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BdSAD: Prekäre Lage bei qualifizierter Alltagsbegleitung

Mit den Pflegestärkungsgesetzen haben Pflegebedürftige und pflegende Angehörige seit geraumer Zeit rechtlichen Anspruch auf Unterstützung und Entlastung im Alltag. Die Nachfrage nach qualifizierten Betreuungskräften ist entsprechend sprunghaft gestiegen. Darauf macht die Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland (BdSAD) aufmerksam. Zugleich kritisiert BdSAD-Vorsitzende Sigrid Zimmer, dass das Potenzial von einigen hundert qualifizierten und meist langjährig erfahrenen Senioren-Assistenten in der Alltagsbetreuung weiterhin nur Privatzahlerinnen und Privatzahlern vorbehalten bleibe.

Diese seien einzelunternehmerisch tätig und damit in fast allen Bundesländern nicht zur Abrechnung ihrer Leistungen gemäß Paragraph 45 SGB XI zugelassen. Dabei seien professionelle Kräfte für nichtpflegerischen, gleichwohl anspruchsvollen Aufgaben Mangelware. Die professionell tätigen Senioren-Assistenten gibt es seit mehr als zehn Jahren. Sie sind nach dem „Plöner Modell" geschult und qualifiziert und auf die individuelle Unterstützung und Begleitung älterer Menschen im nichtpflegerischen Bereich spezialisiert, informiert die BdSAD. Die Mitglieder der Vereinigung würden sich zudem zur Einhaltung hoher Ethik- und Qualitätsstandards bei ihrer gewerblichen Berufsausübung verpflichten, wird betont. Vorwiegend wird ihre Arbeit privat vergütet. Aber immer häufiger werden ihre Dienste auch für die sogenannte Verhinderungspflege angefordert, deren Kosten dann von den Pflegekassen anstandslos übernommen werden, heißt es weiter. Warum es für die Unterstützung im Alltag restriktive Vorgaben gibt, sei deshalb für die BdSAD und ihre Mitglieder nicht nachvollziehbar. Länder und Kommunen würden vor allem auf ehrenamtliche Helfer setzen, um die Lücke zu schließen. Im Eilverfahren versuchen gemeinnützige Organisationen vor Ort, Freiwillige zu mobilisieren und in wenigen Schulungsstunden für diese sensible und verantwortungsvolle Arbeit vorzubereiten.

„Allein mit ‚der Gnade ehrenamtlicher Unterstützung' wird der Bedarf aber nicht gedeckt werden können", betont Sigrid Zimmer und bezeichnet die gängige Praxis als untauglich und unwürdig für alle Beteiligten. Obendrein sieht sie in dieser Entwicklung eine noch viel größere Gefahr: „Meist setzt die Betreuungssituation in einer demenziellen Situation von Pflegebedürftigen ein. Eine qualitätsgesicherte Begleitung durch eine feste Bezugsperson ist in diesem Stadium enorm wichtig." Das sei kaum durch ehrenamtliche Kräfte darstellbar.


Quelle: Presseinformation der Bundesvereinigung der Senioren-Assistenten Deutschland vom 28. August 2017

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