Weltkindertag: Kinder in Deutschland wünschen sich mehr Mitsprache

Berlin/Köln, den 20. September 2026. Kinder und Jugendliche in Deutschland wünschen sich vielfach mehr Sicherheit, einen besseren Schutz und Unterstützung sowie faire Bildungschancen für alle Kinder. Darüber hinaus ist ihnen wichtig, dass Erwachsene ihnen zuhören und sie bei Entscheidungen, die ihre Zukunft betreffen, beteiligt werden. Das zeigt ein bundesweites Stimmungsbild, das UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk zum Weltkindertag am 20. September eingeholt haben. Das diesjährige Motto lautet: „Starke Kinder, starke Zukunft!“

Mitmachaktion: Was Kinder brauchen

Die beiden großen Kinderrechtsorganisationen unterstreichen, dass Politik und Gesellschaft gemeinsam in der Verantwortung sind, um Deutschland kinderfreundlicher und damit zukunftsfest zu machen. Sie hatten unter dem diesjährigen Weltkindertags-Motto „Starke Kinder, starke Zukunft!“ zu einer Mitmachaktion aufgerufen. Über 1.000 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland von drei bis 17 Jahren haben mitgemacht. Sie haben aufgemalt oder geschrieben, was sie bereits stark macht und was sie für eine gute Zukunft brauchen.

In vielen Einsendungen taucht der Wunsch nach Frieden und Sicherheit auf. So schreibt ein Kind (10 Jahre): „Ich fühle mich nicht stark, wenn ich höre, dass es viele Kriege gibt und ich nichts dagegen tun kann. Aber wenn ich höre, dass es viele Leute gibt, die dagegen ankämpfen, geht es mir gleich besser.“ Viele Kinder haben ein großes Gerechtigkeitsgefühl und wünschen sich, dass es nicht nur ihnen selbst, sondern allen Kindern weltweit besser geht, dass sie in Frieden, einer sauberen Umwelt und mit genug Essen und Trinken aufwachsen. Alle Kinder sollen zur Schule gehen können.

Sorgen vor KI

Ein Kind fordert: „Ich wünsche mir, dass alle Kinder gleiche Chancen bekommen, egal woher sie kommen. Kinder sollen mehr mitbestimmen dürfen und ihre Meinung soll ernst genommen werden. Außerdem soll es weniger Mobbing und Gewalt geben und jedes Kind soll glücklich und sicher aufwachsen können.“

Ein weiteres Thema, das Kinder mit Blick auf die Zukunft umtreibt, sind die technologischen Entwicklungen: „Das ist natürlich irgendwie cool, aber ich finde, es ist auch beängstigend, wie weit so eine KI jetzt schon ist. Ich mache mir Sorgen, dass die Menschen die KI zu hoch stellen und abhängig davon werden“ , sagt Mascha (11).

„Familie und Freundschaften sind ihr größtes Kraftfeld“

Positiv ist, dass sich die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen ihrer Stärken bewusst sind und genau wissen, was sie brauchen – und das schon von klein auf. Rune (5) zum Beispiel sieht neben „Sport“ und „gut zählen und rechnen“ auch „gut zuhören“ und „sehr hilfsbereit“ sein als persönliche Stärken.

Christian Schneider, Geschäftsführer UNICEF Deutschland: „Unser Stimmungsbild zum Weltkindertag 2026 zeigt: Kinder in Deutschland sind echt stark! Familie und Freundschaften sind ihr größtes Kraftfeld. Sie brauchen aber auch gute Rahmenbedingungen wie eine schützende Umgebung, materielle Sicherheit und Unterstützung beim Lernen. Kinder zu stärken liegt in der Verantwortung von Politik und Gesellschaft – also in der Verantwortung von uns allen.“

Unzufrieden mit Mitbestimmung

Besonders unzufrieden sind die Kinder und Jugendlichen damit, dass sie aus ihrer Sicht nicht ausreichend gehört und beteiligt werden. So schreibt eine Jugendliche: „Damit ich mich stark fühle, brauche ich ein Umfeld, das mich ernst nimmt und mir zuhört. Und dass meine Meinung und Erfahrung in der Gesellschaft zählt.“

Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes: „Leider werden Kinderinteressen in Deutschland an zu vielen Stellen ausgeblendet, obwohl sie als ein vorrangiger Gesichtspunkt ins Zentrum politischen Handelns gehören. Dafür braucht es auch die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz, damit das Wohl der Kinder bei allen staatlichen Maßnahmen und Entscheidungen ausreichend Berücksichtigung findet. Nur so wird uns die erfolgreiche Gestaltung der Zukunft gelingen.“

Forderung: Konsequent in Kinder investieren

Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland fordern Politik und Gesellschaft dazu auf, in Deutschland und weltweit konsequent in Kinder zu investieren – in ihren Schutz online und offline, ihre Bildung und ihre Gesundheit einschließlich der mentalen Gesundheit. Kinder und Jugendliche müssen an Entscheidungen auf allen politischen Ebenen angemessen beteiligt werden.

Ein Wort zur Geschichte des Weltkindertags: Im September 1954 empfahlen die Vereinten Nationen ihren Mitgliedstaaten die Einführung eines weltweiten Tages für Kinder. Sie wollten damit den Einsatz für Kinderrechte stärken, die Freundschaft unter Kindern und Jugendlichen auf der Welt fördern und die Regierungen auffordern, die weltweite UNICEF-Arbeit zu unterstützen. Inzwischen wird der Weltkindertag in über 145 Staaten gefeiert.


Quelle: Eine Pressemeldung von UNICEF Deutschland und Deutsches Kinderhilfswerk vom 20. September 2026.