Staatsministerin Böhmer zum ersten Jahresgutachten des SVR: „Ergebnisse machen Mut und spornen an, Integrationspolitik noch wirksamer zu gestalten“

19.05.2010 | Soziale Arbeit | Nachrichten

„Die Hauptbotschaft des Gutachtens ist eindrucksvoll: Integration wird im gesellschaftlichen Alltag in unserem Land überwiegend positiv wahrgenommen. Das macht Mut und spornt an, Integrationspolitik noch kraftvoller und wirksamer zu gestalten.

Das Gutachten unterstreicht: Wir sind auf dem richtigen Weg. Deutschland ist Integrationsland. Und Vorreiter im europäischen Vergleich!" Mit diesen Worten kommentiert Staatsministerin Maria Böhmer das heute vorgelegte erste Jahresgutachten des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration. Laut Gutachten ist die Integration der Zuwanderer in Deutschland trotz einiger Probleme insgesamt ein Erfolgsfall. Größtenteils positiv bewerten die Befragten auch die Integrationspolitik der Bundesregierung. "Unsere Anstrengungen der vergangenen fünf Jahre haben sich gelohnt. Das Umsteuern in der Integrationspolitik hat Einheimische und Zuwanderer zueinander geführt. Immer mehr erkennen: Integration gelingt nur gemeinsam. Das belegt das SVR-Integrationsbarometer, das auf beiden Seiten ein belastbares gegenseitiges Grundvertrauen feststellt. Die Botschaft lautet: Jeder Einzelne kann in seiner Nachbarschaft, auf der Arbeit oder im Verein seinen Beitrag für ein gutes Miteinander leisten. Dies sichert den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft", betonte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Zugleich sicherte sie zu, die im Gutachten genannten Problemfelder noch stärker in den Blick zu nehmen. Dazu zählt insbesondere die Bildungs- und Arbeitsmarktsituation der Migranten. "Der Sachverständigenrat legt den Finger völlig zu Recht in die Wunde. Wir müssen dringend die Startchancen von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien verbessern. Dafür brauchen wir eine nationale Bildungsoffensive- gerade in Zeiten der Krise. Kindergärten müssen zu Orten der frühkindlichen Bildung ausgebaut werden. In den Schulen benötigen wir eine gezieltere individuelle Förderung der jungen Migranten. Hier sind die Länder gefordert, bei ihren Anstrengungen an Intensität und Tempo zuzulegen. Im Nationalen Integrationsplan haben sie zugesagt, bis 2012 die Leistungen der ausländischen Schüler denen der deutschen anzugleichen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Ärmel weiter hochgekrempelt werden!", forderte Böhmer. "An der Bildung der Kinder darf nicht gespart werden. Das würde zu Lasten aller- ganz besonders der Bildungschancen von Kindern aus Zuwandererfamilien- gehen. In Schulen mit hohem Migrantenanteil brauchen wir mehr Lehrkräfte, mehr Schulsozialarbeiter sowie mehr Zeit in Form von Ganztagsschulen, damit jedes Kind die Schule mit Erfolg abschließen kann", so Böhmer. "Entscheidend ist, die vorhandenen Potenziale der Zuwanderer verstärkt nutzen. Das betrifft die Fähigkeiten von denen, die schon bei uns im Land leben. Deshalb brauchen wir noch in diesem Jahr ein Gesetz zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Wichtig ist auch, dass Deutschland für gut ausgebildete Ausländer in der ganzen Welt attraktiver wird. Denn wir benötigen dringend Fachkräfte, um den demografischen Wandel zu bewältigen. Und um im Wettbewerb um die besten Köpfe zu bestehen und so die Zukunft unseres Landes zu sichern", erklärte die Staatsministerin.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Pressemitteilung Nr. 181 vom 19.05.2010
http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Pressemitteilungen/BPA/2010/05/2010-05-19-ib-svr.html