"Migranteneltern sollten Chancen der Kinderbetreuung stärker nutzen!"

Staatsministerin Böhmer zum Bericht zur Kindertagesbetreuung für unter 3-Jährige

Staatsministerin Maria Böhmer hat Migranteneltern aufgefordert, verstärkt Möglichkeiten zur Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen. "Der Ausbau des Angebots für die Betreuung von unter Dreijährigen in Deutschland kommt voran. Ich fordere die Migranteneltern ausdrücklich auf, diese Chance für ihre Kinder intensiver zu nutzen! Frühkindliche Bildung und früher Spracherwerb sind entscheidend für das Gelingen von Integration. In den Kindertageseinrichtungen und Kindergärten werden dafür die Weichen gestellt. Wer früh gefördert wird, hat beste Startchancen in unserem Land", betonte Staatsministerin Böhmer anlässlich des heutigen Berichts von Familienministerin Schröder im Bundeskabinett zum Stand des Betreuungsangebotes für Kinder unter 3 Jahren. Laut Bericht besuchen in Westdeutschland nur 9 Prozent der unter Dreijährigen aus Zuwandererfamilien eine Betreuungseinrichtung. Bei den Kindern gleichen Alters ohne Migrationshintergrund sind es mit knapp 18 Prozent fast doppelt so viele. Auch die 3-6-Jährigen aus Zuwandererfamilien sind seltener in einem Kindergarten als ihre Altersgenossen ohne Migrationshintergrund (Differenz: 9 Prozent). "Die Zahlen sind alarmierend: Sie verdeutlichen, dass vielen Kindern aus Zuwandererfamilien mögliche Chancen für den späteren sozialen Aufstieg entgehen. Studien belegen, dass insbesondere die Sprachförderung in den Betreuungseinrichtungen entscheidend für den späteren Bildungserfolg von Migrantenkindern ist. Um die Bildungschancen zu erhöhen, setze ich mich für ein verpflichtendes, beitragsfreies letztes Kindergartenjahr ein. Dies ist ein großer Schritt für eine gute Zukunft der Kinder und unseres Landes!", erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. "Bildung hat einen hohen Stellenwert in unserem Land! Um diese Botschaft Migranteneltern noch stärker zu vermitteln, benötigen wir zudem mehr niedrigschwellige Angebote. Hilfreich sind Initiativen wie die Stadtteilmütter, die zu den Migrantenfamilien gehen und sie insbesondere in Bildungsfragen betreuen. Mit ihren Sprachkenntnissen und ihrer eigenen Migrationserfahrung können die Stadtteilmütter bei Migranteneltern Hemmschwellen ab- und Vertrauen aufbauen. Mit ihrem Engagement leisten sie einen wertvollen Beitrag für eine bessere Bildung der Migrantenkinder und damit für die Integration", so Böhmer.

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Pressemitteilung Nr. 272 vom 21.07.2010
http://www.bundesregierung.de