Soziale Arbeit ist fester Bestandteil der Medizinischen Rehabilitation

13.08.2008 | Soziale Arbeit

DVSG und DEGEMED veröffentlichen Grundsatzpapier zur Bedeutung und Definition der Sozialen Arbeit in der Rehabilitation

Um die Bedeutung der Leistungen der Sozialarbeit in der Rehabilitation zu unterstreichen und ihre Inhalte zu definieren, hat die Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e.V. (DVSG) jetzt ein zusammenfassendes Grundsatzpapier erarbeitet. Unter dem Titel „Soziale Arbeit in der Rehabilitation“ werden die wesentlichen Aufgaben der Sozialen Arbeit in der medizinischen Rehabilitation zusammengefasst und beschrieben. Das Grundsatzpapier, das im Rahmen einer Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation e.V. (DEGEMED), veröffentlicht wurde, soll zur aktuellen Diskussion über die Rolle der Sozialarbeit und der Pflege in der Rehabilitation beitragen.

Kern der Veröffentlichung ist die Definition der Sozialen Arbeit als fester Bestandteil der Rehabilitation und ihres ganzheitlichen Behandlungskonzeptes. Soziale Arbeit in der medizinischen Rehabilitation ziele im Zusammenwirken mit dem Rehabilitationsteam auf die umfassende Berücksichtigung des Patienten in seiner individuellen Lebens- und Krankheitssituation und stelle die reibungslose und passgenaue Anschlussversorgung sicher. Damit schaffe sie die Voraussetzungen für eine dauerhafte berufliche und soziale Integration und leiste so, auch unter betriebs- und volkswirtschaftlichen Aspekten, einen wesentlichen sozialpolitischen Beitrag.

Nach Auffassung der DVSG kann eine konsequentere Nutzung der Kompetenzen Sozialer Arbeit noch bessere Effekte für die betroffenen Menschen und das Rehabilitationssystem erzielen. Vor dem Hintergrund des Sozialgesetzbuchs IX und des ICF-Modells (International Classification of Functioning, Disability and Health) müssen sowohl gesellschaftliche Faktoren als auch der individuelle Lebenshintergrund des Patienten in seine Behandlung mit einbezogen werden – eine adäquate Einbindung der Sozialen Arbeit in die medizinische Rehabilitation sei deshalb unabdingbar. Das betreffe insbesondere auch die medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation, die geriatrische und mobile Rehabilitation sowie das Versorgungs- und Nachsorgemanagement.

„Eine solche Philosophie erfordert einen stärkeren Blick auf den ganzen Behandlungsprozess und die gesamte Lebenswelt des von Krankheit und Behinderung betroffenen Menschen und entspricht damit exakt dem ganzheitlichen Ansatz der professionellen Sozialen Arbeit“, betonte der 1. Vorsitzende der DVSG, Ulrich Kurlemann, anlässlich der Veröffentlichung des Grundsatzpapiers. „Multiprofessionelles Handeln ist in der Rehabilitation Prinzip“, so Dr. Wolfgang Heine, Geschäftsführer der DEGEMED. „Als Verband der Leistungserbringer in der medizinischen Rehabilitation sind wir daran interessiert, die Vernetzung aller an der Rehabilitation Beteiligten voranzutreiben, Schnittstellen zu optimieren und die fachspezifischen Kompetenzen der Sozialen Arbeit in ein professionelles und ganzheitliches Rehabilitationskonzept einzubinden.“

Eine Kurzversion des Grundsatzpapiers „Soziale Arbeit in der Rehabilitation“ liegt der aktuellen Ausgabe 26 des Newsletters der DEGEMED bei und steht unter www.degemed.de zum Download zur Verfügung. Sie kann auch bei der DVSG-Bundesgeschäftsstelle, Kaiserstraße 42, 55116 Mainz, Telefon: 0 61 31 / 22 24 22, E-mail: info@dvsg.org angefordert werden.


Quelle: Deutsche Vereinigung für Sozialarbeit im Gesundheitswesen e. V.