Integriertes Qualitätsmanagement Demenz – IQM-Demenz

06.03.2009 | Soziale Arbeit

„Apfelsinen im Kleiderschrank“, „ Butter im Schuh“ und   „Kontoauszüge im Gefrierfach“ – mit diesen Schlaglichtern ist das ständig wachsende Problem der Demenzkrankheiten umrissen.

„Apfelsinen im Kleiderschrank“, „ Butter im Schuh“ und   „Kontoauszüge im Gefrierfach“ – mit diesen Schlaglichtern ist das ständig wachsende Problem der Demenzkrankheiten umrissen. Immer mehr Menschen erkennen dies, immer mehr Familien sind dadurch belastet, immer häufiger muss von den Kranken schon zu ihren Lebzeiten in kleinen Schritten   Abschied genommen werden.  

Die immer größer werdende Zahl Demenzkranker (jeder vierte über 80jährige, jeder dritte über 90jährige - diese Altersgruppe wächst am raschesten!) stellt eine große quantitative Herausforderung dar. Darüber hinaus geht es aber auch um einen qualitativen Schritt: Demenzkranke müssen körperlich und geistig-seelisch begleitet und versorgt werden. Dazu sind andere, umfassendere Sichtweisen, Haltungen und Umgangsformen erforderlich als in der Pflege geistig rüstiger Menschen.

Diese Fähigkeiten gilt es zu entwickeln. Dazu möchten wir – die Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung (DED) - auf ein neues Qualitätsentwicklungsverfahren aufmerksam machen, das Integrierte Qualitätsmanagement Demenz, kurz: IQM-Demenz. Vor über 20 Jahren in Kanada entwickelt und landesweit eingesetzt, wurde es von der DED im Hinblick auf Demenz umfangreich erweitert und über drei Jahre in sechs best-practice in ganz Deutschland erprobt. Dies geschah mit Förderung des BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Das Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass es alle Leistungsbereiche einer Alten-pflegeeinrichtung einbezieht. Es arbeitet nicht mit normativen Vorgaben, sondern regt zur Reflexion des eigenen Handelns an. Dahinter steht die Gewissheit, dass die Betreuung Demenzkranker noch mehr als andere Pflegebereiche durch ständiges Suchen nach größerem Verständnis, durch den Mut zum Erproben von Neuem und durch Nachdenklichkeit gekennzeichnet ist. Es geht um nicht weniger als eine neue, zusätzliche Dimension der Pflege. Wir sind davon überzeugt, dass IQM-Demenz die Entwicklung dieser Dimension fördert.

Zusätzliche Bedeutung gewinnt das neue Qualitätsentwicklungsverfahren durch zwei aktuelle Entwicklungen, die von der Fachwelt seit langem gewünscht wurden:

-           die Ausweitung der Pflegeversicherungsleistungen für Demenzkranke

-           die Gründung eines großen nationalen Forschungszentrums für Demenz und andere neurodegenerative Krankheiten (DZNE – Deutsches Zentrum für Neurodege-nerative Erkrankungen) in   Bonn.

Am 11./12. Dezember 2008 fand bereits die erste Tagung   des DZNE zum Thema   Betreuung und Versorgung Demenzkranker statt. Das bedeutete ein außerordentlich wichtiges Signal, denn bislang war die Versorgung ein eher peripheres Thema der Forschung. Überwiegend befasste sich die Forschung bisher nur mit der Entstehung und medikamentösen Therapie der Demenzkrankheiten. Solange es noch keine ursächliche Behandlung gibt, kommt aber dem richtigen Umgang mit den Kranken, also der nichtmedikamentösen Therapie, immer größere Bedeutung zu. Dazu kann das

Integrierte Qualitätsmanagement Demenz - IQM-Demenz

einen wertvollen Beitrag leisten.

Dr. Jens Bruder

DED-Vorstandmitglied

Hamburg

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

IQM-Demenz

c/o IQ-Innovative Qualifikation in der Altenpflege GmbH

Schloßstr. 12

34454 Bad Arolsen

Tel. (05691) 3804

www.iqm-demenz.de

www.demenz-ded.de


Quelle: Pressenotiz IQM-Demenz