Ausbildung im Pflegesektor – zukunftsorientierte und sichere Berufswahl

06.10.2010 | Altenhilfe | Nachrichten

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner: „Land begegnet wachsendem Bedarf mit verstärkten Ausbildungsanstrengungen und Engagement für ältere Pflegekräfte“

Bad Nauheim. „Aufgrund der demografischen Entwicklung müssen immer mehr ältere Menschen betreut, gepflegt und versorgt werden. Diesem Bedarf begegnet die Hessische Landesregierung mit verstärkten Ausbildungsanstrengungen. Zusätzlich sollen Möglichkeiten geschaffen werden, dass auch ältere Arbeitskräfte länger als derzeit Pflegetätigkeiten ausüben“, erklärte Stefan Grüttner, Hessischer Sozialminister, am 06.10.2010 auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) in Bad Nauheim. Anhand aktueller Daten des Hessischen Pflegemonitors verdeutlichte Stefan Grüttner den Handlungsbedarf. Bis zum Jahr 2020 würden in den ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen der Altenpflege 2.878 Altenpflegekräfte und 2.241 Gesundheits- und Krankenpflegekräfte mehr benötigt. „Dies ist ein Zuwachs von einem Drittel des derzeitigen Beschäftigungsstandes des ambulanten und stationären Altenpflegesektors.“ Es gelte, bereits jetzt bestehenden Engpässen zu begegnen und zukünftige Engpässe vorzubeugen. Die Landesregierung bilde daher bereits heute mehr Altenpflegerinnen und Altenpfleger, Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer aus als je zuvor. Die Gesamtzahl der in Ausbildung befindlichen Schülerinnen und Schüler habe sich auf 3.626 erhöht, der Mitteleinsatz innerhalb der letzten zehn Jahre von 4,6 auf 13,576 Millionen Euro. Menschen ohne Arbeit ermutige die Landesregierung, sich für eine Berufsumschulung zu einem Pflegeberuf zu entscheiden. Mit dem Hessischen Pflegemonitor verfügt Hessen als einziges Bundesland über eine valide und repräsentative Datenlage zur Abbildung der Pflegekräftesituation. So kann festgestellt werden, wie der Fachkräftebedarf in den hessischen Regionen derzeit gedeckt werden kann. Ebenso besteht die Möglichkeit, die zukünftigen Bedarfe wissenschaftlich abgesichert zu quantifizieren.

Hessischer Pflegemonitor

Eine Besonderheit des Hessischen Pflegemonitors besteht in seiner starken regionalen Ausrichtung. Neben einer Analyse der Situation für Gesamthessen richtet sich der Blick vor allem auf die aktuellen und zukünftigen Pflegekräftebedarfe in den einzelnen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten. Der Hessische Pflegemonitor wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und dem Forschungszentrum Informatik in Karlsruhe erhoben und alle zwei Jahre fortgeschrieben. Die Ergebnisse der Datenerhebung 2008 sind online unter www.hessischer-pflegemonitor.de abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung des Hessischen Sozialministeriums vom 06.10.2010
http://www.hessen.de