AltenpflegerInnen in Schleswig-Holstein: ein Bewerber auf vier offene Stellen

29.09.2011 | Altenhilfe | Nachrichten

Mitgliederversammlung des bpa Schleswig-Holstein fordert: Gezielte Massnahmen zur Gewinnung und Aufwertung von Pflegefachkräften

Die deutlichen Auswirkungen des demografischen Wandels und die aktuelle Diskussion um die Pflegereform waren die bestimmenden Themen der Mitgliederversammlung der Landesgruppe Schleswig-Holstein im Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) in Rendsburg. Ein ganzes Bündel an Maßnahmen sei nötig, um den zukünftigen Pflegebedarf zu decken. In den nächsten neun Jahren werden in Deutschland allein 220.000  Pflegefachkräfte zusätzlich in der Altenpflege benötigt und bereits heute kommt  in Schleswig-Holstein ein arbeitsuchender Altenpfleger auf vier offene Stellen. Daher sieht Bernd Tews, Geschäftsführer des bpa, Handlungsbedarf bei der Altenpflegeausbildung und erteilte der Begrenzung von Ausbildungsplätzen durch das Land eine Absage: „In den Pflegebetrieben stehen noch Ausbildungsplätze zur Verfügung. Jeder Bewerber in der Altenpflege muss einen kostenlosen Schulplatz in der Altenpflegeschule erhalten können, wie dies in den Berufsschulen für andere Auszubildende die Regel ist.“ Die Einführung einer Ausbildungsumlage, an der sich der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) und Heimaufsichten, die ebenfalls Altenpfleger beschäftigen, beteiligen sollen, wird nicht ausgeschlossen. „Wir prüfen alle Möglichkeiten, um die Zahl der Ausbildungsplätze weiter zu erhöhen“, so Tews. Auch für die Pflegereform drängt die Zeit. Die Versorgung der Bevölkerung mit professionell erbrachten pflegerischen Leistungen ist eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben. Die steigende Zahl von pflegebedürftigen Menschen ebenso wie die bessere Berücksichtigung von Demenzerkrankungen bei der Feststellung des Pflegebedarfs verursacht unweigerlich steigende Ausgaben. Die Pflegeversicherung ist bereits eine Teilkaskoversicherung, sie wurde eingeführt um bei Pflegebedürftigkeit nicht automatisch in die Sozialhilfe abzurutschen. Weniger Leistung aus der Pflegeversicherung führt daher automatisch zu mehr Sozialhilfeempfängern. Bei den Vorstandswahlen wurde Matthias Steinbuck, Betreiber des Wohnparks Malepartus in Bargteheide, einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er löst Gunnar Löwe aus Norderstedt ab, der aus persönlichen Gründen nicht wieder zur Wahl antrat. Ebenfalls neu wurde Christa Steinhauer, Mobile häusliche Pflege in Barmstedt, zur stellvertretenden Vorsitzenden für den ambulanten Bereich gewählt. Als stellvertretender Vorsitzender für den stationären Bereich wurde Bernd-Dieter Dammin, Haus Stexwig an der Schlei, Borgwedel, in diesem Amt bestätigt. Darüber hinaus benannte die Mitgliederversammlung neun Beisitzer. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 7.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon über 450 in Schleswig-Holstein, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) vom 27.09.2011
http://www.bpa.de