Lasten der Pflegereform solidarisch teilen

„Der Handlungsdruck ist enorm, die Pflegereform kann nicht länger aufgeschoben werden“, erklärt AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker anlässlich der Ankündigung des Gesundheitsministers Bahr, im Herbst erst einmal nur Eckpunkte für eine Reform der Pflegeversicherung vorzulegen. Dabei müsse es, so Döcker, „das oberste Ziel der Reform sein, die Situation Pflegebedürftiger und Pflegender zu verbessern“. Dazu gehöre für die AWO die Umsetzung eines erweiterten Pflegebedürftigkeitsbegriffs, der eine verbesserte Versorgung der 1,3 Millionen an Demenz erkrankter Menschen gewährleiste. Zudem stehe die AWO für die Solidargemeinschaft und plädiere deshalb für die „schnellstmögliche Einführung einer Bürgerversicherung“, erklärt Döcker. Gute Pflege kostet Geld. Werden der Pflegeversicherung nicht zukünftig mehr Mittel zugeführt, wird es die dringend notwendigen Leistungsverbesserungen für Menschen mit Demenz, aber zum Beispiel auch für die häusliche Pflege nicht geben. „Bei der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft kommen wir um eine Erhöhung der Finanzreserven nicht herum“, betont Döcker. Die höheren Kosten durch die Einführung einer privaten Zusatzversicherung zu decken und das Risiko der Pflegebedürftigkeit damit weiter zu individualisieren lehnt Döcker aber als „absolut unsozial“ ab. „Nur eine Bürgerversicherung, die auch hohe Einkommen sowie Vermögen und bisher privat versicherte Personengruppen, wie Selbständige und Beamte in die Beitragspflicht einbezieht, garantiert eine gerechte Verteilung der Lasten“, erklärt Brigitte Döcker abschließend.

Quelle: Pressemeldung des AWO Bundesverbandes e.V. vom 25.07.2011
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