Bundesweit erster dualer Bachelor-Fernstudiengang für die Arbeit in Kindertagesstätten startete an der FH Koblenz

Am 21. März war es soweit: Mit den Einführungsveranstaltungen für die ersten Studierenden ging an der Fachhochschule (FH) Koblenz mit dem dualen Fernstudiengang „Bildung und Erziehung“ ein bundesweit neues und bis jetzt noch einmaliges Studienmodell an den Start. Die rheinland-pfälzische Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Doris Ahnen, unterstrich aus diesem Anlass: „Dieses neue Studienangebot ist ein weiterer zeitgemäßer und zugleich zukunftsorientierter Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Bereich der Kindertagesstätten. Damit bietet die Fachhochschule Koblenz nun den dritten Studiengang an, der zur akademischen Weiterqualifizierung im Berufsfeld der Erzieherinnen und Erzieher beiträgt. Zudem ist der neue Studiengang neben dem Bachelor-Abschluss mit der staatlichen Anerkennung als Sozialpädagogin oder Sozialpädagoge verbunden.“ Bereits 2005 sei als berufsbegleitendes Studienangebot der Studiengang „Bildungs- und Sozialmanagement mit Schwerpunkt frühe Kindheit“ für angehende oder bereits aktive Mitglieder der Leitungsteams von Kindertagesstätten an der FH Koblenz eingerichtet worden, erinnerte die Ministerin. 2009 sei dann mit dem Studiengang „Pädagogik der frühen Kindheit“ ein Weiterbildungsfernstudiengang für Erzieherinnen und Erzieher in Koblenz gestartet. Zur Fachkräftesicherung treibe das Land zudem bereits seit einiger Zeit den Ausbau der Fachschulen für Erzieherinnen und Erzieher voran. Dass all diese Schritte sinnvoll und notwendig seien, habe zuletzt eine im vergangenen Jahr vorgelegte landesbezogene Studie des Instituts für Bildung und Sozialpolitik an der FH Koblenz über den künftigen Fachkräftebedarf im Bereich der frühen Bildungs- und Erziehungsangebote gezeigt. Der Studiengang „Bildung und Erziehung“ (B.A.) ist ein ausbildungsintegrierender Fernstudiengang für Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit Fachhochschulreife, die auf eine sehr praxisnahe Ausbildung Wert legen, oder aber auch für Erzieherinnen und Erzieher und erstreckt sich über 7 Semester. Das Studium sichert Professionalität und Bedarfsorientierung der Ausbildung und ist mit seiner dualen Struktur einmalig in Deutschland. Während des Studiums befinden sich die Studierenden kontinuierlich in einer Praxisstelle – gegebenenfalls auch in einer Festanstellung – und werden sowohl vor Ort durch Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter als auch von der Hochschule in entsprechenden Praxisseminaren fachlich begleitet. Ergänzend zur Vermittlung via Internet werden die theoretischen Inhalte unter Einbeziehung von Fragen direkt aus der Praxis in langfristig terminierten Präsenzzeiten in Blockform vermittelt. Auf diese Weise erhalten die Träger von Kindertagesstätten Unterstützung in ihrer mittelfristigen Personalentwicklung und können aktive Nachwuchsförderung betreiben. Durch die Systematik der Theorieblöcke wird zudem eine verlässliche und vorhersehbare Dienstplangestaltung der Träger für die Studierenden erreicht. Studierende des Fernstudiengangs „Bildung und Erziehung“ können zusätzlich Zertifikatskurse am Institut für Forschung und Weiterbildung (IFW) des Fachbereichs Sozialwesen der FH Koblenz zur frühen Spezialisierung von Kenntnissen in bestimmten Aufgabenbereichen belegen – wie zum Beispiel in den Themenfeldern „Betreuung von Kindern unter drei Jahren“ oder „Übergang Kindertagesstätte / Grundschule“ –, die dann im Rahmen des Studiums anerkannt werden. Damit können beispielsweise Studierende, die ihre Praxis in Krippengruppen absolvieren, bereits in den ersten beiden Studienhalbjahren einen Zertifikatskurs für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren besuchen, um möglichst schnell und früher als der Studienplan dies eigentlich vorsieht Einblick in diesen Bereich zu erhalten. Am Ende des Studiums sind die Absolventinnen und Absolventen praktisch und theoretisch gemäß der aktuellen, fachlichen Erfordernisse im Rahmen des Qualitätsprofils für pädagogische Fachkräfte in sozialpädagogischen Handlungsfeldern ausgebildet und haben während ihrer Studienzeit zugleich einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in den Kindertagesstätten geleistet.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz vom 19.03.2011
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