von Tagespflegen.

Die Fachveranstaltung des bpa und der ARGE Tagespflege beschäftigte sich vor allem mit der „Strukturierten Informationssammlung" (SIS). Diese schlanke Form der Pflegedokumentation wurde von Fachleuten im Auftrag der Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Trägerverbänden entwickelt und kommt in der ambulanten und stationären Pflege sowie aktuell auch in der Tagespflege bereits zunehmend zum Einsatz. „Damit müssen die Pflegefachkräfte auch in der Tagespflege weniger Zeit für die Dokumentation aufwenden und können sich intensiver um die Pflegegäste kümmern", erklärt Kasri.

Der Tagespflege müssten weitere Fesseln abgenommen werden, damit sie so stark wachsen könne, wie sie derzeit von pflegenden Angehörigen nachgefragt werde, sagt der Leiter der bayerischen bpa-Landesgeschäftsstelle Joachim Görtz. „Wir brauchen endlich einen landesweiten Rahmenvertrag, der für einheitliche Standards in der Tagespflege sorgt." Er kritisierte Vorgaben der Pflegekassen, die eine Einigung aus seiner Sicht behindern: „Hier werden Betriebsgrößen und Strukturen vorgegeben, die den Betrieb einer Tagespflege nur bei einer Überbelegung wirtschaftlich machen.


Quelle: Pressemitteilung von bpa.Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste vom 27. Juli 2017