Norddeutsche Bundesländer starten Werbekampagne für Pflegeberufe

17.05.2011 | Altenhilfe | Nachrichten

Junge Menschen sollen für Pflegeberufe begeistert werden

HANNOVER. Niedersachsen startet gemeinsam mit vier anderen norddeutschen Bundesländern eine Werbekampagne für Pflegeberufe. Sozialministerin Aygül Özkan: „Wir wollen junge Menschen für Pflegeberufe begeistern. Pflegeberufe haben viel zu bieten: Sie sind abwechslungsreich und krisensicher, mit vielfältigen Schwerpunktsetzungen bieten sie Entwicklungsmöglichkeiten über spezielle Fachweiterbildungen bis zum Studium und in Führungspositionen. Junge Menschen haben langfristig eine Perspektive." Die Kampagne basiert auf einer repräsentativen Studie, die das Institut für Public Health und Pflegeforschung (IPP) der Universität Bremen im Auftrag des Norddeutschen Zentrums zur Weiterentwicklung der Pflege (NDZ) 2009 / 2010 erstellt hat. Erhoben wurden u. a. Kriterien und Einflussfaktoren für die Berufswahlentscheidung Jugendlicher, das Wissen über die Pflegeberufe bei Jugendlichen und ihren Eltern sowie die Zufriedenheit von Pflege-Auszubildenden mit ihrer Berufswahlentscheidung. Auffällig war insbesondere, dass bei Schülern, Eltern und Lehrern nur wenige oder sogar falsche Informationen über die Pflegeberufe vorhanden sind und die Pflegeberufe in der Gesamtschau aller Ausbildungsberufe nur selten in die engere Wahl kommen. Die Ergebnisse dieser Studie wurden ausgewertet und Handlungsempfehlungen zur Akquise von Jugendlichen für einen Pflegeberuf erstellt. Die Internetseite zur Werbekampagne, über die interessierte Jugendliche ihren Weg zu einem Pflegeberuf finden können, lautet: www.zeig-deine-pflegestaerken.de. Hier sind weitere Informationen über die Pflegeberufe zu finden. Ergänzt wird die Seite mit einem Computerspiel, das erste Einblicke in die Pflege gibt und neugierig machen soll. Niedersachsen hat bereits wirkungsvolle Maßnahmen unternommen, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. Während im Jahr 2008 noch rund 4.600 Schülerinnen und Schüler in der Altenpflegeausbildung waren, waren es im Jahr 2010 rund 5.600 - also 1.000 Auszubildende mehr. Aygül Özkan: „Das ist ein Anstieg um mehr als zwanzig Prozent. Damit sind in Niedersachsen so viele Menschen in der Pflegeausbildung wie noch niemals zuvor. Wir wollen an diese gute Entwicklung in den nächsten Jahren anknüpfen." Hintergrund der gemeinsamen norddeutschen Aktion ist die demografische Entwicklung in Deutschland. Während sich die Zahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren weiter erhöhen wird, nimmt die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ab, dem steigenden Bedarf an professioneller Pflege steht ein geringeres Angebot an potentiellen Auszubildenden gegenüber. Diese gilt es zu motivieren, sich auch mit einem Beruf in der Pflege auseinander zu setzen - und sei es zunächst lediglich per Mausklick. Das Norddeutsche Zentrum zur Weiterentwicklung der Pflege (NDZ) ist ein Zusammenschluss der Gesundheitsministerien und -senate der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Grundlage bildet ein Länderabkommen.

Quelle: Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration vom 02.05.2011
http://www.ms.niedersachsen.de