Demenzkranke stärker in Pflegeversicherung einbeziehen

25.02.2011 | Altenhilfe | Nachrichten

VdK-Präsidentin Ulrike Mascher für solidarische Finanzierung der Pflege

"Häusliche Pflege ist ein gutes Beispiel für gelebte Generationensolidarität", so die Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, Ulrike Mascher, am 23.02.2011 am Rande eines sozialpolitischen Forums des Sozialverbands VdK Bayern in der Evangelischen Akademie Tutzing zum Thema "Generationengerechtigkeit". Es seien sogar häufig die Älteren, die sich um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern. Mascher verwies auf die große Zahl von 4 Millionen pflegenden Angehörigen, die "heute dafür sorgen, dass unser Pflegesystem nicht in Teilen kollabiert". Die finanzielle Absicherung dieser Form von Familienarbeit sei aber absolut unzureichend. Insbesondere für die Versorgung von Demenzkranken müsse es mehr finanzielle Anerkennung geben: "Wir wollen, dass es auch für Demenzerkrankungen angemessene Leistungen aus der Pflegeversicherung gibt. Deshalb muss der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der der Bundesregierung bereits seit Anfang 2009 vorliegt, endlich umgesetzt werden." Bisher ist die Auszahlung von Pflegegeld an das Vorliegen einer Pflegestufe gekoppelt, die jedoch nur bei körperlichen Einschränkungen zuerkannt wird. "Gute Pflege kostet Geld, das ist keine Frage", so Mascher weiter. "Heute beträgt der Beitrag in der gesetzlichen Pflegeversicherung 1,95 Prozent. Eine moderate Anhebung der Beiträge bei paritätischer Beteiligung der Arbeitgeber halte ich für verkraftbar, wenn dadurch notwendige Leistungsverbesserungen zuverlässig für längere Zeit solidarisch finanziert werden. Ich plädiere für mehr Ehrlichkeit und weniger Wahltaktik in dieser Debatte." Eine Weiterentwicklung der Pflegeversicherung, die seit ihrer Einführung 1996 nahezu unverändert ist, sei notwendig. FDP-Plänen nach einer verpflichtenden, kapitalgedeckten, privaten Pflegezusatzversicherung erteilte Mascher eine klare Absage. "Die gesetzliche Pflegeversicherung als Teil unseres umlagefinanzierten sozialen Sicherungssystems genießt in der Bevölkerung ein großes Vertrauen", erklärte die VdK-Präsidentin. "Starke Schultern können mehr tragen als schwache, auf dieses solidarische Prinzip sollten wir setzen."

Quelle: Pressemitteilung des Sozialverbandes VdK Deutschland vom 23.02.2011
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