Caritas kritisiert Verweigerungshaltung der Krankenkassen

10.06.2010 | Altenhilfe | Nachrichten

Vernünftige Weiterentwicklung der Pflegenoten erforderlich

Der Deutsche Caritasverband (DCV) steht gemeinsam mit den anderen Pflege-Verbänden zu Transparenz und zur Veröffentlichung der Qualität von Pflegeleistungen. Die Veröffentlichung von Noten soll Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ermöglichen, sich ein umfassendes Bild von der Qualität der Arbeit von Pflegeeinrichtungen machen und Einrichtungen vergleichen zu können. In einer Pressemeldung des GKV-Spitzenverbandes vom 9. Juni 2010 wird behauptet, die Träger der Pflegeeinrichtungen würden sich einer Weiterentwicklung des Bewertungsverfahrens verweigern. Dabei sind die Ergebnisse der gemeinsam vereinbarten wissenschaftlichen Untersuchung in vier Wochen zu erwarten. Der DCV möchte gemeinsam mit den anderen Leistungserbringern in der Pflege an der Entwicklung der Pflege-Transparenzvereinbarung auf der Grundlage valider wissenschaftlicher Daten weiterarbeiten. Dies kann geschehen, sobald die wissenschaftliche Evaluierung vorliegt. Der Deutsche Caritasverband ist zusammen mit den anderen Pflegeverbänden jederzeit zu weiteren Gesprächen bereit. Obwohl eine umfassende Überprüfung des Verfahrens vereinbart und zwei wissenschaftlichen Instituten übertragen wurde, will der GKV-Spitzenverband auf der Grundlage einer wissenschaftlich unzureichenden Datensammlung innerhalb der nächsten Tage eine Änderung der Gewichtungen bestimmter Fragen des Prüfkatalogs vornehmen. Seit Dezember 2009 werden Noten für Pflegeeinrichtungen veröffentlicht. Dies war das Ergebnis der Zusammenarbeit der Mitglieder der Selbstverwaltung in der Pflege, zu denen der GKV-Spitzenverband, die Wohlfahrtsverbände und andere Bundesorganisationen der Pflege gehören. Nach dem Willen des Gesetzgebers musste innerhalb kurzer Zeit ein Verfahren zur Veröffentlichung der Qualität von Pflegeleistungen erarbeitet werden. Das vereinbarte Verfahren stellt eine erste Grundlage für Qualitätsbewertungen dar, hat aber aus Sicht von Wissenschaft und Praxis erhebliche Mängel und muss dringend verbessert werden. In den zurückliegenden Monaten wurde deutlich, dass es am System der Prüfung und der Veröffentlichung einen dringenden Weiterentwicklungsbedarf gibt, weil Standards und Gütekriterien für solche Verfahrensweisen nicht genügend eingehalten werden konnten. So gibt es derzeit große regionale Unterschiede in der Benotung, die nicht aus unterschiedlichen Pflegequalitäten erklärt werden können.

Kontakt

Elisabeth Frischhut, Referat Altenhilfe, Behindertenhilfe und Gesundheitsförderung,
Telefon: 0761 200-353. E-Mail: elisabeth.frischhut@caritas.de

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Caritasverbandes e.V. vom 10.06.2010
http://www.caritas.de/presse?id=25717