Person in einem Netz aus Schnüren
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Systemische Perspektive in medizinischen Behandlungsleitlinien angekommen

Die Systemische Therapie findet seit ihrer Anerkennung als Richtlinienverfahren in der Psychotherapie zunehmend Berücksichtigung in medizinischen Behandlungsleitlinien. Eine Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) liefert jetzt einen aktuellen Überblick über Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die systemische Psychotherapie oder die Einbeziehung von Angehörigen und Familie empfehlen.

Die Übersicht zu systemischen und bezugspersonen-/familienbezogenen Interventionen in den Leitlinien zeigt, dass systemische Perspektiven in Behandlungs- und Therapieempfehlungen angekommen sind. „Die Fülle an Anwendungs- und Störungsbereichen, bei denen Familienangehörige und Bezugspersonen präventiv, diagnostisch und therapeutisch in den Blick genommen werden sollten, ist beeindruckend“, erläutert Professor Dr. Matthias Ochs, stellvertretender Vorsitzender der DGSF und Initiator der Leitlinien-Auswertung.

Die AWMF-Leitlinien sind Hilfen zur Entscheidungsfindung für Fachkräfte im Gesundheitswesen. Für die DGSF-Broschüre „Empfehlungen für systemische Interventionen in den AWMF-Leitlinien“ wurden die Leitlinien zu psychischen Störungen bei Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen sowie Leitlinien mit einem psychosomatischen oder psychosozialen Blickwinkel auf somatische Erkrankungen eingesehen. Darüber hinaus erfolgte ein Schnellscreening von Leitlinien zu weiteren chronischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen sowie von Leitlinien mit psychosozialem Bezug.

 


Quelle: Pressemitteilung der DGSF vom 11.08.2022