Alte Mühle
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Ausgeruht ins neue Jahr

Ich mag diese Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, und da ich noch Urlaub hatte, konnte ich es mir auch sehr gemütlich machen. Und ich habe aufgeräumt. In meinem Adressbuch gab es einige Kontakte, die ich endlich löschen konnte, und andere Menschen, von denen ich lange nichts gehört hatte, rief ich an. Mit Petra, einer Frau, die ich noch aus der Grundschule kenne, hatte ich ein 2 stündiges Telefonat, und nun wollen wir uns im neuen Jahr endlich mal wieder treffen. Leider sind viele meiner Freund*innen weiterhin stark belastet, und das war auch der Grund, dass die Begegnungen immer seltener wurden. Deshalb war es gut, dass ich die Initiative ergreifen konnte und dass ich mich gemeldet habe. Wir brauchen doch die wohltuenden Begegnungen in diesen kalten Zeiten.

Zu Silvester bin ich einer Einladung aufs Land gefolgt. Keine Böller, keine Raketen, nur im Dorf ein kleines Feuerwerk. Zwischen Frühstück und Abendessen gab es Spaziergänge durch den Wald und am Fluss entlang, im Haus gab es Karten-, Brett- und Schreibspiele. Viele der Schreibspiele waren auf den Jahresrückblick und den Jahresausblick orientiert. Es gibt einiges, das ich im neuen Jahr gern machen möchte und einiges, das ich machen sollte und nun im Möglichkeitsbereich abgelegt ist.

Was meine Arbeit angeht, da konnte ich gut abschalten. Unsere Vertretungs- und Krisenregelungen funktionieren und niemand wurde krank, niemand musste kurzfristig einspringen. Ich bin guter Dinge, und freue mich auf den erweiterten Tätigkeitsbereich, auch wenn ich gemerkt habe, dass noch einiges zu klären ist.

Am 5. Januar bin ich mit der Leitung und Noch-Koordinatorin verabredet. Wir wollen die Falldokumentationen durchschauen, die Stundenkontingente überprüfen, die Fristen für Berichtslegungen kontrollieren und die erste Teamsitzung vorbereiten, die wir gemeinsam moderieren werden.

Als ich vor meinem Urlaub die Abwesenheitsnotiz geschaltet habe, hätte ich am liebsten auch schon die Signatur geändert. Ein bisschen nachdenklich bin ich wegen der Doppelrolle, die ich nun habe. Ich bin ja noch Fachkraft in den ambulanten Hilfen zur Erziehung und ich bin auch Koordinatorin. Ziemlich neugierig bin ich darauf, wie mir das bekommt und wie ich die neue Rolle ausfülle und ob die Kolleg*innen der Jugendämter mir nun anders begegnen. Auf die Begleitung der Kolleg*innen in der Fallarbeit freue ich mich, und ich denke, dass ich auch mit den Kontrollaufgaben gut zurecht kommen werde.

Für zwei Fortbildungen habe ich mich auch schon angemeldet. FAMH. First aid menthal health. Den Namen kann ich mir nicht merken, deshalb sage ich immer erste Hilfe für die Psyche. Es war eine Empfehlung der Kollegin aus dem Gesundheitsmanagement, sie hat mir auch einen Anbieter genannt, bei dem diese Veranstaltung als Bildungszeit anerkannt ist. Im letzten Jahr habe ich die Bildungszeit gar nicht in Anspruch genommen, weil ich nichts passendes finden konnte. Die andere Fortbildung ist mir so zugeflogen, als ich mit der Recherche zum Thema Humor in der sozialen Arbeit beschäftigt war. Ich habe mich einfach angemeldet und gehe davon aus, dass ich freigestellt werde, schließlich handelt es sich nur um einen einzigen Tag, und die Kosten werde ich selbst tragen.

Ihre Katja Änderlich*


*Pseudonym der Autorin